Telegraphie ohne Draht

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Telegraphie ohne Draht

Am 10. Februar 1928 nahmen Deutschland und die USA den drahtlosen Fernsprechverkehr auf. Den neuen Dienst nutzten Banken, die sich über die Börsenkurse in New York informieren wollten.

Eine lange Entwicklung war dieser ersten dauerhaften Sprechverbindung über die Kontinente hinweg voraus gegangen: Vor der Erfindung der drahtlosen Telegrafie wurden Nachrichten mühsam mit Flaggen, Signalmasten oder später auch Signallampen übermittelt. Nach der Erfindung des Telefons 1861 durch den Deutschen Philip Reis und dessen Patentanmeldung und Vervollkommnung 1876 durch den Amerikaner Alexander Graham Bell war der nächste Schritt die drahtlose Übertragung, der Funk.

Nachdem der Deutsche Heinrich Hertz elektromagnetische Wellen nachgewiesen hatte, die drahtlos durch die Luft übertragen werden konnten, begann der Italiener Guglielmo Marconi mit den ersten Telegrafieversuchen. 1897 konnte er eine drahtlose Verbindung über den Kanal zwischen England und Frankreich und 1901 zwischen England und Neufundland herstellen. Die elektrischen Wellen hatten den Atlantik überquert. Die Entfernung war für damalige Verhältnisse enorm: 2500 Kilometer. Der Aufstieg der modernen Funktechnik hatte begonnen.

Bis zu jenem Zeitpunkt konnte Marconis drahtloser Telegraph aber nur Morsezeichen übertragen. Später gelang es anderen Erfindern auch Sprache und Musik als elektrische Signale drahtlos um die Welt zu senden. Das war die Geburtsstunde des Sprechfunks. Von nun an konnten Gespräche von Schiffen aus um die ganze Welt geführt werden.

Bereits 1885 war ein erstes drahtloses Telefongespräch geführt worden, damals allerdings über ein Radiotelefon nicht über Funk- sondern über Radiowellen und auch nur auf kurze Distanz.

Die große Reichweite von Kurzwellen wurde von Funkamateuren entdeckt. Ende 1923 gelangen ihnen bei Sendeleistungen von nur einigen hundert Watt Kurzwellen-Telegrafieverbindungen USA - Europa im 100 m-Band, 1924 sogar die Verbindung England - Neuseeland, die selbst mit 500 kW Längswellensendern wegen der sehr starken atmosphärischen Störungen nur nachts gelegentlich erreicht wurde. Im selben Jahr wurden auch die ersten kommerziellen Kurzwellen-Linien eingerichtet, z. B. nach Buenos Aires über eine Entfernung von 12 000 Kilometern. Den Durchbruch der Kurzwellentechnik brachte der Einsatz immer kürzerer Wellen, der Bau von wassergekühlten Senderöhren für 20 Kilowatt-Sender und von bündelnden Richtantennen für Sender und Empfänger. 1928 waren schon um die 300 Kurzwellen-Weitverkehrsstationen in Betrieb, über die dann im Telefoniebetrieb auch erstmals Fernsprechteilnehmer weltweit miteinander verbunden werden konnten.

Hier findest du eine interessante Funk-Chronologie.

-rr- 10. 2. 2003

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