U-Bahn ohne Fahrer

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U-Bahn ohne Fahrer

U-Bahnen sind vielen Menschen unheimlich. Nicht jeder wagt sich in die unterirdischen Bahnhöfe. Vor allem nachts nimmt mancher lieber ein Taxi. Noch unheimlicher ist der Gedanke an U-Bahn-Züge ohne Fahrer, auch wenn diese dem Fahrgast durchaus Vorteile bringen.

In den 70er Jahren wurde der Gedanke, Fahrgastzüge ohne Begleitpersonal verkehren zu lassen, als gefährliche Utopie betrachtet. Die heutige Automatisierungstechnik kennt diese Bedenken nicht mehr. Seit 1983 haben automatische Züge über eine Milliarde Fahrgäste transportiert.

Geschichtlicher Rückblick

Vorreiter waren wie immer die USA. Länder wie Japan, Frankreich, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Australien, Malaysia usw. sind dem Beispiel schnell gefolgt. Bald wurden Überlegungen verwirklicht, auch unterirdische Züge ohne Fahrer vollautomatisch zu betreiben.

Internationaler Wettbewerb

Im Hinblick auf die zurückgelegten Betriebskilometer nimmt Asien die Führungsposition ein, dafür belegt Europa eine Spitzenposition beim Bau der Strecken. Nirgends werden mehr Kilometer für automatische Züge geplant als auf dem alten Kontinent. Asien und Europa liegen Kopf an Kopf, Amerika baut hauptsächlich Kurzstreckensysteme, vor allem für Flughäfen und Vergnügungsparks.

Planungen in deutschen Städten

Während in Europa vor allem Frankreich eine Pionierrolle einnahm (Seit Mitte der 90er Jahre fährt beispielsweise eine automatische U-Bahn in Lyon), wurde in Deutschland zunächst noch getestet: Von 1996 bis 2000 lief in Berlin ein Test unter dem Namen STAR (Systemtechnik für den automatisierten Regelbetrieb). Inzwischen fährt die Linie U5 zwischen Alexanderplatz und Hönow auf einer Länge von 18,4 Kilometern automatisch. Auf der Strecke liegen 20 Bahnhöfe. Weitere Strecken sollen folgen. Bis alle Züge in Berlin automatisch fahren, werden viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vergehen.

Auch die Münchner U-Bahn soll automatisiert werden. Während die Münchner noch planen, wird in Nürnberg bereits gebaut. Die neue U-Bahn-Linie 3 soll schon im Jahr 2006 fahrerlos durch die Schächte jagen.

RR 24. 9. 2001

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