Farbfernsehen in Deutschland

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Farbfernsehen in Deutschland

Die Älteren haben sich längst daran gewöhnt und ihr kennt es wahrscheinlich gar nicht anders: das Fernsehen bringt uns die Welt bunt in die Stube. Aber es ist noch kein halbes Jahrhundert her, seit in Europa erstmals farbige Bilder ausgestrahlt wurden.

Dieses Bild flimmerte 1967 vor jeder Farbsendung über den Bildschirm

Die erste Sendung in Farbe wurde am 25. August 1967 ausgestrahlt.

Es war am Eröffnungstag der 25. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin. Der damalige deutsche Bundesaußenminister Willy Brandt drückte kurz vor 11.00 Uhr auf einen Knopf - und ab diesem Moment kam das Bild in Farbe in die europäischen Wohnzimmer geflimmert.

Das war der Start für das bundesdeutsche und europäische Farbfernseh-Zeitalter.

Der erste Farbfilm der zu sehen war, war "Cartouche, der Bandit" aus dem Jahr 1961 mit Jean Paul Belmondo und Claudia Cardinale. Am Abend kam die damals sehr beliebte Spielshow "Der Goldene Schuss" mit Vico Torriani als Showmaster.

Die Einführung der Farbe war heiß diskutiert worden, weil sie aus technischen Gründen sehr kostspielig war.

Umstellen auf Farbe

Bereits 1973 war der Schwarzweiß-Anteil im Ersten Programm der ARD auf unter zehn Prozent gesunken. Wesentlich länger dauerte die Umstellung auf der Seite der Zuschauer.

Der Durchbruch der Farbe im Wohnzimmer kam bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974. Immerhin zehn von 100 Haushalten hatten zu diesem Zeitpunkt eine bunte Flimmerkiste in ihrer Wohnung stehen.

Noch zehn Jahre nach Einführung des Farbfernsehens konnte gerade die Hälfte aller Haushalte in Farbe sehen, erst nach 20 Jahren wurde die 90-Prozent-Marke überschritten.

Farben und Farbfernsehen

Um zu verstehen wie Farbfernsehen funktioniert, müssen wir uns damit beschäftigen wie Farben zusammenwirken. Theaterscheinwerfer sind hier ein gutes Beispiel Im Kunstunterricht habt ihr die Grundfarben blau, rot und gelb kennen gelernt. Aus den drei Farben lassen sich alle anderen mischen. Gelb und Blau gibt Grün, und Grün und Rot gibt ein dreckiges Braun.

Beim Mischen von Licht gilt diese Regel nicht. Hier ergeben rot und grün nämlich gelb. Das hat verschiedene Gründe. Es gibt zwei Sätze von Regeln für das Mischen von Farben. Der erste hat mit der Mischung von Licht zu tun, der zweite mehr mit der Mischung von Dingen wie Malfarbe.

Die Mischung von Licht überlagert die beiden Farben, und unser Gehirn sieht das Ergebnis als eine neue Farbe, obwohl die neue Farbe nicht wirklich vorhanden ist.

Ein Bild an sich ist keine Lichtquelle. Die roten, grünen und blauen Anteile des weißen Lichts, die das Bild beleuchtet, werden entweder zurückgeworfen oder verschluckt. Die reflektierten Bestandteile addieren sich dann genau wie die Bühnenscheinwerfer. Eine gelbe Oberfläche absorbiert blaues Licht und reflektiert rotes und grünes.

Wenn ihr Gelb und Blau als Malfarben mischt, dann absorbiert das Gelb den blauen Anteil des Lichts, während das Blau den roten absorbiert, und Grün ist das einzige, was noch übrig bleibt und reflektiert wird. So ungefähr funktioniert das auch mit dem Farbfernsehen.

Farbverschmelzung durch Elektronen

Beim Farbfernsehen gibt es drei Elektronenstrahlen und drei verschiedene Arten von Phosphor. Jeder Elektronenstrahl wird von einer Lochmaske auf einen Phosphorfleck immer derselben Farbe gelenkt. Auf diese Weise erhält man die drei Farben zum Mischen.

Wenn ihr diese verschiedenfarbigen Pünktchen aus der Entfernung betrachtet, dann addieren sie sich genauso wie die Bühnenscheinwerfer und man erhält jede gewünschte Farbe auf dem Bildschirm.

23.08.02 - sw / Bildmaterial: Testbild, Uni Bonn

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