105 Jahre Luft im Reifen: Das Michelin-Männchen

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105 Jahre Luft im Reifen: Das Michelin-Männchen

Vor 105 Jahren gab es beim Automobilbau einen entscheidenden Entwicklungsschritt: der Wechsel vom Hartgummireifen zum Luftreifen. Das war auch die Geburtstunde des Michelin-Männchens.


Die Idee zu der Figur entstand bei einem Besuch der Brüder Michelin auf der Weltausstellung 1894 in Lyon. Dort fiel Edouard Michelin ein Stapel unterschiedlicher Reifen auf, der einem Männchen ohne Arme und Beine ähnelte. Eine Idee war geboren. Drei jahre später war es dann soweit.

Maskottchen Bibendum

Der Zeichner O´Galop fertigte nach André Michelins Vorgaben ein Plakat an, auf dem ein imposanter Reifenmann einen mit Glasscheiben und Nägeln gefüllten Pokal mit dem Trinkspruch hochhebt: "Nunc est bibendum" (ungefähr: " Zum Wohl! Der Michelin-Reifen verschluckt die Hindernisse").

Bibendum und der Zeitgeist

Wie die zu dieser Zeit noch seltenen Automobilbesitzer trägt das "Michelin-Männchen" stolz die Zeichen des Wohlstandes wie Siegelring, Zigarre und einen wohlgenährten Bauch zur Schau. Der technische Fortschritt, den die Reifen in den zwanziger Jahren erlebten, veränderte auch die Silhouette des Michelin-Männchens Bibendum, kurz Bib genannt. Durch seine laufende Veränderung gelang es dem Gürtelmännchen immer aktuell zu bleiben.

Täglicher Begleiter

Bald konnte man das niedliche Männchen überall bewundern. Es eröffnete Filialen, Niederlassungen und neue Werke in ganz Europa und ließ sich auf allen Autosalons sehen. . Immer häufiger fand sich sein Konterfei auf Gegenständen des täglichen Gebrauchs und geradezu selbstverständlich begleitete er die Tour de France.

Comeback in den 60ern

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg führten neue Entwicklungen in der Reifenherstellung dazu, dass es ruhig wurde um Bibendum. Das änderte sich erst Ende der sechziger Jahre, als ein französischer TV-Reporter die Apollo-11-Astronauten auf dem Mond spontan mit Bibendum verglich.

Der neue Bib

In den siebziger Jahren wurde das Michelin-Männchen in die Kur geschickt: Heraus kam ein neuer Bib. Er war jetzt etwas schlanker, hatte weichere Konturen, die ein heiteres Gemüt verströmten. Aber schon 1985 wandelte sich die Gestalt ein weiteres Mal: Eine Werbeagentur wurde engagiert, um Bibendum im neuen Gewand erscheinen zu lassen. Das Ergebnis könnt ihr noch heute sehen.

27.9.02/sw Fotos: Webmichelin und Emailschilder.com

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