F. Appert: Der Erfinder der Konservendose

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F. Appert: Der Erfinder der Konservendose

Was hat Napoleon Bonaparte mit der Konservierung von Lebensmitteln zu tun ? Eine ganze Menge! Die bessere Verpflegung seiner Truppen zu Kriegszeiten war ihm Anfang des 19. Jahrhunderts eine hohe Geldsumme wert. 12000 Goldfrancs bot der spätere Kaiser und damalige Oberbefehlshaber der französischen Armeen demjenigen, der in der Lage sei, Nahrung dauerhaft haltbar zu machen.

1810 gelang es schließlich einem erfahrenen Koch und Konditor Napoleons Forderung nach unverderblichem Proviant zu erfüllen: François Nicolas Appert, der am 23. Oktober 1752 geboren wurde. Er entwickelte Konservendosen, deren Inhalt nach dem Prinzip der Sterilisierung haltbar gemacht wurde. Die Nahrung wurde auf 100 Grad Celsius erhitzt, luftdicht verschlossen und blieb damit für lange Zeit genießbar. Bakterien und Mikroorganismen, die bei diesem Verfahren abgetötet worden waren, hatten keine Chance mehr.

Proviant für die Truppe

Napoleon zeigte sich von der fortschrittliche Erfindung mehr als angetan. Eine seiner Marineeinheiten hatte die Konserven über Monate erfolgreich getestet. Zwar waren die Gefäße damals noch aus Glas und auf See wegen der Bruchgefahr nur eingeschränkt nutzbar, doch der Zweck der Konservierung wurde erfüllt.

Pionier der Lebensmittelkonservierung

Wie angekündigt zeigte sich der Kaiser großzügig. Er zahlte Appert die angekündigte Belohnung aus und machte den findigen Zuckerbäcker obendrein noch zu seinem Leibkoch. Außerdem bat er seinen Hofbediensteten, seine praktischen Erfahrungen über die Haltbarmachung von Lebensmitteln schriftlich niederzulegen und damit auch anderen zugänglich zu machen. In einem Kochbuch, das bereits 1822 in deutscher Sprache erschien, verriet Appert sein Geheimnis, wie Früchte, Fleisch, Fisch, Gemüse, Heilkräuter, Tee und Kaffee über Jahre frisch und schmackhaft bleiben.

Eine nützliche Erfindung

Für die Hausfrau von damals war die von Appert entwickelte Technik die Erfindung des 19. Jahrhunderts! Endlich konnten Obst und Gemüse eingemacht und auch außerhalb der Saison auf den Tisch gebracht werden. Noch dazu mit Hilfe einer denkbar einfachen Methode, die kostengünstig in der eigenen Küche funktionierte. Dazu nutzten die Frauen die Ernte aus dem eigenen Garten oder kauften frische Waren auf dem Markt, wenn sie am billigsten waren.

Die Anfänge der Nahrungsmittelindustrie

Zum anderen war die Hitzesterilisierung die entscheidende Voraussetzung für die Entstehung der Lebensmittelindustrie, die ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die konservierende Wirkung verschiedener Säuren entdeckte. Schon damals wurden Suppenprodukte, Margarine, Konfitüre, Malzprodukte, Schmelzkäse, Schokolade und Biskuits in konservierter Form angeboten. Die Massenherstellung von künstlich haltbar gemachter Nahrung setzte allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Vielfältige Verfahren

Inzwischen verwendet die Industrie verschiedenste Verfahren zur Lebensmittelkonservierung. Man unterscheidet unter anderem das Haltbarmachen durch Kälte, Hitze, Zucker, Salz, Trocknung, chemische Konservierungsstoffe und Bestrahlung sowie mikrobiologische Verfahren. Privathaushalte sind seit den 50er Jahren ebenfalls bestens ausgerüstet: mit Kühlschränken, etwas später auch mit Gefrierfächern.

Nic 23.10.2002 / Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Firma Bonduelle

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