24 historische Züge - vom Feuer zerstört

Berühmte Personen

24 historische Züge - vom Feuer zerstört

Am 17. Oktober passierte, was für echte Eisenbahnfans ein wahres Drama bedeutet: In einem Lokschuppen in Nürnberg kam es zu einem verheerenden Brand. 24 historische Lokomotiven und Waggons des Deutschen Bahn Museums in Nürnberg wurden durch das Feuer entweder stark beschädigt oder komplett zerstört. Die Fahrzeuge waren nach dem Einsturz der Dachkonstruktion der 1500 Quadratmeter großen Halle überwiegend ausgebrannt oder beschädigt worden.

Der nun verbrannte Nachbau des Adlers auf einer Jubiläumsfahrt

Der Adler

Zerstört wurde unter anderem ein fahrtüchtiger Nachbau des legendären "Adlers", der vor 170 Jahren als erste dampfgetriebene Eisenbahn die sechs Kilometer lange Strecke Nürnberg - Fürth aufnahm. Am 07. Dezember 1835 eröffnete der Adler diese erste Eisenbahnstrecke in Deutschland. Die Lok war für viel Geld in England bei Stephenson gekauft worden und selbst der erste Lokführer stammte von den britischen Inseln. Der nun schwer beschädigte Nachbau stammte aus dem Jahr 1935 und war zum 100jährigen Jubiläum des Adlers gebaut worden.

24 Fahrzeuge sind insgesamt bei dem Brand zu Schaden gekommen.

Weitere "Opfer" des Brandes

Daneben wurden auch zahlreiche weitere wertvolle Dampf- und Dieselloks beschädigt oder sind komplett verbrannt. So etwa die Dampflokomotive 01150, die Lok des Einheitsschnellzuges, Baujahr 1935. Von den Flammen zerstört wurde auch die Güterzuglokomotive 45 010 aus dem Jahr 1941. Sie hielt früher den Rekord als stärkste Güterzuglok der Welt.

Oder die letzte von der Bundesbahn gebaute Dampflok 23 105 aus dem Jahr 1959, ebenfalls ein außergewöhnliches Prunkstück der Sammlung. Ihr Verlust ist besonders tragisch für Eisenbahnfreunde, denn diese Lok war die letzte noch vorhandene der 23er Baureihe.

Wenn jemand noch etwas retten kann, dann die Spezialisten aus Meiningen

Ob die Fahrzeuge noch zu retten sind und wieder restauriert werden können, das können eigentlich nur Spezialisten klären. Und die holte das Museum aus dem DB Dampflokwerk in Meiningen. Sie begutachteten, ob der zum Teil durchgeglühte Stahl der Lokomotiven noch zu gebrauchen ist.

Das Dampflok- Ausbesserungswerk in Meiningen.

1914 wurde das Dampflokwerk in Meiningen gegründet. Heutzutage sind dort wohl die besten Fachleute zur Instandsetzung und -haltung von Dampflokomotiven in Westeuropa zu finden. Sie restaurieren und reparieren historische Fahrzeuge. Seit 1998 setzt das Dampflokwerk Regel- und Schmalspurlokomotiven für die Deutsche Bahn AG, Privatbahnen, Museumsbahnen und Eisenbahnvereine des In- und Auslands instand, modernisiert Schneepflüge und Schneeschleudern und baut Kessel für historische Dampflokomotiven aus ganz Europa. Auch historische Reisezugwagen werden hier bearbeitet. Geschätzt werden die Spezialisten vor allem auch, weil sie benötigte Einzelteile selbst nachbauen - das macht sie in ganz Europa zu gefragten Fachleuten.

Hoffnung und Hilfe

An vielen Spenden- und Hilfsangeboten aus der ganzen Welt wurde deutlich, wie groß die Anteilnahme auf der ganzen Welt an dem Unglück war und wie viele begeisterte Eisenbahnfans es weltweit gibt! Nun hoffen die Eisenbahnliebhaber, dass es den Meininger Spezialisten gelingen möge, aus den Resten der verbrannten Lokomotiven, vielleicht doch wieder die Loks zu rekonstruieren.

Insgesamt liegt der materielle Schaden wohl bei 20 bis 40 Millionen Euro - der historische Schaden ist gar nicht zu beziffern. Und erst wenn die Ermittlungen der Polizei auf der Suche nach der Brandursache abgeschlossen sind, können die Meininger Spezialisten genau untersuchen, ob von den beschädigten Lokomotiven und Waggons einige wieder restauriert werden können oder nicht.

Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte des Dampflokwerks in Meiningen.

Wenn ihr euch für die Geschichte der Eisenbahn, für die Technik und die Entwicklung der Bahn interessiert, dann könnt ihr viel Wissenswertes im WAS IST WAS 54 "Die Eisenbahn" nachlesen - das wurde übrigens von den Experten des Nürnberger DB Museums verfasst!

-ab-25.10.2005 Text / Fotos: Deutsche Bahn AG;

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt