Hoffnung für zerstörte Lokomotiven

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Hoffnung für zerstörte Lokomotiven

Gut fünf Wochen nach dem Großbrand im Depot des Nürnberger Verkehrsmuseums sind sechs Dampflokomotiven aus den Trümmern geschleppt worden. Sie rollten auf eigenem Fahrwerk - eine gute Voraussetzung für einen Wiederaufbau der Fahrzeuge.

In den Trümmern der 1500 Quadratmeter großen Halle stehen immer noch Lokomotiven und Waggons

Während die Überreste des berühmten "Adler" - ein Nachbau der ersten deutschen Eisenbahn, die 1835 von Nürnberg nach Fürth fuhr - schon am 7. November aus den Trümmern geborgen und ins Dampflokwerk nach Meiningen gebracht wurden, sind am Wochenende 26./27. November 2005 sechs weitere Dampflokomotiven in ein anderes Depot in Nürnberg verlagert worden. Dort werden sie noch einmal gründlich untersucht.

Für diese beiden Lokomotiven besteht noch Hoffnung

Experten prüfen

Spezialisten aus dem DB Dampflokwerk in Meiningen begutachteten, ob der zum Teil durchgeglühte Stahl der Lokomotiven noch zu gebrauchen ist. In Meiningen steht das letzte Dampflokwerk Deutschlands. Zu DDR-Zeiten sind dort die Dampflokomotiven der Reichsbahn gewartet worden. Heute werden die historischen Züge der Deutschen Bahn AG gepfleget. Schon vor dem Brand ist der "Adler" dort regelmäßig überholt worden.

Die Güterzuglokomotive 45 010 kurz vor der Bergung

Schwierige Bergung

Nachdem die aus dem Lokschuppen zur Drehscheibe führenden Geleise von Trümmern befreit worden waren, untersuchten die Meininger Lokspezialisten erst einmal die Fahrwerke der Dampflokomotiven und machten sie wieder beweglich. Dabei zeigte sich, dass die Fahrgestelle nicht so sehr vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurden, wie ursprünglich befürchtet worden war. Im Gegensatz zum Adler, der per Kran aus den Trümmern gehievt und mit einem Tieflader nach Meiningen gebracht worden war, konnten die anderen Dampfloks selbst auf den Schienen rollen. Mit einer kleinen Rangierlok und einer schweren Diesellokomotive wurden sie schließlich aus den Trümmern geholt.

Rekord-Lokomotive

Zuerst wurde die Güterzuglokomotive 45 010 aus dem Jahr 1941 geborgen. Sie hielt früher den Rekord als stärkste Güterzuglok der Welt und war für das Bergungsteam der schwerste Brocken. Anschließend wurde eine der kleineren Loks abgeschleppt.



Keine Hoffnung für die Dieselloks

Nach Einschätzung des Museumsleiters Jürgen Franzke können noch einige Dampfloks restauriert werden. Die verbrannten Diesellokomotiven seien dagegen verloren. Dies ist jedoch nicht so tragisch, da es sich hierbei nicht um Unikate handelt, so Franzke. "Bei den Dieselloks wäre die Restaurierung teurer als die Wiederbeschaffung", sagte der Museumschef.

Nürnberger Eisenbahnfreunde trauern vor allem um die V-200 (Bild rechts). Bei der großen Diesellok handelte es sich um das zweite je gebaute Exemplar. In unzähligen Freizeitstunden wurde die Lok zum Glänzen gebracht. Jetzt ist sie nur noch eine ausgebrannte Hülle, deren Überreste wohl auf dem Schrottplatz landen werden.

Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte des Dampflokwerks in Meiningen.

Wenn ihr euch für die Geschichte der Eisenbahn, für die Technik und die Entwicklung der Bahn interessiert, dann könnt ihr viel Wissenswertes im WAS IST WAS 54 "Die Eisenbahn" nachlesen - das wurde übrigens von den Experten des Nürnberger DB Museums verfasst!

Text und Fotos: Roland Rosenbauer - 28. 11. 2005

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