Ölkatastrophe im Golf von Mexico

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Ölkatastrophe im Golf von Mexico

Am 22. April sank nach Explosionen und einem Brand die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. Elf Arbeiter werden vermisst. Seither läuft Öl aus dem Bohrloch und hat mittlerweile einen riesigen Ölteppich gebildet, der die Küsten im Golf von Mexiko bedroht. Was passiert ist und welche Gefahr droht, erfahrt ihr hier ...

Update 19. Mai 2010 - Die Vorgeschichte findet ihr ab dem 1. Bild

Die Katastrophe im Golf von Mexico wird immer schlimmer. Zum einen strömt deutlich mehr Öl aus dem Bohrloch also zunächst von BP und staatlichen Stellen angegeben. Rund 750 000 Liter fließen pro Tag ins Meer. Etwa 300 000 davon können nun direkt an der Quelle abgesaugt werden. Zuvor war der Versuch, eine Kuppel über das Leck zu stülpen, geschietert.

Doch das Unglück zieht immer weitere Kreise. Denn es wurden spezielle Chemikalien aus Flugzeugen auf den Ölteppich abgeworfen. Die sollten das Öl in kleinsten Klümpchen binden. Doch dieses gebundene Öl schwebt nun als Ölwolke in einigen Metern Wassertiefe. Der erwünschte Effekt wurde also nicht erzielt. Zudem sind auch die verwendeten Chemikalien giftig.

Die Ölwolken treiben nun mit der Rundströmung im Golf von Mexico und bedroht nun auch Kuba und Florida. Womöglich gelangt das Öl sogar in den Golfstrom, dann kann es unter Umständen sogar bis an europäische Küsten getragen werden.

Wieso wurde im Golf von Mexico gebohrt?

Zu Beginn der Ölförderung im letzten Jahrhundert war das Auffinden ergiebiger Lagerstätten zwar kein Kinderspiel, doch deutlich einfacher als heute. Mittlerweile sind die einfach zugänglichen Ölfelder bereits bekannt und werden ausgebeutet. Doch der Ölhunger der Welt lässt nicht nach. Darum müssen immer schwieriger zu fördernde Quellen erschlossen werden.


Auch die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" wurde deswegen im Golf von Mexiko eingesetzt, 84 Kilometer von der Küste des US-Bundesstaats Louisiana entfernt. Sie gehörte der Firma Transocean und war im Auftrag der Ölgesellschaft BP unterwegs.


"Deepwater Horizon" war eine sogenannte Halbtaucherkonstruktion. Das heißt, sie ruhte auf Schwimmkörpern, die tief ins Wasser ragten. Dieses Prinzip verschafft Schiffen und Plattformen eine sehr stabile Lage, weil die Wellen auf der Wasseroberfläche die Schwimmkörper nicht in Bewegung versetzen können.

Katastrophe bei Tiefenbohrung



Die Plattform war dabei, im Meeresgrund des Macondo-Ölfeldes in 1 250 Metern Tiefe die bislang tiefste Bohrung ihrer Art in 10 685 Meter nieder zu bringen. Am 20. April kam es zu einer Explosion auf der Plattform, die anschließend in Flammen aufging. Von 126 Arbeitern konnten 115 gerettet werden, von elf weiteren fehlt jede Spur.


Im sogenannten Explorationsplan von BP wurde auf mögliche, durch Gas hervorgerufene Probleme im Macondo-Feld hingewiesen. Womöglich war es das unkontrollierte Austreten von Gas sowie das Versagen eines Schutzventils, eines sogenannten Blowout-Preventers, was zur Katastrophe führte.

10 000 Quadratkilometer Meer von Öl verseucht



Trotz der Löschboote konnte das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht werden und die Plattform versank schließlich am 22. April 2010. Seither strömt aus dem Bohrloch ungehindert Öl ins Meer. Schätzungen sprechen von bis zu 800 000 Litern pro Tag. Mitterweile hat sich ein großer Ölteppich gebildet, der eine Fläche von gut 10 000 Quadratkilometern bedeckt.


Das Öl treibt in Richtung US-Küste. Besonders gefährdet sind die Küsten Louisianas und das Mündungsdelta des Mississippi. In Louisiana, Mississippi, Florida und Alabama wurde der Notstand ausgerufen. Hoher Wellengang behinderte teilweise den Einsatz schwimmender Barrieren, die eine weitere Ausbreitung des Öls verhindern sollten.

Feuer gegen das Öl


In diesem aus dem All aufgenommenen Bild ist der Ölfilm deutlich als schimmernde Schicht auf dem Meer zu erkennen.

Daher wurde am 28. April versucht, den Ölteppich anzuzünden und somit eine Verseuchung der Küsten durch den schmierigen Ölfilm zu verhindern. Dabei kam es durch die starke Rauchentwicklung zu starker Luftverschmutzung. Außerdem bleiben viele Schadstoffe dennoch im Meer und gelangen in die Nahrungskette.


Außerdem werden auch Schiffe eingesetzt, die das Öl von der Wasseroberfläche abpumpen sollen. doch die Fläche, die der Ölteppich bedeckt, ist zu riesig, als dass man damit wirklich etwas ausrichten könnte. Außerdem arbeitet man auch fieberhaft daran, eine Art Glocke zu konstruieren, die über das Bohrloch gestülpt werden soll. Darin soll sich das Öl fangen und abgepumpt werden.

Andauernde Katastrophe



Allerdings kann das alles noch Wochen, wenn nicht gar Monate in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit läuft weiterhin das Öl aus und bedroht und versucht die Küsten samt der dort lebenden Menschen und Tiere. Biologen bereiten inzwischen eine der größten Tierrettungsaktionen vor, die es je gegeben hat.


Die US-Regierung hat das Unglück zur nationalen Katastrophe erklärt. Somit kann nun auch die US-Armee zur Schadensbekämpfung eingesetzt werden.

Beeindruckende Bilder der Katastrophe findet ihr hier.

Text: -jj- 3.5.2010 // Bilder: Ölteppich Weltall Jesse Allen/NASA PD; Brennende Plattform US-Küstenwache/PD;

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt