Fotofalle und Plätzchenplotter - Schülererfindungen auf der IENA 2008

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Fotofalle und Plätzchenplotter - Schülererfindungen auf der IENA 2008

In den Jahren1983/1984 wurde am Maristengymnasium Fürstenzell die Basis für den heute weltweit etablierten Bereich der Schüler- und Jugenderfindungen geschaffen. Die jungen Tüftler leisten viel Pionierarbeit für die Akzeptanz der Erfinderei" und begeistern auch ihr Umfeld für neue Techniken.

Das als Erfinderschule bekannte Maristengymnasium führte 1983, als erste Schule weltweit, das Wahlfach Erfinden ein. Den Schülern werden in Fürstenzell neben technischen und praktischen Kenntnissen auch die Fähigkeit vermittelt, Probleme zu erkennen und richtig einzuschätzen, durch gezieltes Querdenken neue Ansätze für Lösungsmöglichkeiten zu finden und diese durch Ausarbeitung im Teamwork zu perfektionieren. Auch können die Schüler das Erwirken von Schutzrechten üben ohne dabei ein wirtschaftliches Risiko einzugehen. Weitere Schwerpunkte sind die überzeugende Präsentationen von Neuheiten und der Umgang mit den Medien.

Hightech für den Backofen - der Plätzchenplotter

Die Zwillinge, Dominik und Philipp Danner, verwandelten den Stand des Maristengymnasiums kurzerhand in eine Plätzchenbackstube. Während ein PC-gesteuerter Plotter die Plätzchen aus dem Teig ausstach, wurden für die Besucher laufend Teiglinge gebacken. Durch dieses Verfahren werden alle denkbaren Plätzchenformen möglich, ohne dazu vorgefertigte Ausstechformen benutzen zu müssen. Auf dem Foto ganz oben siehst du das gebackene Logo der Erfindermesse IENA. Daneben zeigten die beiden als weitere Erfindung, für eine besondere Gaudi in der Winterzeit, eine Schneeballkanone.

Fotografierschutz gegen ungebetene Knipser

Eine von vielen Hausfrauen ersehnte Erfindung präsentiert Titus Meier-Kraut. Der Schüler stellt eine Hilfe vor, für das bequeme Beziehen von den heute immer schwerer und unhandlicher werdenden Matratzen. Nicht jeder auf der Messe war von der Erfindung des 14jährigen Max Herrmann begeistert, denn er hat einen Fotografierschutz für Ausstellungsexponate entwickelt. Wie die meisten Erfinder auf der IENA hatte auch er sich bei der Messe im letzten Jahr sehr darüber geärgert, dass trotz absoluten Fotografierverbots, eine bestimmte Sorte von Leuten, systematisch alles bis ins letzte Detail ablichtete, was ihnen vor die Linse kam. Als zweite im wahrsten Sinne des Wortes bodenständige Erfindung zeigte er noch ein Ansä-Gerät. Das ist eine Gartenkralle zum Auflockern des Bodens, mit welcher gleichzeitig der Pflanzensamen in den Boden eingebracht wird.

Energiesparlampen und ein Tauchboot

Benjamin Pilstl und Julian Huber haben ein akustisch-optisches Meldesystem für verlegte Fernbedienungen entwickelt. Philipp Kümmelschuh ertüftelte einen Campingkocher mit variablen Füßen, welche auch auf steilen und zerklüfteten Untergründen einen sicheren waagerechten Stand gewährleisten. Karl von Moreau präsentiert LED-Leuchtmittel als Ersatz für klare Glühbirnen in Kronleuchtern, Strassleuchten und Laternen, in welchen herkömmliche weiße Energiesparlampen meistens geschmacklos wirken. Neben dieser eher nüchternen Arbeit zeigt der Schüler auch seine außerordentliche Kreativität mit dem Modell eines Amphibien-Tauchbootes. Dieses Zukunftsgefährt kann über Land fahren, schwimmen und tauchen. Bisher gibt es das Wundergefährt allerdings nur als Modell, wie auf dem Foto zu sehen.

Schuhe zum Tauchen und Gehen

Julian Danner und Andreas Stockinger erfanden als Alternative zum Würfelbecher die Würfelbox. Mit dieser lässt sich nicht nur dort würfeln, wo kein oder nur wenig Platz für das Ausrollen der Würfel zur Verfügung seht, es kann damit auch kaum geschummelt werden. Als weitere Erfindung präsentierten die beiden sogenannte Flossen-Schuhe. Dabei handelt es sich um Schwimmflossen, bei denen die Schwimmhäute zum Gehen weggeklappt werden können.

Azubi forscht bei Pfleiderer

Seit 1995 fördert die Pfleiderer AG als Patenunternehmen den Regionalwettbewerb Oberpfalz von Jugend forscht / Schüler experimentieren und hatte ein Jahr später die Initiative ins Leben gerufen. 2008 sorgten die Jungs für Aufsehen aufgrund ihrer praktischen Erfindung, aber nicht zuletzt auch durch ihre fesche Tracht: In Lederhosen nahmen Dominik Rupp und Bernhard Strobl die Glückwünsche als Bundessieger des Wettbewerbs Jugend forscht in Bremerhaven entgegen. Die Idee zu einem Werkzeug, das ein krummes Anschneiden von Außengewinden verhindert, haben die Oberpfälzer während ihrer Ausbildung bei der Neumarkter Pfleiderer AG entwickelt.

Auf der IENA präsentierten sich zwei Teams, die zusammen mit den Bundessiegern am diesjährigen Wettbewerb teilgenommen haben und den Regionalentscheid Jugend forscht in der Oberpfalz für sich entscheiden konnten. Eines zeigte die Erfindung Save-Live-System. Tobias Weidner und Manuel Vögerl, haben diese Vorrichtung für Autos entwickelt. Durch die Konstruktion können sich Personen nach einem Verkehrsunfall mit einem Schnitt vom Sicherheitsgurt befreien, falls dieser klemmt. In ihrer Freizeit engagieren sich die Jugendlichen bei der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. Dort entstand während einer Übung auch die Idee.




Hier kommst du auf die Internetseite des Maristengymnasiums Fürstenzell.



Die Kontaktadresse der Schule:

Maristengymnasium, Projekt jugend creativ

Schulstr. 18, 94081 Fürstenzell, Telefon: 08502/912007, Fax: 08502/912050,

E-Mail: info@mgfuerstenzell.de

Wenn Du wissen willst, was man alles wissen muss, um Sachen erfinden zu können, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS Band 35: Erfindungen

oder in unseren WAS IST WAS-Band 46: Mechanik

 

Text und Fotos: RR, Stand 3. 11. 2008.

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