Photokina 2008 öffnet ihre Pforten

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Photokina 2008 öffnet ihre Pforten

In Köln öffnet die Photokina bis zum 28.9. ihre Pforten. Wer sich für Fotografie im Zeitalter der Digitalisierung interessiert, ist hier genau richtig. Was es an neuen Geräten gibt und wie die Zukunft der Fotografie aussieht, erfahrt ihr hier.

Die Photokina ist die weltweit wichtigste Messe zum Thema Fotografie. Die Hersteller der Welt schauen dieser Tage wieder genau nach Köln, um zu sehen, was die Konkurrenz dort präsentiert. Bis zum 28. September werden dort die Neuheiten rund ums Bild präsentiert.


Rund 1600 Aussteller aus 50 Ländern zeigen auf einer Fläche von rund 200 000 Quadratmetern. Die letzten beiden Photokinas lockten jeweils rund 160 000 Besucher an. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf den digitalen Bilderfängern nur zwei analoge Fotoapparate werden vorgestellt.


Neues für Amateure ...


Sehr praktisch für den Urlaub: Mehr als Spritzwassergeschützt, wenn auch keine Unterwasserkamera, ist dieses neue Modell von Olympus.



Für den Durchschnittsknipser werden viele kompakte Fotoapparate für die Tasche vorgestellt. Je nach Hersteller werden dabei mehr oder weniger sinnvolle Funktionen integriert wie etwa ein GPS-Sensor. Damit wird in jedem Bild vermerkt an welchem Ort der Erde es aufgenommen wurde.


Ein weiteres Merkmal, das viele Hobbyfotografen begeistern wird, ist die automatische Gesichtserkennung, das einige Kameras zu bieten haben. automatisch wird dann dieser Bereich scharf gestellt oder besser belichtet.


Auch der Zubehörmarkt boomt. Viele Hersteller bieten Fotopapiere in unterschiedlichsten Qualitäten für die Ausdrucke zu Hause an. Auch die passenden Drucker werden immer leistungsfähiger und teure Geräte brauchen den Vergleich mit dem Abzug aus dem Fotolabor nicht scheuen.


... und Profis


Sigma stellt dieses robuste und lichtstarke Supertele vor. Damit lässt sich so manches ausspionieren und auch so mancher Prominente dürfte den Paparazzi mit diesem Objektiv in die Fotofalle gehen.

Gerne wird auch mit großen Zahlen geklotzt, um das Publikum in den Bann zu ziehen. Gelungen ist das dieses Jahr Leica mit der Digitalen Spiegelreflexkamera S2. Dieses absolute Profigerät glänzt mit 35 Megapixeln im Vollformat. Schon eher erschwinglich und für den reisenden Hobbyfotografen auch sinnvoll ist das neue Superzoom von Tamron mit einem Zoombereich von 18-300 Millimeter.


Doch mehr und mehr stellt sich die Frage, was Fotos machen in Zeiten digitaler Bildbearbeitung noch bedeutet. In vordigitalen Zeiten war Fotografieren eine Frage der Chemie. Silbersalzkristalle verfärbten sich entsprechend des vom Objektiv gelieferten Bildes.


Doch heute ist das, was auf dem Speicherchip aus der Kamera kommt, schon mehr oder weniger bearbeitet. Bei günstigen Kompaktkameras meist deutlich mehr als bei digitalen Spiegelreflexgeräten der anspruchsvollen Amateure und Profis. Doch auch bei diesen geht es nicht mehr ohne Veränderung der Daten.


Die Zukunft der Fotografie


Moderne Kameras erkennen Gesichter und stellen automatisch darauf scharf, dunkle Bereiche werden mit einer anderen Empfindlichkeit aufgenommen als helle und so weiter. Ein Foto ist also nicht länger ein direktes Abbild der Wirklichkeit. In Zukunft wird dieser technische Trend noch weitergehen. Für Forscher ist eine Kamera längst ein optisches Datenverarbeitungsgerät. In den nächsten Jahren wartet so manche Überraschung auf Lichtbildfreunde.


Mit einer im folgenden Abschnitt beschriebenen Technik könnte man sich nachträglich aussuchen, welcher Bereich des Fotos scharf dargestellt sein soll.

Denn Wissenschaftler basteln an so genannten Lichtfeldkameras. Auf Fotos, die mit einem solchen Apparat erzeugt werden, kann nachträglich verändert werden, welche Ebene scharf dargestellt werden soll. Auch kann man mit einer solchen Kamera in gewissen Grenzen im Bild den Aufnahmestandort verändern. Man kann also das Bild perspektivisch so verändern, als wäre man ein Stück nach links, rechts, oben und unten sowie auf das Objekt zu oder von ihm weg gerückt.


Ruckeln für scharfe Bilder


Ganz verrückt wird es, wenn Hersteller tatsächlich den so genannten flatternden Verschluss umsetzen. Dabei wird die Sensorfläche nicht auf einmal freigegeben, sondern der Verschluss öffnet sich ruckelnd. Weil der Computer weiß, auf welche Art und Weise der Verschluss geruckelt hat, kann man Bilder, auf denen sich etwas bewegt, so umrechnen, dass alles gestochen scharf und nichts verwischt ist.


Auch lassen sich zum Teil verdeckte Objekte sichtbar machen. Das funktioniert ähnlich, als würdest du deinen Arm ausstrecken und den Daumen nach oben halten. Wenn du durch deinen Daumen auf das dahinter liegende Objekt schaust, scheint dein Daumen gewissermaßen durchsichtig zu werden. So ähnlich kann man dann Menschen, die etwa von Bäumen oder Buschwerk teils verdeckt werden, sichtbar machen. Die Zukunft birgt also noch so manche technische und kreative Überraschung für Freunde der Fotografie.


Wenn dich Fotografieren interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 63: Fotografie


Text: -jj- 24.9.2008 // Bilder Radfahrer: Kuebi/cc-by-sa 2.5; Alle anderen Fotos und Logo: © Koelnmesse

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