Steinalt und hochmodern <br> die weltberühmten Anker-Steinbaukästen

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Steinalt und hochmodern
die weltberühmten Anker-Steinbaukästen

Da staunt der Laie Bauklötze und der Fachmann wundert sich: Bausteine als Spielzeug für Erwachsene? Das gibt es tatsächlich. Die Anker-Bausteine erfreuten sich seit ihrer Erfindung im 19. Jahrhundert einer wachsenden Beliebtheit und lösten einen wahren Boom aus. Jetzt präsentiert das Puppenhaus in Basel bis zum 25. Mai 2003 eine große Ausstellung mit den beliebten Klötzchen.

Elementares Spielzeug

Bauklötze ebenso wie Puppen gelten als elementares Spielzeug. Ihre Geschichte reicht Jahrhunderte zurück. Aus einfachsten Formen entwickelten sich bis etwa 1850 ausgetüftelte Holzbaukästen. Nachteile waren das geringe Gewicht des Holzes, die naturgegebene Ungenauigkeit des Materials und die glatte Oberfläche, die die "Baumöglichkeiten einschränkte.

Geniale Erfindung

Da kam Gustav Lilienthal auf die Idee die Bauklötze aus Kunststein zu fertigen. Die rauere Oberfläche und das größere Gewicht machten die Bauwerke so um einiges stabiler. Die Steine entwickelte er übrigens mit seinem berühmten Bruder, dem Flugpionier Otto Lilienthal. Sie bestehen aus Sand, pulverisiertem Kalk, Farbstoff und Leinölfirnis als Bindemittel.

Erfolgsgeschichte

Reich wurden die erfindungsreichen Ingenieure mit den Bauklötzen allerdings nicht. 1880 verkauften sie ihre Idee an Friedrich Adolf Richter. Er ließ das Verfahren zur Herstellung der Steine noch im gleichen Jahr patentieren.

Bereits 1884 bot er eine Serie von Steinbaukästen an, darunter einer mit 881 Steinen und einem Gewicht von über 20 kg.

Zwei Jahre später gab es einen Steinkatalog in 13 Sprachen, der 238 Kästen anbot. Richter war der erste Spielzeughersteller, der seine Produkte ausschließlich Erwachsenen anbot. Am Ende waren es 400 verschiedene Kästen mit 1200 unterschiedlichen Steinformen.

Abruptes Ende

Das entgültige Aus kam 1963. Die Regierung der damaligen DDR hatte die Firma Anker-Bausteinkasten in Rudolstadt (Thüringen) schon 10 Jahre zuvor in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt. Jetzt wurde der Betrieb vollständig aufgelöst.

Verdientes Revival

Seit 1995 werden die Modellbausteine wieder angeboten, originalgetreu nach Richterschen Vorlagen und unter dem alten Wahrenzeichen, dem Anker. Sogar die Steine selbst werden noch so hergestellt wie vor 100 Jahren.

Spielerische Ausstellung

Jetzt hat sich das Puppenhausmuseum in Basel den Bauklötzen angenommen und eine große Ausstellung organisiert. In der Ausstellung wird neben vielen anderen auch das Basler Rathaus gezeigt, für das total 2840 Steine in 105 verschiedenen Sorten benötigt wurden.

Öffnungszeiten

Das Museum ist täglich von 11 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Für die Sonderausstellung wird kein Zuschlag erhoben. Der Eintritt liegt bei 7,- Fr. für Erwachsene, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt.

Adresse

Puppenhaus Basel

Steinenvorstadt 1

4051 Basel

Tel: +41 (0)61 225 95 95

Fax +41 (0)61 225 95 96

www.puppenhausmuseum.ch.

08.11.02/sw Bilder: Mit freundlicher Genehmigung des Puppenhausmuseums Basel

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt