Großraumjet wird Luxustempel

Berühmte Personen

Großraumjet wird Luxustempel

Wer glaubt, daß die "Airforce One", das Dienstflugzeug des amerikanischen Präsidenten, das luxuriöseste Flugzeug der Welt sei, irrt gewaltig. Es sind vor allem die reichen Öl-Multis aus der arabischen Welt, die sich für ihr Geld jeden nur denkbaren Luxus leisten:

Ölmilliardär Scheich Mohammed, Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, hat sich den Nachthimmel über Arabien samt Tierkreis in Form eines hölzernen Reliefs an die Decke seiner Boeing anbringen lassen. Der Sultan von Brunei und Saudiarabische Prinzen gehören ebenso zu den Menschen, die Großraumjets in fliegende Luxustempel verwandeln lassen. Das berichtet das deutsche Magazin "GQ" in der August-Ausgabe 2000.

So bestellten sich Scheichs für ihr Flugzeug einen Swimmingpool, einen Konferenzraum, ein Büro mit Fax, E-Mail und Internet, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kino und Bad. Die Lufthansa Technik AG (LHT), Tochter der Lufthansa, mache es möglich, dass VIP-Jets auch mit den ausgefallensten Erwartungen der Kunden ausgerüstet werden können. "Nichts ist unmöglich. Wir sind bemüht, alle Wünsche unserer Kunden zu erfüllen", sagt Lufthansa-Sprecher Bernd Habbel. Neuerdings gäbe es sogar eine von der "Lufthansa Technik" entwickelte Fernsehantenne, mit der 400 Programm empfangen werden könnten. Bisher sei über den Wolken nur das Abspielen von Videofilmen möglich gewesen.

In den Designstudios von LHT entstünden diverse Ausstattungs-variationen: ein Flugzeug mit Indoor-Golfplatz für den Topmanager, der auf dem Boden keine Zeit mehr für den Abschlag habe und ein Flugzeug mit Simulatoren fürs Rodeoreiten. Für einen Regierungschef sei auch schon ein Flugzeug mit OP-Raum für Operationen am offenen Herzen konstruiert worden. Diskretion werde dabei aber groß geschrieben.

Die "Lufthansa Technik AG" gehört zu den weltweit führenden Anbietern "sündhaft teurer" Umbauten von VIP-Jets. Mehr als 400 Techniker, Handwerker und Designer zimmerten an den Luxus-umbauten. Sie benötigten rund ein Jahr, um eine Boing 747 oder einen Airbus 340 zum Luxustempel umzubauen. Kosten von fünf bis zehn Millionen Mark seien dabei die Regel.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt