Die erste Überlandleitung für Strom

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Die erste Überlandleitung für Strom

Elektrizität ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Computer, Handys, Küchengeräte und vieles mehr würde ohne sie nicht funktionieren. Gäbe es sie nicht, wäre unser Leben viel unbequemer. Doch wie kam der elektrische Strom eigentlich in unsere Steckdosen?

Die erste Freileitung der Welt wurde im 18. Jahrhundert von dem englischem Naturwissenschaftler Stephen Gray konstruiert.

Mit seiner Forschung beabsichtigte er zu zeigen, dass man Elektrizität übertragen kann. Dies war jedoch nur ein Versuch, praktische Anwendung fanden die Freilandleitungen zuerst in der Telegrafie, die gerade mehr und mehr an Bedeutung gewann.

 

Ein bayerischer Pionier

Die erste Freilandübertragung wurde 1882 zwischen Miesbach und München durchgeführt. Möglich machten dies Oskar von Miller und Marcel Deprez.

Oskar von Miller hatte 1881 als bayerischer Kommissär an der Weltausstellung in Paris teilgenommen. Besonders die in diesem Rahmen präsentierte Internationale Elektrizitätsausstellung beeindruckte ihn so sehr, dass er die deutsche Elektrizitäts-Ausstellung mindestens genauso bedeutsam gestalten wollte.

Sensationeller Versuch

Aus diesem Grund entschied sich Oskar von Miller dazu, eine Gleichstromfernübertragung von Miesbach nach München anzufertigen. Der Strom für diese 57 Kilometer lange Strecke wurde mit einem 1,5 PS starken Dynamo erzeugt. Dies war damals eine Sensation. Man wusste zwar bereits einiges über Elektrizität, jedoch ließ sich der erzeugte Strom nur schwer über längere Strecken transportieren.

Der Springbrunnen versiegt

Der Strom der Telegrafenleitung zwischen München und Miesbach wurde mit einer Spannung von 2 Kilovolt eingespeist. Dem mit der Energie aus der Leitung angetriebenen Springbrunnen ging jedoch nach einigen Tagen der Strom aus, da die Telegrafenleitung nicht für eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung geeignet war.

Energie aus der Ferne

Für die internationale Elektrizitätsausstellung in Frankfurt am Main wurde 1891 die 176 Kilometer lange Drehstromübertragung Lauffen-Frankfurt gebaut. Über diese Überlandleitung verlief die erste erfolgreiche Starkstromübertragung.

Durch diesen Erfolg wurde der Weg für die Massenerzeugung von Strom mithilfe von Großkraftwerken eingeleitet.

Heute gibt es in Deutschland ein Stromnetz welches viermal so groß ist wie die Distanz zwischen Erde und Mond. Eingespeist wird der deutsche Strom von vier großen Energielieferanten.


Keine optimale Energiequelle


Obwohl unser Leben heute ohne Strom nicht mehr vorstellbar ist, bringt unser Bedarf nach elektrischer Energie Probleme mit sich.

Keiner der unterschiedlichen Kraftwerkstypen ist wirklich optimal:

Kohlekraftwerke sind zwar zuverlässig, verschmutzen jedoch unsere Umwelt. Genauso ist es bei Atomkraftwerken. Diese liefern enorm viel Energie, jedoch ist das zur Energieerzeugung notwendige Material ebenfalls sehr umweltschädlich.

Erneuerbare Energien

Die so genannten erneuerbaren Energien, also Stromerzeugung durch Wasser, Wind, Sonne, Erdwärme und durch die Gezeiten, sind zwar vielversprechend, liefern jedoch noch nicht genug Strom, um ganz Deutschland zu versorgen.

Außerdem kann es passieren, dass sie zeitweilig keinen Strom liefern können. Zum Beispiel wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint. Forscher haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht die Möglichkeiten erneuerbarer Energien weiter zu verbessern.


Neue Stromnetze


Ein weiteres Problem unserer Energieversorgung ist das veraltete Stromnetz. Früher war die Stromversorgung eine Einbahnstraße vom Kraftwerk zum Verbraucher.

Heute, da theoretisch auf jedem Hausdach eine Solaranlage angebracht sein könnte, muss daraus eine "Landstraße" in beiden Richtungen werden. Deswegen müssen neue Stromleitungen gebaut werden, was wiederum die Natur verschandelt und deshalb Bürgerproteste hervorruft.

Die Forschung geht weiter

Aufgrund des elektrischen Widerstandes geht beim Stromtransport über große Distanzen sehr viel Energie verloren, weshalb die Kraftwerke mehr Strom produzieren müssen, als eigentlich nötig wäre. Supraleiter könnten dieses Problem in Zukunft beheben. Was das ist, erfährst du in einem anderen Artikel, der unten verlinkt ist.



Wenn dich Energieversorgung interessiert. dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 3: Energie oder WAS IST WAS-Band 24: Elektrizität.

Text: RR, Stand: 22. 8. 2011, Bilder: Wikipedia

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