Vom Pflaster zum Datenspeicher das durchsichtige Klebeband

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Vom Pflaster zum Datenspeicher das durchsichtige Klebeband

Ende des 19. Jahrhunderts übernahm der deutsche Apotheker Dr. Oskar Trolpowitz das Labor seines Kollegen Beiersdorf. Tolpowitz machte es sich zum Ziel ein Pflaster zu erfinden, das sowohl schnell als auch gut kleben sollte.

Die Klebemasse die Trolpowitz entwickelte haftete vorzüglich, reizte aber die Haut. Darum ließ es sich in der Wundheilung nicht einsetzen. Damit seine Arbeit nicht umsonst war, brachte Trolpowitz seine Erfindung 1896 unter dem Namen Citoplast als erstes technisches Klebeband auf den deutschen Markt. Es wurde zum provisorischen Reifen flicken eingesetzt. Einen großen Erfolg konnte man das aber nicht nennen.

Vom Flickstoff zum durchsichtigen Streifen

1907 bekam das Pflaster einen neuen Namen: Tesa. Der stammt von der tüchtigen Sekretärin Elsa Tesmer. Er ist zusammengesetzt worden aus den Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den Endbuchstaben ihres Vornamens. Doch auch jetzt ließ der große Durchbruch noch auf sich warten. Erst 1935, als es nach jahrelangen Versuchen gelang, aus dem Flickstoff einen feinen, durchsichtigen Streifen herzustellen, begann sich Tesa auf dem Markt durchzusetzen.

Was kann man mit der tollen Rolle alles machen?

Sehr schnell erkannten die Leute, dass man mit dem Klebestreifen allerlei ausbessern konnte. Zum Beispiel zerbrochenes Spielzeug reparieren und das fast unsichtbar. Sogar Geflügelzüchter setzten die Tesarolle ein, um damit Eier, die einen Sprung in der Schale hatten, zu flicken. Dadurch ließen sich die Eier so stabilisieren, dass sie trotz Beschädigung ausgebrütet werden konnten.

Der Klebestreifen als Datenträger der Zukunft

Schon längst werden die Klebebänder nicht mehr nur für Verpackungszwecke und im Büro oder im Haushalt verwendet. Wissenschaftler haben zufällg festgestellt, dass beim Abziehen eines Klebebands von einer Glasoberfläche ein charakteristisches bläuliches Leuchten auftritt. Dieses Phänomen deutet auf eine optische Speicherfähigkeit hin. Sie forschten daraufhin nach, ob sich diese Filme als Datenspeicher eignen. Auf einer handelsüblichen Tesarolle mit 10 Meter Länge und 19 Millimeter Höhe passen rund 10 Gigabyte. Das entspricht Daten von etwa 15 CDs. Das ist eine ganze Menge. Einmal bespielt, kann man das Medium beliebig oft lesen und lange speichern.

- 31.01.2003 GH Bilder: Science Technologie & Medicine, tesa AG HAM

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