Robert Bosch

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Robert Bosch

Ob Kühlschrank, Waschmaschine oder Zündkerze der Name Bosch steht für hochwertige Elektrogeräte und Elektronik. Vor 150 Jahren wurde der Firmengründer Robert Bosch geboren. Hier stellen wir euch den erfolgreichen Geschäftsmann vor.

Kindheit und Jugend

Robert Bosch wird am 23. September 1861 nahe Ulm geboren. Er ist das elfte von insgesamt zwölf Kindern einer wohlhabenden Bauernfamilie. Sein Vater ist ein gebildeter Gastwirt, der viel Wert auf die gute Ausbildung seiner Kinder legt.

Nachdem Robert die Realschule beendet, fängt er eine Mechanikerlehre an. Später absolviert er freiwillig den Militärdienst, lehnt eine Offizierslaufbahn jedoch ab.

Danach arbeitet Robert sieben Jahre lang bei verschiedenen führenden Unternehmen wie beispielsweise Siemens. In dieser Zeit kommt er auch nach Großbritannien und in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Firmengründung



In Stuttgart eröffnet Robert am 15. November 1886 eine Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik, welche heute unter dem Namen Robert Bosch GmbH bekannt ist.

Einen ersten größeren Erfolg hat das Unternehmen, als es einen Magnetzünder der Firma Deutz verbessert.

1897 schafft es Bosch mit Hilfe eines Mitarbeiters einen dieser Magnetzünder an einen hochtourigen Kraftfahrzeugmotor anzupassen. Für die noch junge Automobilindustrie ist das eine Revolution.




Zeitlose Zünder


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschafft das Unternehmen mit Hilfe des Ingenieurs Gottlob Honold eine Alternative zu Henry Fords Schwungrad-Magnetzündung den Hochspannungsmagnetzünder. Bis heute werden diese in Kleinmotoren verwendet, wie zum Beispiel beim Rasenmäher.




Ein Global Player



Von da an wird der Betrieb stetig ausgebaut. Zuerst expandiert Robert Bosch ins europäische Ausland, später folgen weitere Niederlassungen in den USA, Asien, Afrika und Australien. Das hat zur Folge, dass ein Großteil des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet wird.




Der "rote" Bosch



In diesen guten Jahren führt Bosch den Achtstunden-Arbeitstag für die Mitarbeiter des Unternehmens ein. Trotz dieser für die damalige Zeit sehr kurze Arbeitszeit werden vergleichsweise hohe Löhne bezahlt.



Robert Bosch bekommt in Unternehmerkreisen deshalb den Spitznamen roter Bosch. Trotzdem führen Entlassungen in schlechten Zeiten zu Konflikten mit den Gewerkschaften.



Krieg als wichtige Einnahmequelle



In den beiden Weltkriegen erzielt das Unternehmen große Gewinne. Im Ersten Weltkrieg liefert Bosch Zündkerzen für fahrbare Kriegsgeräte und wird 1917 zu einer Aktiengesellschaft umgebaut.


Während der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre wird das Unternehmen modernisiert. Danach erweitert Bosch die Produktpalette seiner Firma. Zusätzlich zu den Innovationen für Kraftfahrzeuge stellt der Betrieb nun Kühlschränke, Radioapparate und Elektrowerkzeuge her.


Der Automobilzulieferer wird zum weltweit agierenden Elektronikkonzern. Später entwickelt Bosch die erste Bohrmaschine, und 1937 wird die Aktiengesellschaft in eine GmbH umgewandelt.


Im Zweiten Weltkrieg erzielt der Konzern vor allem durch die Luftwaffe hohe Gewinne. Zu dieser Zeit zieht sich Robert Bosch immer mehr aus der Firma zurück.

Robert Bosch ist sozial sehr engagiert. Er spendet unter anderem Geld für den Bau des Neckarkanals, zur Gründung von Stiftungen und für ein Krankenhaus. Außerdem wandelt er im Ersten Weltkrieg Fabriken zu Lazaretten um und spendet Arbeitern, die aus dem Krieg verwundet zurückkommen, künstliche Gliedmaßen.

Bereits zu frühen Lebzeiten ist er als demokratischer und ehrlicher Freigeist bekannt. So steht er mit Überzeugung zur Weimarer Republik. Auch seinen Betrieb versucht er demokratisch zu gestalten, indem er unter anderem eine Werkszeitung einführt, um mehr Offenheit gegenüber den Mitarbeitern zu gewährleisten.

Des Weiteren investiert er viel Geld um die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zu verbessern. Sein Traum ist ein dauerhafter Frieden in Europa und eine gemeinsamer europäischer Wirtschaftsraum ohne Zölle. Eine Vision die erst nach seinem Tod Wirklichkeit werden soll.

Bosch unterstützt den Widerstand gegen Hitler und verhilft einigen Juden zur Flucht. Nichtsdestotrotz stellt das Unternehmen Rüstungsgüter für die Nationalsozialisten her und beschäftigt während des Krieges Zwangsarbeiter.

Privatleben

Robert Bosch heiratet am 10. Oktober 1887 Anna Kayser. Sie haben zusammen zwei Töchter und einen Sohn, welcher jedoch 1921 an Multipler Sklerose stirbt.

Nach der Scheidung 1926 heiratet er Margarete Woerz. Aus dieser Ehe gehen zwei weitere Kinder hervor: Robert und Eva. Robert Bosch hat nie einen Arzt besucht, da er von der Homöopathie überzeugt ist. Des Weiteren ist er ein leidenschaftlicher Jäger und Schusswaffensammler.

Alter und Tod

Am 12. März 1942 stirbt Robert Bosch in Stuttgart an einer Ohrenentzündung. In seinem Testament veranlasst Bosch, dass die Erträge des Unternehmens gemeinnützigen Zwecken dienen sollen. Außerdem gab er klare Anweisungen, wie das Unternehmen nach seinem Tod zu führen sei. Seine Nachfolger halten sich bis heute an diese Direktiven.


Die Robert Bosch GmbH nach dem Tod Robert Boschs



Nach dem Krieg wird 1964 die Robert Bosch Stiftung gegründet und das Unternehmen bringt ständig neue Erfindungen und Entwicklungen hervor:

Unter anderem die Lambda-Sonde für den Katalysator in Kraftfahrzeugen, das erste Anti-Blockier-System, das Xenonlicht für PKWs, das Elektronische Stabilitätssystem und das erste digitale Autoradio mit CD-Laufwerk.

Das Unternehmen ist heute ein weltweit agierender Betrieb mit 300.000 Mitarbeitern, dessen Auslandsniederlassungen hohe soziale Standards aufweisen.

Viele andere Betriebe haben Vergleichbares bis heute noch nicht eingeführt. Im Jahre 2005 und 2008 erhält der Betrieb den Deutschen Zukunftspreis.




Rund 3.900 Patente meldet die Robert Bosch GmbH jährlich an. Außerdem engagiert sie sich bei den erneuerbaren Energien. Die Entwicklung von Waffentechnik wurde aufgegeben.

Weitere Informationen bekommst du im WAS IST WAS Band 53: Das Auto.

Text: RR, Stand: 19. 9. 2011, Fotos und Bilder: Bosch 1888 (PD), Grab (Xocolatl, PD), Firmenzentrale (Christian Giersing , PD)

Die Skizze Magnetzündung stammt aus dem Lexikon der gesamten Technik (1904) von Otto Lueger. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein.

Reklameposter der Robert Bosch GmbH von 1910, mit Camille Jenatzy (1868 - 1913), ein bekannter belgischer Rennfahrer und Automobilkonstrukreur, der als erster mit einem Eigenbau einen Geschwindigkeitsrekord von über 100 km/h aufstellte. Sein Spitzname war wegen seines roten Bartes und seines verwegenen Fahrstils "roter Teufel" (PD).

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