100 Jahre U-Bahn in Berlin

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100 Jahre U-Bahn in Berlin

Eigentlich beginnt die Geschichte der Berliner U-Bahn bereits im Jahr 1880. Der Ingenieur und Unternehmer Werner von Siemens schlägt den Bau einer elektrischen Hochbahn vor. Das Stadtbauamt fand den Vorschlag unnötig, da die vorhandene Pferdebahn völlig ausreichend sei. Außerdem würde eine Hochbahn das Stadtbild verschandeln, Lärm verursachen und das Schmieröl der Wagen könnte den Passanten auf den Kopf tropfen.

London ist schneller

1890 wird die erste elektrische U-Bahn der Welt eröffnet: in London. Bereits seit 1863 fuhren die Briten unterirdisch: anfangs noch mit dampfbetriebenen Wagen. In Berlin bemüht sich derweil die Konkurrenz von Siemens um einen Auftrag zum Bau einer U-Bahn.

AEG baut firmeneigene U-Bahn

Die Firma AEG reichte 1891 den Entwurf zum Bau einer Untergrundbahn ein. Die Stadtverwaltung war jedoch der Meinung, dass die Bodenbeschaffenheit in Berlin für den Bau einer unterirdischen Bahn zu locker und daher nicht geeignet sei. AEG wollte das Gegenteil beweisen und baute auf dem eigenen Firmengelände einen 300 Meter langen Tunnel für eine elektrische U-Bahn. Das Experiment glückte und die AEG-Mitarbeiter waren somit die ersten Berliner, die ab 1897 U-Bahn fuhren.

So sahen die ersten Hochbahnwagen in Berlin aus.

U-Bahn über und unter der Erde

Schließlich erhält doch die Firma Siemens & Halske 1895 den Auftrag zum Bau einer Hochbahn. In der Planungsphase zeigt es sich, dass einige Stadtteile, besonders das vornehme Charlottenburg nicht damit einverstanden sind, dass eine Hochbahn ihre Straßen verschandelt. So entwickelt man eine Kompromisslösung: Teile der Hochbahn sollen unterirdisch verlaufen.



Minister weihen U-Bahn ein

1902 ist es endlich so weit: der erste Streckenabschnitt der Berliner U-Bahn kann eingeweiht werden. Er führt vom Stralauer Tor bis zum Potsdamer Platz. Am 15. Februar 1902 wird die Bahn von zahlreichen Prominenten mit der sogenannten Ministerfahrt in Betrieb genommen. Drei Tage später dürfen auch alle anderen Berliner zum ersten Mal mit ihrer Hoch- und Untergrundbahn fahren. Das Streckennetz wird in der Folgezeit ständig erweitert .

Fahrschein aus der Zeit nach 1940

Die U-Bahn im Zweiten Weltkrieg

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs werden zahlreiche Tunnel gesprengt. Dadurch steht etwa ein Drittel des U-Bahn-Streckennetzes unter Wasser. Außerdem sind viele Gleise und Fahrzeuge durch Bombenangriffe beschädigt. Trotzdem sind schon zwei Wochen nach Kriegsende ein Viertel der Bahnhöfe wieder in Betrieb. Allerdings fahren die U-Bahnen keineswegs regelmäßig. Häufig wird der Strom abgestellt, die wenigen funktionsfähigen Züge sind völlig überfüllt.

Mauerbau auch unter der Erde

In der Nacht vom 12. auf 13. August 1961 lässt die Regierung der DDR den Ostsektor Berlins abriegeln. Innerhalb weniger Stunden werden alle überirdischen Verbindungswege zwischen Ost- und Westberlin mit Stacheldraht unterbrochen. In den folgenden Wochen wird die Mauer gebaut, die Ostberlin für die nächsten 28 Jahre gegen den Westen abriegelt.

Auch durch die unterirdischen Verkehrswege zieht sich diese Grenze. Die U-Bahnen, die vorher auch an den Bahnhöfen des Ostsektors gehalten hatten fahren nun Transit. Das bedeutet, die U-Bahnhöfe der Ostzone sind für Ostberliner abgeriegelt. Die Westberliner Bahnen fahren durch sie hindurch, ohne anzuhalten. Um zu verhindern, dass Osterberliner Bürger mithilfe der U-Bahnen in den Westen flüchteten, werden die Transitbahnhöfe von außen zugemauert und von Zollbeamten bewacht. Nur der Ostberliner U-Bahnhof Friedrichstraße wird weiterhin angefahren: er gilt als Grenzübergang.

Andere U-Bahnlinien enden an der innerstädtischen Grenze und fahren nur entweder im Osten oder im Westen.

Moderne U-Bahnen aus Berlin

Wiedervereinigung der U-Bahnen

Am 9. November 1989 öffnet die DDR überraschend die Grenzübergänge nach Westdeutschland. Zwei Tage später wurden die ersten Transitbahnhöfe wiedereröffnet: Ostberliner konnten nun frei in den Westteil der Stadt reisen. Die beiden U-Bahnbetriebsgesellschaften aus Ost und West schlossen sich 1990 wieder zusammen. Damit vollzogen auch die Berliner U-Bahnen ihren Teil zur deutschen Wiedervereinigung.

Mehr über die Geschichte der Berliner U-Bahn und die Veranstaltungen zum 100. Jubiläum erfahrt ihr auf diesen Seiten:

www.u-bahn100.de/

www.bvg.de/jubilaeum.html

Text: LM - 14.02.02; Fotos: www.bvg.de/jubilaeum.html 


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