Die Boeing 787 - Warum heisst sie Dreamliner?

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Die Boeing 787 - Warum heisst sie Dreamliner?

Ein Traumschiff der Lüfte soll der neue Passagierjet des US-amerikanischen Flugzeugbauers Boeing werden. Derzeit befindet sich das Flugzeug noch in der Erprobung. Sein Rumpf besteht zu einem Großteil aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK).

Bereits im Juli 2007 hatte Boeing sein neues Flugzeug erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Bis zum Erstflug sollten aber noch fast zweieinhalb Jahre vergehen. Der Dreamliner ist die erste Neuentwicklung des Flugzeugbauers seit 1995.


Konkurrenz der Giganten


Die 787 ist Boeings Reaktion auf den Airbus A380, der den Jumbo-Jet von Boeing als größte Passagierflugzeug der Welt abgelöst hat. 

Zuerst wollte der US-Konzern ein noch größeres Flugzeug auf Basis des bisherigen Jumbos, der Boeing 747 bauen, doch dieses Modell hätte zu viel Treibstoff verbraucht. Nachdem keine Fluggesellschaft Interesse an dem Riesenjumbo zeigte, planten die Boeing-Ingenieure nun ein anderes Großflugzeug unter dem Namen Sonic Cruiser. Diese Entwicklung hätte auch die Lücke schließen sollen, die das Ende der Concorde geschaffen hatte. Der Sonic Cruiser hätte annähernd Schallgeschwindigkeit erreichen sollen.


Fluggesellschaften müssen sparen



Weil den Airlines sparsame Maschinen wichtiger waren als super große oder super schnelle Flugzeuge, wurde zuletzt entschieden, statt des Riesenjumbos ein etwas kleineres und im Verbrauch sparsameres Modell mit hoher Reichweite zu bauen. Der Dreamliner soll je nach Variante zwischen 210 und 290 Passagiere rund 15.000 Kilometer weit befördern können. Die gleiche Entfernung schafft der Airbus A380. So kann jede wichtige Fernverbindung nonstop bedient werden. Dass der "Dreamliner" damit im aktuellen Trend liegt, ist an den hohen Verkaufszahlen abzulesen. Bis zum Erstflug im Dezember 2009 sind rund 850 Maschinen bestellt worden. Die ersten sollen Ende 2010 an die Kunden ausgeliefert werden.

Mit dem A350 bringt Airbus ein ähnliches Konzept auf dem Markt allerdings erst im Jahr 2013.


Ein Supervogel aus Kunststoff

Boeing verbaut im Dreamliner Kohlefaser statt Aluminium. Die modernen Verbundwerkstoffe sind wesentlich leichter. Dadurch soll die neue Maschine um 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als heutige Großraumflugzeuge. Ausserdem fliegen die Passagiere komfortabler: Die Gewichtseinsparungen an anderer Stelle ermöglichen den Einbau größerer Fenster. Weil die Maschine nicht aus Metall ist, besteht auch weniger Korrossionsgefahr, deshalb wird die Luft im Dreamliner nicht so trocken sein, wie in heute üblichen Flugzeugen. Auch der Luftdruck soll wegen des stabilen Rumpfes im Dreamliner höher sein.

Massive Fertigungsprobleme

Weil Boeing wenig Erfahrung mit den neuen Materialien besaß, verzögerte sich die Entwicklung der 787 massiv. Unter anderem bildeten sich bei der Rumpffertigung Blasen im Faserlaminat, es gab Probleme bei den Tragflächen und Falten in der Außenhaut.

Ursprünglich hätte die erste Maschine bereits 2007 zum Testflug abheben sollen, was aber wegen Produktionsschwierigkeiten immer wieder verschoben wurde. 2008 sollten die ersten 787 ausgeliefert werden. Jetzt soll es Ende 2010 so weit sein.

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Text: RR 25. 1. 2010, Bilder: markjhandel (B 787 beim Rollout; Endmontage der B 787; alles cc by s.a. 2.0), Airbus S.A.S. (A380), Dave Sizer (B787 Erstflug; cc by s.a. 2.0).

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