Die Frage der Woche: Lässt sich die Energie von Blitzen nutzen?

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Die Frage der Woche: Lässt sich die Energie von Blitzen nutzen?

Jeden Samstag beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Silvia K. aus Wißgoldungen: "Lässt sich die Energie von Blitzen nutzen?" Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Vielleicht hast du den Film "Frankenstein" gesehen.

Um sein Monster zum Leben zu erwecken, zapfte der Baron von Frankenstein in seinem Labor die Energie von Blitzen an. Als der Blitz einschlug begann die Kreatur zu Leben.

Aber können wir diese Energie auch in der Wirklichkeit nutzen?



Was ist ein Blitz?


Der Blitz ist eine elektrische Entladung. Sie kann zwischen einer elektrisch geladenen Wolke und der Erde (Erdblitz) auftreten, zwischen zwei und mehr Wolken oder zwischen mehreren Teilen innerhalb einer einzelnen Wolke (Wolkenblitze).

 

Die häufigste Form ist der Linienblitz, entlang einer hell leuchtenden häufig verzweigten "Zickzackspur".

Jedem Linienblitz gehen schwächere Vorentladungen voraus, die Entladungskanäle aufbauen. Hat ein Kanal den Erdboden erreicht, so erfolgt die stromstarke Hauptentladung.

 

Beim Erdblitz erfolgt der Aufbau des Kanals meist vom Erdboden zur Wolke hin, wobei der Blitz aus mehreren Teilentladungen bestehen kann.

Eine Teilentladung dauert meist etwa fünf Mikrosekunden und klingt allmählich in der zehnfachen Zeit ab. Oft verlaufen mehrere Blitzschläge durch die gleichen Kanäle.

Die Leitfähigkeit der Blitze



Blitze suchen immer den schnellsten Weg zur Erde.

Es gibt Stoffe, wie Metall oder Wasser, die den Blitz gut leiten. Andere isolieren elektrisch gut und leiten den Blitz nicht, dazu gehören trockenes Holz oder trockener Beton.

Also schlägt der Blitz, wenn er kann, eher in metallene Oberflächen ein. (Prinzip des Blitzableiters)

 

Metalle bergen als gute Leiter die Gefahr, dass sie den Blitzstrom über größere Strecken weiterleiten. Deshalb muss man sich bei Gewitter von ausgedehnten Einrichtungen aus Metall, wie Zäunen oder Geländern, auf jeden Fall fernhalten.

 

Findet der Blitzstrom, dort wo er einschlägt keinen elektrisch gut leitenden Weg zur Erde, kann es zu Bränden kommen. Er erhitzt dann die von ihm durchflossenen Sachen oder benachbarte Gegenstände so stark, dass sie sich entzünden oder sogar explodieren. So kann zum Beispiel leicht bei reetgedeckten Dächern, Lagern aus Heu, Stroh oder passiern.



Ist die Energie der Blitze für uns nutzbar?

Leider nein. Bisher hat es sich als unmöglich herausgestellt, mit den heutigen Mitteln Blitze zur Energiegewinnung auszunutzen. Allerdings wird in diesem Bereich geforscht.


In Österreich läuft auf dem Salzburger Gaisberg ein Blitzforschungsprojekt von ALDIS, das ist die Abkürzung für Austrian Lightning Detection & Information System.


Hier wird unter anderem die Entstehung und Auswirkung von Blitzen untersucht, um zum Beispiel Blitzschutzanlagen weiterentwickeln zu können.



Gewaltige Energiemengen

Messungen einer russischen Forschungsgruppe haben ergeben, dass im Blitzkanal sogar Kernfusionsreaktionen stattfinden können. Hier kann der während der Entladung auftretende Neutronenfluss einige Hundertfache des natürlichen Neutronenflusses (zirka 50 pro cm² und Stunde) betragen.

Bei der Kernfusion handelt es sich um die Verschmelzung zweier leichter Atomkerne zu einem neuen stabileren Kern. Mehr darüber erfährst du in den unten verlinkten Artikeln.


Wenn du mehr über das Wetter auf der Erde erfahren willst, dann lese dich schlau mit dem WAS IST WAS Band 7 Das Wetter.

 


Text: RR, Stand: 7. 3. 2011, Portrait: Stich von J.Thomson 1805, nach Original von J.A.Duplesis. Zeichnung aus WAS IST WAS Band 7 "Das Wetter". Foto: US Navy (PD)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt