Schnellfahrer im Visier: Die erste Radarfalle

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Schnellfahrer im Visier: Die erste Radarfalle

Tausende Male am Tag klicken auf Deutschlands Straßen Kameras in grauen Kästen am Seitenstreifen oder auf der Heckablage von unauffälligen Polizeiautos und zivilen Fahrzeugen. Die Rede ist natürlich von Radarfallen.

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen setzte die Kombination aus Radargerät und Kamera zum ersten Mal vor genau 50 Jahren ein, um Raser zu überführen.

Schlechte Karten für Verkehrssünder


Der erste Apparat bestand aus einem Kasten von der Größe eines Fernsehers: Radarstrahlen wurden von vorbeifahrenden Autos in einer bestimmten Zeit zurückgeworfen, die Zeitdifferenz der Strahlen ergab die Geschwindigkeit des Autos.  Lag diese über dem erlaubten Grenzwert, löste das Gerät einen Blitz aus und der Verkehrssünder wurde fotografiert.

Ärger bei den Autofahrern

Die Autofahrer waren über diese neue Erfindung ziemlich verärgert. Die Polizei argumentierte, es sei keine Geheimwaffe gegen friedliche Bürger, sondern die Möglichkeit die gesetzlichen Verkehrsvorschriften zu sichern. Der missbilligende Ausdruck "Radarfalle" setzte sich trotzdem durch .

Verfolgungsjagd mit Kamera

Allerdings waren schon vorher rasende Autofahrer "geblitzt" worden. Ab Mitte 1956 hatte die Polizei Überwachungsfahrzeuge im Einsatz, bei denen hinter der Windschutzscheibe Kameras angebracht waren.

Erwischte das Polizeiauto einen Raser, wurde der mit gleicher Geschwindigkeit verfolgt. Ein Polizist löste dann die Kamera aus, die wiederum das vorausfahrende Fahrzeug samt Kennzeichen aufnahm. Eine Speziallinse fotografierte den beleuchteten Tachometer auf dem Kotflügel samt Uhrzeit.

Bis dahin hatte die Polizei mit Stoppuhren, Funkgeräten und Geschwindigkeitstabellen in der Hand das Tempo vorbeifahrender Autos ermittelt. Vor Gericht war die Beweislage dann oft eher dürftig.

Technik mit Zukunft

Die Innenministerien und die Polizei waren sich damals einig: Die neue Technik hat eine große Zukunft, war leicht zu bedienen und lieferte zuverlässigere Beweise. Heute sind in Deutschland rund 2500 Geschwindigkeits-Überwachungsanlagen der Polizei im Einsatz.

High-Tech mit Laserstrahlen

Im Laufe der Jahre sind die simplen Apparate von damals zu hochsensiblen High-Tech-Instrumenten geworden. Die neueste Technik arbeitet mit Laserstrahlen (Laserpistolen), und das Gerät ist nicht mehr größer als eine Videokamera.

Tatsache ist, damals wie heute, ist zu schnelles Fahren - neben Alkohol - Unfallursache Nummer Eins auf Deutschlands Strassen.

nic/sw- akt. 18.01.2007

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