Was passiert mit Elektroschrott?

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Was passiert mit Elektroschrott?

Weltweit landen jede Stunde laut der Umweltorganisation Greenpeace 4.000 Tonnen Elektrogeräte, wie Handys oder Computer, auf dem Müll. Das entspricht dem Gewicht von 1.000 Elefanten! Doch was passiert eigentlich mit diesen gewaltigen Mengen giftigen Elektroschrotts?




Die umweltfreundlichste Möglichkeit, mit Elektroschrott umzugehen, ist es, die Geräte zu reparieren und wieder zu verkaufen oder zu verschenken. Es scheitert aber häufig daran, dass Reparaturen zu teuer sind oder keiner mehr die veraltete Technik haben will. Eine andere Möglichkeit ist, die Geräte zu zerlegen, um einzelne Materialien wiederzuverwerten.



Foto: Schrottreife Computer

Elektrogeräte enthalten viele wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und andere seltene Metalle. Diese werden häufig in Ländern mit sehr niedrigen Löhnen abgebaut. Die Minenarbeiter teilweise Kinder leiden unter schlechten Bedingungen und die Umwelt wird stark belastet. Deshalb ist Recycling eine sinnvolle Sache. 

Recycling: Teuer, aber zukunftsweisend

Doch die Wiedergewinnung von Metallen aus Elektroschrott ist nur in komplizierten und teuren Verfahren möglich und lohnt sich deshalb bisher kaum.

Da Rohstoffe immer teurer werden, fordern aber zunehmend nicht nur Umweltschützer, sondern auch Wirtschaftsexperten, das Recycling auszubauen. Einige Stoffe lassen sich allerdings nicht wiederverwerten. Sie landen als giftiger Sondermüll auf speziellen Deponien.

Foto: Goldsucher - hier in Tansania - arbeiten oft unter schlechten Bedingungen. Auch die Umwelt wird stark belastet.



Wie viel Elektroschrott wird bisher recycelt?



Um die Wiederverwertung vorantreiben, hat die Europäische Union den Umgang mit Elektroschrott 2005 neu geregelt. So gibt es zum Beispiel kostenlose Sammelstellen und eine Recycling-Quote, die jedes Land erfüllen soll. Sie liegt im Moment bei vier Kilogramm pro Person und Jahr.

Da jährlich aber weit mehr als doppelt so viele neue Geräte gekauft werden, soll sie in den nächsten Jahren ansteigen. Außerdem müssen Hersteller von Elektrogeräten diese zurücknehmen und fachgerecht entsorgen oder am besten recyclen.

Trotzdem wird bisher nur ein minimaler Teil der alten Elektrogeräte wiederverwertet. Denn viele Leute geben ihre Handys oder Computer nicht ab, sondern lagern sie in Schubladen und Kellern. Oder sie werfen den giftigen Schrott einfach auf den Restmüll!

Illegaler Elektroschrott in Entwicklungsländern

Doch es gibt ein noch größeres Problem. Weil Recycling in Europa so teuer ist, schaffen viele Unternehmen ihren Elektroschrott illegal nach Afrika oder Asien. Dort lagert er dann auf riesigen Müllhalden und die enthaltenen Schadstoffe gelangen in die Umwelt.

Foto: Mülldeponie in Ghana




Schlimme Arbeitsbedingungen



Oft wird er aber auch in Entwicklungsländern unter schlimmen Umständen wiederaufbereitet: Arbeiter zerkleinern den Schrott auf offener Straße oder in Hinterhöfen. Den Kunststoff verbrennen sie meist, um an die seltenen Metalle zu gelangen. Dabei tragen sie keinerlei Schutzausrüstung und atmen die giftigen Dämpfe ein.

Außerdem verwenden sie Wasser, um bestimmte Stoffe herauszulösen. Dieses gelangt dann verschmutzt und mit Schadstoffen belastet in Flüsse und Seen. Häufig sind sogar Kinder damit beschäftigt, die Müllhalden nach verwertbaren Teilen zu durchsuchen und den Elektroschrott zu zerkleinern oder zu verbrennen.

Warum gibt es immer mehr Elektroschrott?

Die Probleme, die weggeworfene Elektrogeräte verursachen, werden in den nächsten Jahren vermutlich noch zunehmen. In Europa wächst die Menge an Elektroschrott fast dreimal schneller als anderer Müll.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Noch als unsere Großeltern Kinder waren, konnte sich kaum eine Familie eine Waschmaschine leisten und moderne Computer existierten gar nicht. Heute gehört dagegen beides zur Standardausrüstung jeden Haushalts.

Im Laufe der Zeit erfand man immer neue Elektrogeräte und deren Produktion wurde zunehmend billiger. Und je mehr Geräte verkauft werden, desto mehr landen später natürlich auch auf dem Müll. Oft noch bevor Handys, Fernseher oder Kameras überhaupt kaputt sind.

Keiner will veraltete Technik

 

Das Hauptproblem: Durch die rasante technische Entwicklung gelten Elektrogeräte heute schon nach wenigen Jahren als veraltet und werden schnell durch neue ersetzt manchmal auch, wenn sie nur schöner aussehen als die alten. Hinzu kommt, dass Reparaturen häufig so teuer sind, dass es sich mehr lohnt, gleich ein neues Gerät zu kaufen.

 

Wann ist ein Gerät wirklich schrottreif?

Aber dabei sollte man nicht vergessen, welche Auswirkungen Elektroschrott auf unsere Umwelt und die Menschen in Entwicklungsländern hat. Daher lohnt es sich noch mehr, ab und zu darüber nachzudenken, ob man ein altes Gerät nicht doch eine Weile weiternutzen kann. Und wenn es dann tatsächlich schrottreif ist, lohnt sich der Weg zu einer speziellen Sammelstelle für Elektrogeräte, damit es fachgerecht recyclet werden kann.

Foto: Handy aus den 1990er Jahren und modernes Smartphone.


  

Text: Kerstin Kreß - 24.9.2012 / Fotos: Computer: Creative Commons Lizenz, Urheber: AvWijk; Goldsucher: shutterstock, Urheber: africa924 ; Handys: Creative Commons Lizenz, Urheber: Ben Schumin; pd, Mülldeponie: Creative Commons Lizenz, Urheber: Marlenenapoli;


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