Aus eins mach viel ...

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Aus eins mach viel ...

Schreiben von Hand ist mühsam, Abschreiben mühsam und langweilig. Mit Durchschreibpapier kann man schon beim Schreiben eine Kopie erzeugen. Vor 200 Jahren wurde das Patent dafür erteilt. Wir erzählen euch mehr über die Versuche, Bilder und Texte zu kopieren ...

Am 7. Oktober 1806 erhielt der Engländer Ralph Wedgwood ein Patent auf einen Apparat zur Verdoppelung von Schriftstücken. Gemeint war ein Patent auf das Durchschreibpapier. Heute ist es nur noch selten in Gebrauch, vor allem in Quittungsblöcken. Aber zu einer Zeit, als alles von Hand geschrieben wurde und es noch keine Kopiergeräte gab, war das Durchschreib- oder Pauspapier eine große Hilfe.



Zu Zeiten Wedgwoods benutzte man tatsächlich Papier, dessen eine Seite durch Kohlestaub geschwärzt war. Man legte dieses Papier zwischen zwei andere Papiere. Schrieb man nun auf das oberste, so drückte sich das Geschriebene durch das Kohlepapier und war auch auf dem zweiten Blatt zu lesen, wenn auch schwächer.

Kopie dank Chemie

Heute sind Durchschreibpapiere High-Tech und kommen ohne Kohle aus. Sie haben auch keine schwarze Rückseite, sondern bestehen aus dem Papier selbst, einer säurehaltigen Schicht sowie einer weiteren Schicht mit kleinen Kapseln. Dies Kapseln sind sehr winzig (10 Mikrometer für die Spezialisten), dünner als ein Haar, und enthalten eine Chemikalie. Übt man nun mit dem Stift Druck auf das Papier aus, platzen die Kugeln, verbinden sich mit der Säure und ergeben einen blauen Farbton.

Ralph Wedgwood war übrigens nicht der ursprüngliche Erfinder, aber er erhielt als erster ein Patent auf die Herstellung. Auch andere machten sich Gedanken über die Vervielfältigung von Schriftstücken.

Die Wattsche Presse

James Watt ließ sich 1780 die Wattsche Presse patentieren. Dabei wurde das zu kopierende Schriftstück auf ein Blatt Wachspapier gelegt und mit Seidenpapier bedeckt. Das Seidenpapier wurde befeuchtet und ein abschließendes Blatt Wachspapier aufgelegt. Mit hohem Druck löste die Feuchtigkeit die Tinte des Originals an und übertrug sich auf das Seidenpapier. Der Vorgang war also rein mechanisch.

Die Blaupause

Erst später kam Chemie ins Spiel: 1842 entdeckte der Astronom John Herschel die Cyanotypie. Diese Technik prägt auch den Begriff Blaupause, weil ihre Ergebnisse immer den Farbton Preußisch Blau haben. Dabei verwendet man eine Lösung zweier Chemikalien. Man muss im Dunkeln oder in schwachem, künstlichem Licht arbeiten, denn die Stoffe sind empfindlich für UV-Licht der Sonne oder von Halogenlampen.

Mit der Lösung wird ein Blatt Papier eingestrichen und darauf ein Negativ des zu kopierenden Bildes oder Textes gelegt. Nun lässt man die Sonne darauf scheinen und nach etwa 20 Minuten können die Blätter getrennt werden. Nun spült man so lange das belichtete Papier, bis das Ergebnis in Blau zu erkennen ist. Am Ende des Artikels findest du einen Link zu einer Anleitung dazu.

Es gibt noch andere chemische Kopierverfahren, die sich in den verwendeten Chemikalien und in Farbton und Haltbarkeit des Ergebnisses unterscheiden. In diese Kategorie gehören zum Beispiel die Argyrotypie oder die Daguerrotypie.

Ein anderer Begriff für Kopieren mit Hilfe eines modernen Kopiergeräts ist auch Xerographie. Das ist griechisch und bedeutet trockenes Schreiben. Der Erfinder der Kopiertechnik gründete später die Firma Xerox.

Übrigens: Von dem englischen Ausdruck für Kohlepapier, Carbon Copy, kommt die heute auch im E-Mail-Verkehr übliche Abkürzung CC.

Hier erfahrt ihr, wie ein Kopiergerät im Prinzip funktioniert.

Hier findet ihr eine Anleitung, um selbst Cyanotypien herzustellen. Ihr braucht auf jeden Fall die Hilfe eurer Eltern!

Text: -jj- 4.10.2006 // Bild: Kohlepapier: Pavel Krok/CC2-5; Kopiergerät: T.B./GFDL;Cyanotypie: Falconberg/GFDL

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