15. März 1993 der erste Öko- Kühlschrank geht in Serie

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15. März 1993 der erste Öko- Kühlschrank geht in Serie

Der weltweit erste Kühlschrank, der ohne umweltschädliche Fluorchlorkohlenwasserstoffe - kurz FCKW auskam, wurde von der sächsischen Firma Foron produziert. Im März 1993 ging er in Serie. Aber was bewirken FCKW und warum sind sie schädlich?

Die Ozonschicht ist der natürliche Schutzmantel unserer Erde. Ohne ihn gäbe es hier sicherlich kein Leben. Er befindet sich in luftiger Höhe von 55 Kilometern in der so genannten Stratosphäre. Wird die Ozonschicht zerstört, sind wir den UV-Strahlen der Sonne ausgeliefert. Und wie gefährlich diese Strahlen sind, weiß jeder, der sich schon einmal einen Sonnenbrand zugezogen hat. Über dem Südpol reißt jedes Jahr ein riesiges Ozonloch auf, das rund doppelt so groß ist wie der Kontinent Europa. Auch auf der Nordhalbkugel treten inzwischen periodisch Ozonlöcher auf.

Wie entstehen Ozonlöcher?

Die Ozonschicht wird durch chemische und physikalische Einwirkungen beeinflusst. Verursacht werden diese Veränderungen sowohl durch natürliche wie auch durch Menschen hervorgerufene Prozesse, zum Beispiel durch Abgase. Meteorologen wiesen in den 80er Jahren nach, dass die Abnahme der Ozonschicht mit dem Anstieg der Fluorchlorkohlenwasserstoffe in einem direktem Zusammenhang steht. Gelangen diese Stoffe in die Stratosphäre, so bauen sie dort durch chemische Reaktionen die Ozonschicht ab. Und genau diese FCKWs wurden damals in großen Mengen produziert und als Treibmittel für Sprühdosen oder als Kühlmittel, zum Beispiel für Kühlschränke, eingesetzt.

Gibt es Alternativen?

Die Kritik an FCKWs wurde in der Bevölkerung immer lauter. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte den FCKW freien Kühlschrank. Die Hersteller winkten zunächst ab. Die Gründe: nicht brauchbar, zu teuer, nicht nötig. Doch Greenpeace fand Gehör bei dem Unternehmen Foron aus Sachsen. Das bewies: Es geht auch ohne Fluorchlorkohlenwasserstoffe. Kohlenwasserstoffe ohne Chlor, wie Propan und Isobutan, stellen eine die Umwelt nicht belastende Alternative dar. Diese chlorfreien Kohlenwasserstoffe werden in der Stratosphäre relativ schnell abgebaut, ohne die Ozonschicht zu schädigen. Sie können als Naturflüssiggase bezeichnet werden und sind auf Grund ihrer physikalischen Eigenschaften auch als Kühlmittel verwendbar.

Deutscher Umweltpreis

Die Produktion der weltweit ersten FCKW- freien Kühlschränke begann im März 1993. Die erfolgreiche Markteinführung bewies zudem, dass gerade auch kleine Unternehmen, wie Foron, mit umwelttechnischen Wissen positive Akzente auf dem Markt setzen kann. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum der sächsischen Firma im gleichen Jahr der Deutsche Umweltpreis verliehen wurde. Er ist der höchstdotierte Umweltpreis Europas und wird nur für besondere Leistungen vergeben. Entscheidend hierfür ist der vorbildliche Schutz und Erhalt unserer Umwelt oder die für die Zukunft deutlich sinkenden Umweltbelastungen.

15.03.2003 GH Text/Bild: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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