Was bringt die fahrerlose U-Bahn?

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Was bringt die fahrerlose U-Bahn?

Die fahrerlose U-Bahn ist keineswegs eine Arbeitplatz-Vernichtungsmaschine, wie böse Zungen behaupten. Im Gegenteil: Das im Zug eingesparte Personal soll künftig auf den Bahnsteigen arbeiten und dort für mehr Sicherheit sorgen.

Wo liegen die Vorteile der automatischen Züge?

Ein großer Vorteil ist die Erhöhung der Zugfolge. Gerade in Spitzenzeiten, wie dem morgen- und abendlichen Berufsverkehr können mehr Züge eingesetzt werden, ohne dass auf Personalbestand und Dienstpläne geachtet werden muss. Jeder Zug, der nicht gerade in der Werkstatt steht, kann auf die Schiene gebracht werden, falls dies nötig sein sollte. Dadurch entstehen für den Fahrgast weniger Wartezeiten und mehr Komfort, weil die Züge nicht mehr überfüllt sind.

Auch außerhalb der Spitzenzeiten und in der Nacht kann auf den Bedarf reagiert werden. Endet in der Nähe eines U-Bahnhofs ein Konzert, ein Fußballspiel oder eine andere Veranstaltung, so kann zu diesem Zeitpunkt ein dichterer Takt gefahren werden.

Das Fahrpersonal wird von Routineaufgaben entlastet und soll Serviceaufgaben übernehmen. Vor allem das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste wird dadurch verbessert. Mancher wird dadurch auch seine Angst vor einsamen U-Bahnschächten in der Nacht ablegen, wenn ein Beschäftigter der Verkehrsbetriebe dort anwesend ist. Außerdem werden die Züge auch nachts häufiger fahren.

Nachteil: Instandhaltungsbedarf steigt

Das STAR-Projekt in Berlin hat im Versuch allerdings auch gezeigt, dass eine dichtere Zugfolge mit mehr Wartung einhergeht. Auch wegen der zusätzlichen Komponenten und Systemen steigen die Instandhaltungskosten für den Betreiber.

Fazit: Der Fahrgast entscheidet

Zuletzt wird der Fahrgast derjenige sein, welcher der automatischen Bahn den Durchbruch beschert oder sie zum Flop werden lässt. Denn nur wenn diese Züge akzeptiert werden und sich wirtschaftlich rechnen, können sie zum Erfolg werden.

Der Versuch in Berlin hat allerdings auch gezeigt, dass den Fahrgästen nicht die Technik, sondern das Sicherheitsgefühl wichtig ist. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Züge hat niemand in Frage gestellt. Die Anwesenheit des Service-Personals auf den Bahnsteigen hat große Zustimmung unter den Kunden gefunden.

RR 24. 9. 2001

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