Die Frage der Woche: Was bedeuten die Zahlen bei Flugzeugbezeichnungen?

Berühmte Personen

Die Frage der Woche: Was bedeuten die Zahlen bei Flugzeugbezeichnungen?

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Julian S.: Was bedeuten die Zahlen bei Flugzeugbezeichnungen? Hier erfahrt ihr die Antwort ...



Jedes Flugzeug besitzt, wie die meisten Autos, einen individuellen, alphanumerischen Code zur Identifizierung. Der Code besteht aus Buchstaben und Zahlen, die wiederum die Staatszugehörigkeit und die Art des Luftfahrzeugs angeben.





Luftfahrzeugkennzeichen


Aus welchen Land kommt das Flugzeug?


D - EADH (Foto) wäre zum Beispiel ein solcher Code. Doch was sagt er nun aus? Der erste Buchstabe gibt das Land an, in dem das Flugzeug registriert ist. D steht hier für Deutschland.

Häufig kann man durch diese Angabe jedoch nicht direkt auf den Ländernamen schließen, wie es bei Deutschland mit dem D der Fall ist. N steht zum Beispiel für die USA und CS für Portugal. Aber auch Zahlen, wie zum Beispiel bei Israel (4X), können in dem Staatszugehörigkeitszeichen enthalten sein.

Um welchen Flugzeugtyp handelt es sich?

Der zweite Buchstabe gibt Auskunft über die Art des Flugzeugs. In diesem Fall steht das E für ein einmotoriges Flugzeug bis 2 t max. Startgewicht. Diese Nummerierung richtet sich meistens nach dem Höchstabfluggewicht eines Flugzeugtyps.

A steht für Flugzeuge über 20 Tonnen (auf dem Foto nebenan für die historische Ju-52, aber auch große Jets von Boeing und Airbus sind mit einem A gekennzeichnet).

Der Buchstabe B kennzeichnet Flugzeuge zwischen 14 und 20 Tonnen und immer so weiter bis zum Buchstaben O, wobei die Buchstaben D und J ausgelassen werden.

Ein Sonderfall ist das H. Dieser Buchstabe steht für einen Hubschrauber.

Was bedeuten die anderen Buchstaben?

Die letzten drei Buchstaben sind individuell zugewiesene Buchstaben (bei Segelflugzeugen handelt es sich um Zahlen), die bis auf Umlaute und Sonderzeichen frei nach dem Alphabet gewählt werden.

Wird ein Flugzeug im Inland verkauft, bleibt das Kennzeichen normalerweise erhalten. Falls ein Luftfahrzeug verschrottet, oder an einen Besitzer in einem anderen Land verkauft wird, steht dessen Kennzeichen für ein anderes Flugzeug wieder zur Verfügung.

Kennzeichen für Militärflugzeuge

Des Weiteren gibt es neben den zivilen Luftfahrzeugkennzeichen auch spezielle militärische Signaturen, wie sie zum Beispiel die Flugzeuge der Bundeswehr seit 1968 besitzen.

Hierbei handelt es sich um Nummern, die einen Rückschluss auf Typ und Seriennummer des jeweiligen Luftfahrzeugs zulassen.

Auf dem Foto nebenan siehst du einen Hubschrauber der Bundeswehr.

Die Buchstaben SAR weisen ihn als Rettungshubschrauber aus. SAR steht für die englischen Worte "Search and rescue", das bedeutet "Suchen und retten".

Flugzeugbezeichnungen


Flugzeugbezeichnungen unterscheiden sich von den Luftfahrzeugkennzeichen dadurch, dass sie sich nur auf einen bestimmten Flugzeugtyp, wie zum Beispiel die Boeing 737, beziehen.

Es gibt viele verschiedene Modelle der Boeing 737, die durch spezielle Nummern voneinander unterschieden werden. Hierbei handelt es sich jedoch um Modellbezeichnungen und nicht um eine individuelle Kennzeichnung.

Eine Boeing 737 erkennst du an dem charakteristischen Knick im Seitenleitwerk.



Die Ur-Versionen der Boeing 737


Die Boeing 737-100, 737-200 und die 737-200 Advanced kann man als die Ur-Versionen des Flugzeugtyps ansehen. Typischerweise besitzen diese Versionen schlanke Triebwerke und ein im Vergleich zu den anderen Varianten verändertes Seitenleitwerk. Des Weiteren hat die Boeing 737-200 Advanced eine höhere Leistung, als die beiden anderen Flugzeugtypen.


Die klassischen Versionen der Boeing 737


Diese Bezeichnung umfasst die Modelle 737-300, 737-400 und 737-500. Die 300er und 400er Reihe wurde mit neuen Technologien, wie zum Beispiel verbesserten Triebwerken, Bildschirmen im Cockpit und einer neueren Flugnavigation ausgestattet.

Zusätzlich dazu wurde die Anzahl der Sitze auf 174 erhöht. Die Boeing 737-500 besitzt zwar die modernere Technik der 300er und 400er, allerdings ist sie kleiner als die beiden anderen klassischen Modelle.

Die Next Generation Modelle der Boeing 737


Die 737-600, 737-700, 737-800 und die 737-900 bilden die Next Generation, die eine Antwort auf den erfolgreichen A320 des Konkurrenten Airbus sind.

Wieder wurde die Technik verbessert, indem die Flugzeugtypen dieser Generation mit modifizierten Avionik-Systemen, verbesserten Triebwerken und neu entwickelten Tragflächen ausgestattet wurden.

Die 737-600 besitzt die moderne Technik der Next Generation-Modelle, ist jedoch wie die Boeing 737-500 kleiner, als die anderen Typen.

Die Boeing 737-700 gliedert sich weiter in drei verschiedene Versionen. Zum einem gibt es die Boeing 737-700C, die eine sogenannte Quick-Change-Option besitzt, mit der sie in weniger als einer Stunde von einem Passagierflugzeug in ein Frachtflugzeug und umgekehrt umgebaut werden kann. Dann gibt es die hauptsächlich in der zivilen Luftfahrt eingesetzte Boeing 737-700ER, die über ein erhöhtes maximales Abfluggewicht und eine größere Flugreichweite verfügt. Schließlich gibt es noch die militärische Variante der Boeing 737-700ER, mit der Bezeichnung AEW&C. Die Boeing 737-AEW&C, ist ein luftgestützes Frühwarn- und Einsatzleitflugzeug, die mit einer 10,8 m langen und 2,7 Tonnen schweren Radarantenne auf dem Rumpf ausgerüstet ist.

Die Boeing 737-800 ist die bisher erfolgreichste Variante der 737NG-Familie. Dieses Modell wurde bis zum Jahr 2010, 1676 ausgeliefert und 3086 Mal bestellt.

Die Boeing 737-900 ist die bisher größte Boeing 737. Obwohl die Basisversion sehr lang ist, darf dieses Flugzeugmodell nur 189 Passagiere befördern, da die Anzahl der Notausgänge gegenüber der Boeing 737-800 nicht erhöht wurde. Dieser Mangel wurde durch einen neuen Modelltyp, die Boeing 737-900ER, behoben. Zusätzliche Notausgänge sorgen dafür, dass dieser Flugzeugtyp für bis zu 219 Passagiere zugelassen ist. Des Weiteren hat diese Version verstärkte Tragflächen und zusätzliche Treibstofftanks erhalten, um die Reichweite zu erhöhen.

Auch die bekannte Boeing 747 gibt es in elf verschiedenen zivilen Varianten, wobei es innerhalb der elf großen Modelle weitere kleinere Typen gibt. So existieren zum Beispiel sechs unterschiedliche Versionen der Boeing 747-400.



Hier erfahrt ihr mehr:

Wenn euch Fliegerei und Luftfahrt interessieren, dann schaut doch einfach mal in "Was ist Was"-Band 10: Fliegerei 

Text und Fotos: RR, Stand: 15. 12. 2011.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt