Der Brandtaucher das erste deutsche U-Boot

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Der Brandtaucher das erste deutsche U-Boot

Das deutsche Zeitalter der Unterwasserschiffe begann im Jahr 1850. Ein Ingenieur aus dem Binnenland Bayern konstruierte mit dem Brandtaucher das erste deutsche U-Boot.

Unsichtbar in verborgene Winkel der Meere vorzustoßen davon träumten Menschen schon lange.

Bereits 1620 versuchte der dänische Arzt Cornelius van Drebbel ein U-Boot zu bauen. Dazu dachte er sich ein Luftsystem aus, dass es einem Menschen ermöglichte, für längere Zeit unter Wasser zu bleiben.

Das erste einsatzfähige Unterseeboot, die Turtle (Schildkröte) wurde von David Bushnell 1776 entworfen. Es kam während des Unabhängigkeitskrieges am 6. 9. 1776 zum Einsatz. Beim Versuch, die HMS Eagle zu versenken versank das Boot.

Erst 25 Jahre später, 1801 baute der Amerikaner R. Fulton ein U-Boot, die Nautilus. Da das Interesse damals zu gering war, konstruierte Fulton fortan wieder Dampfschiffe.

1849 legte der am 23. Dezember 1822 in Dillingen an der Donau geborene bayrische Unteroffizier Wilhelm Bauer seinen Vorgesetzten Pläne zum Bau eines Unterwasserschiffes vor und diese waren davon begeistert. Die Idee zum Bau des Tauchbootes fiel in die Zeit, als die Herzogtümer sich gegen Dänemark auflehnten und um ihre Eigenständigkeit kämpften. Das Boot wurde bei der Kieler Maschinenfabrik und Eisengießerei Schwefel & Howaldt in Auftrag gegeben und konnte am 18. Dezember 1850 im Hafenbecken zu Wasser gelassen werden. nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, wo heute auf dem anderen Fördeufer bei den Howaldtswerken - Deutsche Werft AG (HDW) eine der modernsten U-Bootklassen der Welt gebaut wird.

Das knapp 10 Meter lange Gerät ging zugleich auch als erster eiserner Schiffsneubau in die Kieler Werftgeschichte ein. Der "Brandtaucher" wurde zum Urahn der modernen U-Boottechnik

Am 1. Februar 1851 unternahm Bauer mit zwei Freiwilligen den ersten Tauchversuch. Um tauchen zu können, wurde das Wasser direkt in den Innenraum eingelassen. Tauchzellen oder Ballasttanks gab es noch nicht.

Allerdings war das Tauchboot bald nicht mehr zu halten. Es versank auf ca. 13 Meter Tiefe. Durch den hohen Druck verformte sich die 6 mm starke Außenwand. Das Boot lag nahezu waagrecht auf dem Grund im Hafenbecken von Kiel. Die drei Männer mussten sechs Stunden warten, bis über die Risse im Boot soviel Wasser eingedrungen war, dass ein Druckausgleich erreicht wurde. Beim Öffnen der Luke wurde der U-Boot-Fahrer von der Luftblase bis an die Oberfläche mitgerissen. Bauer musste den halb erfrorenen zweiten Freiwilligen mit nach oben ziehen. Somit gehörte zur Tauchfahrt des Brandtauchers auch die erste überlieferte Rettung aus einem gesunkenen Boot.

Die Bergung des ersten deutschen U-Bootes erwies sich als schwierig. Erst bei Baggerarbeiten für den neuen Torpedobootshafen wurde das U-Boot im Sommer 1887 wieder an die Wasseroberfläche geholt.

Als Leihgabe des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden kehrte das Boot im Jahr 2001 nun wieder für gut zwei Jahre nach Kiel zurück. Im Schifffahrtsmuseum wird der "Brandtaucher" in einer Blackbox als fiktives Unterwasserszenario präsentiert. Die weitere Ausstellung zeigt Bilder, Dokumente und Modelle von und über Bauer, aus seiner Zeit und nachfolgenden Epochen der U-Boot-Geschichte.

-rr- 8. 2. 2002 Grafik: PBS

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