1929 - Synthetischer Kautschuk

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1929 - Synthetischer Kautschuk

Am 21. Juni 1929 erhielt die damalige IG Farben ein Patent auf künstlichen Kautschuk. Wenige Jahre später stellte sie die ersten Autoreifen aus dem "Buna" genannten industriell produzierten Kautschuk vor. Diese chemische Glanzleistung gehörte zu den kriegsvorbereitenden Maßnahmen Hitlers. Denn 1936 waren die Fabriken in Deutschland noch vom 1. Weltkrieg beschädigt und die Wirtschaft noch geschwächt. Um im geplanten kommenden Krieg nicht durch Blockaden von wichtigen Gütern abgeschnitten zu werden, setzte Hitler alles daran, möglichst viele Ersatzstoffe herzustellen. Dazu gehörte der synthetische Kautschuk.

Der künstliche Kautschuk wurde 1927 von Walter Bock, einem Chemiker aus Leverkusen, hergestellt. Anstatt künstlich sagt man auch synthetisch. Das kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie "zusammengefügt", oder sinngemäß "menschengemacht".

Die zur Herstellung benötigten Stoffe waren sämtlich in Deutschland verfügbar. Das war politisch damals sehr wichtig, denn so war Deutschland unabhängig von Rohstoffimporten aus dem Ausland.

Tränen der Bäume

Kautschuk ist ein indianischer Begriff und heißt so viel wie "Baumträne". Echter Kautschuk wird aus den in den Tropen wachsenden Kautschukbäumen gewonnen. Ihre Rinde wird alle paar Tage angeritzt und der sich bildende Saft gesammelt. Dieser Saft heißt Latex. Daraus kann man alles mögliche herstellen: Dichtungsringe, Reifen, Handschuhe ... Alles Dinge, die in einem Krieg wichtig sind.

Doch zu deren Herstellung war man auf den Import von Latex aus den Tropen und aus Kolonien anderer Staaten angewiesen. Diese Länder hätten einfach den Export nach Deutschland unterbrechen können. Deshalb war es für Hitler so wichtig, Kautschuk selbst künstlich herstellen zu können. Er wollte das rohstoffarme Deutschland vom Ausland unabhängig machen.

IG Farben

Hersteller des neuen, künstlichen Kautschuks war die IG Farben. Die IG Farben war ein 1920 entstandener Zusammenschluss von Chemiefirmen. Gemeinsam konnten sie ihre Interessen bei Politikern besser vertreten und erzielten höhere Profite.

Die Aufgabe der Herstellung des künstlichen Kautschuks übernahmen die Chemiker der IG Farben. Ihnen gelang neben der Herstellung künstlichen Kautschuks auch die Herstellung von Benzin aus Kohle und die Produktion von Sprengstoffen.

Buna und Leuna

Der synthetische Kautschuk erhielt die Bezeichnung Buna. Der Name kommt von den Anfangsbuchstaben der verwendeten Chemikalien Butadien und Natrium.

Zur Produktion des neuen Kautschukersatzes wurde 1935 ein Werk in Schkopau errichtet. Das ist ein Ort zwischen Merseburg und Halle-Saale. Nach dem Krieg betrieb die DDR die Werke weiter und produzierte in den Buna-Werken synthetischen Kautschuk. Allerdings wurde dabei die Umwelt stark verschmutzt. Nach der Wende wurde das Werk an ein amerikanisches Chemieunternehmen verkauft.


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