Was ist ein Amphibienbus?

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Was ist ein Amphibienbus?

Die schottische Stadt Glasgow hat den ersten Linienbus, der schwimmt. Noch ist es ein Test, aber wenn die Amphibienbusse die an sie gestellten Erwartungen erfüllen, könnten sie die kleinen Fährschiffe über den Fluss Clyde ersetzen.

Busse sind heute die wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel in den Städten. Sie sind schienenungebunden und flexibel einsetzbar.

Nur im Wasser konnten sie bisher nicht fahren. Um Buchten oder Flüsse zu überqueren benötigen herkömmliche Busse eine Brücke oder eine Fähre.

Anders ist das bei dem Amphibien-Bus. Hier handelt es sich um eine Kombination aus Bus und Boot, die sowohl auf dem Wasser als auch der Straße eingesetzt werden kann.

Holländische Entwicklung

Der schwimmfähige Bus wird von der niederländischen Firma DATV gebaut. Die Holländer waren schon immer erfindungsreich, wenn es darum ging, dem Wasser Lebensräume abzugewinnen. So gibt es nirgendwo mehr Hausboote als in den Niederlanden.

Inzwischen wird der Bus auch in Rotterdam auf der Maas eingesetzt.

Auch in der ungarischen Hauptstadt Budapest wird der Amphibien-Bus getestet. Dort schwimmt er auf der Donau - allerdings nicht im Linienverkehr, sondern für Städte-Touristen auf Stadtrundfahrten.

Ersatz für Fähren

Die Stadt hofft, mit den Amphibienbussen die kleinen Fährschiffe zu ersetzen, die bisher die Passagiere ans gegenüberliegende Ufer des Flusses Clyde transportiert hatten. Wegen des geringer werdenden Passagieraufkommens  rentierten sich die Fähren nicht mehr.

Der 800.000 Euro teuere "Amfi-Bus" rechnet sich auf den Fährstrecken, weil er ganz normal im Straßenverkehr eingesetzt werden kann. Die Schwimmkörper ermöglichen ihm zusätzlich die Fahrt durchs Süß- oder Salzwasser - beides ist möglich. Sobald der Fahrer den Fluss ansteuert, schaltet das Fahrzeug auf Schwimmbetrieb um und das Lenkrad wird durch einen Joystick zum Manövrieren ersetzt.

Der Führer des Fahrzeuges muß sowohl das See-Patent haben, wie den Busführerschein.


Schwimmender Düsenbus


Das Fahrzeug sieht aus wie ein Bus, weil die Karosserie so gestaltet wurde. Allerdings wurde sie Zwecks der Schwimmfähigkeit mit einem Schiffskörper ummantelt. Angetrieben wird der schwimmende Holländer von zwei Jetantrieben, wie wir sie von den Wassermotorrädern (Jet-Ski) kennen. An Land kann eine Geschwindigkeit von 100 km/h erreicht werden, im Wasser sind es rund 15 km/h. Eine Flussquerung dauert im Durchschnitt drei Minuten.

Komfortbus

Der "Amfibus" kann 50 Passagiere über Straße und Wasser befördern. Er ist 12,80 Meter lang, die Breite beträgt 2,55 Meter und die Höhe 3,80 Meter. Das Leergewicht wird mit 15 Tonnen angegeben.

Der Bus verfügt neben einer Klimaanlage auch über eine Toilette. Natürlich wurde Sicherheit groß geschrieben. Wie bei einer Fähre gehören auch hier ausreichend Schwimmwesten zur Bordausrüstung .

Kein Aprilscherz

In Deutschland fährt bisher noch keiner dieser Busse. Meldungen, die am ersten April mancherorts in deutschen Zeitungen zu lesen waren, erwiesen sich als Aprilscherze. Der Bus selbst ist allerdings real und kein Scherz, und sicher ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis solche Busse auch in Städten wie zum Beispiel Hamburg oder Kiel zum Einsatz kommen könnten.

Text: RR, Stand 26. 4. 2010, Fotos: Stagecoach Group


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