Nachwachsende Rohstoffe

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Nachwachsende Rohstoffe

Öl, Benzin und Gas werden immer teurer, deshalb werden nachwachsende Rohstoffe in der heutigen Welt immer wichtiger. Warum Raps, Hanf oder Kokos solche wertvollen Stoffe sind und wieso Erdöl immer teurer wird, wollen wir euch hier erklären:

Täglich liest man von steigenden Preisen für Gas, Benzin und Öl. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Die Menschheit wächst immer mehr, und damit auch der Hunger nach Energie. Und die stetig wachsende Bevölkerung möchte in Wohlstand leben und konsumieren.



Das beeinflusst den Ölpreis, denn Erdöl kann man zum einen als Energiequelle in Form von Benzin und Gas nutzen. Aus Erdöl kann man aber auch viele andere Dinge herstellen wie Kunststoffe und Medikamente. Erdöl dient also sowohl als Energiequelle als auch als Grundlage für Werkstoffe wie Plastik.

Was, wenn das Öl alle ist?


Weil der Vorrat an Erdöl begrenzt ist, benötigt man dringend andere Stoffe zur Energieerzeugung und als Basis für Werkstoffe. Um dieses Thema dreht sich die Ausstellung naro.tech in Erfurt, die bis zum 9.September 2007 stattfindet. Auf dieser Messe dreht sich alles um so genannte nachwachsende Rohstoffe.


Unter nachwachsenden Rohstoffen versteht man Pflanzen, die man sowohl als Energiequelle als auch zur Herstellung von Produkten nutzen kann. Klassischerweise zählen dazu Pflanzen wie Raps (siehe Bild oben), Flachs und Hanf. Aber auch Holz und Bast, ein Teil der Baumrinde, und hierzulande exotische Materialien wie Kokosfasern, Zuckerrohr, Palmöl zählen dazu.


Alkohol bringt Autos in Fahrt


Aus Raps gewinnt man Öl, das als Biodiesel Fahrzeuge antreiben kann. Aus Zuckerrohr gewinnt man Alkohol, der ebenfalls als Zusatzstoff oder sogar als Ersatz für Benzin dient. In Brasilien wird schon heute dem Benzin ein Viertel Ethanol beigemischt. Auch in Europa wird seit Anfang 2007 Diesel mit Rapsöl und Benzin mit Ethanol aus Weizen vermengt.


Aus bearbeiteten Fasern von Flachs, Kokos und Hanf kann man Produkte herstellen, die aussehen, sich anfühlen und benutzen lassen, als wären sie aus Kunststoff. So werden in der Automobilindustrie Teile für den Innenraum schon lange aus pflanzlichen Fasern hergestellt.

Auch Windeln, durchsichtige Folien, Verpackungen und mehr lassen sich aus Stärke, wie sie in Kartoffeln vorkommt, und aus bearbeiteten Naturfasern herstellen. Medizinische Produkte die im Körper verbleiben, zum Beispiel Nahtmaterial, lassen sich ebenfalls aus pflanzlichen Ausgangsstoffen herstellen.


Profit vor Ökologie


Der Erfinder und Autobauer Henry Ford war seiner Zeit weit voraus. Er entwickelte ein Auto, das komplett aus Hanffasern bestand. Angetrieben wurde es von Methanol, einem Alkohol, der auch aus Hanf (siehe Bild) gewonnen wurde. Allerdings waren Universalpflanzen wie Hanf oder Flachs ohne Chance gegen die aufkommenden Chemiefasern wie Nylon und andere Kunststoffe.


Neben seiner möglichen Verwendung als Rauschmittel wurde Hanf als Marihuana wegen seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von einem Verbund aus Politikern wie Harry J. Anslinger, Medienmachern wie dem Zeitungsmogul Randolph William Hearst und Industrieunternehmen wie dem Erfinder der Nylonfaser, DuPont, durch eine massive Medienkampagne in Verruf gebracht und schließlich verboten.


Das Auto von Ford (siehe Bild) wurde kurz nach der Vorstellung kommentarlos wieder vom Markt genommen, obwohl die Präsentation durch Ford beeindruckend war: Mit einem Hammer hieb er mehrmals auf die Karosserie ein und zeigte, dass der Hanfkunststoff widerstandsfähiger als Metall war und dabei auch viel leichter.


Nachwachsende Rohstoffe Essen oder Fahren?


Die Verwendung von Pflanzen zur Energieerzeugung wirft aber auch Probleme auf: Sollen auf der existierenden Ackerfläche nun so genannte Energiepflanzen angebaut werden, oder Pflanzen, die als Nahrung dienen? Besonders in Drittweltländern könnte man auf den mehr Gewinn bringenden Anbau von Energiepflanzen umstellen. Dadurch stünde weniger Acker für Nahrung zur Verfügung, wodurch Menschen Hungern müssten damit andere Auto fahren können. Ein großes ethisches Problem.

Außerdem werden in Drittweltländern große Monokulturen angelegt, um die Nachfrage der Industriestaaten nach Naturstoffen wie Palmöl zu befriedigen. Die gestiegene Nachfrage nach Naturprodukten führt also zu Umweltzerstörungen.


Hier findet ihr die Homepage der Ausstellung naro.tech in Erfurt

Hier findet ihr eine Sammlung von Artikeln, die sich mit den Chancen und Problemen der nachwachsenden Rohstoffe beschäftigen

Wenn dich Energie interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 3: Energie


Text: -jj- 6.9.2007 // Bilder: Hanfauto: PD; Hanf: Michaelw/GFDL; Raps: Thilo Hauke cc-by-sa; Flachs: Dr. Hagen Graebner/cc-by-sa

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt