Pionier der Leuchtdioden-Technik

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Pionier der Leuchtdioden-Technik

Der mit einer Million Euro höchstdotierte Technologiepreis der Welt, der Millenium Technology Prize, geht in diesem Jahr an den japanischen Materialforscher Shuji Nakamura. Unter anderem gelang ihm die Herstellung blauer Leuchtdioden.

Der "Millenium Technology Prize"wird erst zum zweiten Mal vergeben. Gemeinsam mit der finnischen Industrie zeichnet die finnische Regierung "technische Innovationen aus, die die Lebensbedingungen des Menschen und die nachhaltige Entwicklung weltweit fördern". Erster Preisträger war vor zwei Jahren der Erfinder des "World Wide Web", Tim Berners-Lee, gewesen.

Anläßlich eines Treffens der europäischen Minister wird Shuji Nakamura der Preis heute in der finnischen Hauptstadt ausgehändigt.

Nakamura wurde am 22. Mai 1954 in Japan geboren. Nach dem Studium arbeitete er für die Firma Nichia und wurde dort 1993 Leiter der Forschungsabteilung. Er gilt als einer der Pioniere der Leuchtdioden-Technik, seitdem es ihm als erstem gelang, mit neuartig hergestellten Halbleitern aus Galliumnitrid blaue Leuchtdioden herzustellen. Später entwickelte der Ingenieur das Verfahren weiter, es entstanden lichtstarke grüne und weiße Leuchtdioden sowie blaue Laserquellen.

Nachdem Nakamura im Jahr 2000 Japan verlassen hatte, wurde er Professor an der University of California in Santa Barbara.

Das Licht der Zukunft: Die Leuchtdiode:

Die Leuchtdiode wurde schon 1962 von Nick Holonyak erfunden. Die gebräuchliche Abkürzung LED steht für Light Emitting Diode bzw. lichtemittierende Diode. Eigentlich ist sie nur ein Baustein, ein elektronisches Halbleiter-Bauelement. Wenn durch die Diode in einer Richtung Strom fließt strahlt sie Licht ab.

Mehrfarbige Leuchtdioden bestehen aus mehreren (2 oder 3) Dioden in einem Gehäuse. Bei der Ausführung mit 2 Anschlüssen sind 2 LED in Gegenrichtung parallel geschaltet. Je nach Polarität leuchtet die eine oder andere Diode. Eine Wechselspannung regt beide Dioden an und erzeugt eine Überlagerungsfarbe.

Anders als Glühlampen strahlen Leuchtdioden keine Temperatur ab.

Sie emittieren Licht in einem begrenzten Spektralbereich, das Licht ist nahezu monochrom, also einfarbig. Die Leuchtdiode lebt länger als die Glühbirne.Sie wird nach und nach schwächer, fällt aber nicht plötzlich aus wie herkömmliche Glühlampen, deren Glühfaden durchgebrannt ist. Leuchtdioden sind unempfindlich gegen Erschütterungen. Sie haben keinen Hohlkörper, der implodieren kann.



Mehr Speicherplatz auf DVDs

Weil die neuen, extrem effizienten und langlebigen Lichtquellen nurmehr ein Zehntel der Energie herkömmlicher Glühlampen und auch sehr viel weniger Strom als Leuchtstoffröhren verbrauchen, werden sie inzwischen auf vielen Gebieten genutzt, und keineswegs nur in LED-Leuchtdioden-Bildschirmen. Für die Trinkwasseraufbereitung etwa nutzt man Galliumnitrid-Leuchtdioden, die keimtötendes ultraviolettes Licht abstrahlen, und in der neuen Generation der High-Definition-DVDs ersetzen die blauen Laser die herkömmlichen, mit Infrarotlasern beschriebenen Speicherplatten. Auf diese Weise können auf den Scheiben annähernd fünfmal so viele Daten gespeichert werden wie bisher.

Nakamura wurde von einer achtköpfigen international besetzten Jury unter 109 Vorschlägen aus 32 Ländern ausgewählt.

Text: RR, Bilder: Wikipedia GNU/CC (Blaue LED: Christian Pelant)


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