Wer war James Wyatt?

Berühmte Personen

Wer war James Wyatt?

England ist bekannt für seine mittelalterlichen Kathedralen. Ohne James Wyatt würden heute jedoch viele davon nicht stehen. Der englische Architekt wurde am 3. August 1746 also vor 265 Jahren geboren.

James Wyatt wurde am 3. August 1746 geboren.

Erste Erfolge

James Wyatt wurde am 3. August 1746 in Weeford in Mittelengland geboren. Nach seiner Ausbildung zum Architekten machte er sich mit dem Bau des Pantheon in der Londoner Oxford Street einen Namen. Zuvor hatte er sechs Jahre in Italien verbracht, wo er sich vor allem in Venedig und Rom seinen Stil aneignete.

Wyatts Architektur-Stil war der des Klassizismus. Dieser greift Elemente der Architektur der Antike auf. Es werden Säulen verwendet, wie man sie auch bei antiken griechischen Tempeln findet. Auch das Londoner Pantheon Wyatts war in diesem Stil. Das besondere war, dass es, obwohl von außen eckig, innen eine große Kuppel besaß.

Das Pantheon in der Oxford Street in London war Wyatt erster großer Erfolg.



Wyatts Aufstieg

Nach seinem ersten Erfolg wurde James Wyatt bald für viele Aufträge ausgewählt. Er entwarf viele Landsitze englischer Adeliger und sollte angeblich an den russischen Zarenhof als Hofarchitekt gerufen werden. Später erledigte er auf Aufträge für die königliche Familie, zum Beispiel einen Umbau des Schlosses Windsor.

Als er 1776 Chef-Vermesser der Westminster Abbey und wenig später Chef der Behörde für die Landesvermessung wurde, war er der gefragteste Architekt seiner Zeit. Allerdings verlor er auch viele Aufträge wieder, weil er zu viele Aufträge gleichzeitig annahm und nicht alle bewältigen konnte.

Auch der malerisch gelegene Broadway Tower gehört zu Wyatts Werken.

Rivalitäten

Eine fast lebenslange Rivalität pflegte James Wyatt mit den Gebrüdern Adam, die vor allem mit ihrer Innenarchitektur hervorstachen. Wyatt begann ihren Stil nachzuahmen und leicht zu modifizieren. Die Adams beschuldigten Wyatt immer wieder des Plagiats, was der jedoch immer strikt zurückwies.

Gothische Architektur

Anfang des neuen Jahrhunderts begann James Wyatt sich dem Stil der Neu-Gothik zuzuwenden. Dieser Stil griff die Architektur des Mittelalters auf. Vor allem die monumentalen Kirchen prägten diesen Stil. Viele der Kirchen waren zerstört oder verfallen und Wyatt bekam die Aufträge, einige von ihnen wieder aufzubauen.

Die Restaurierung gotischer Kathedralen, wie hier in Salisbury, brachten Wyatt auch einige Kritik ein.



In dieser Zeit bekam Wyatt den Beinamen Der Zerstörer, weil er oft ziemlich radikale Entwürfe baute. Vor allem die Uneinheitlichkeit in seinen Bauten brachten ihm die Missgunst der Kritiker ein, obwohl das gerade ein Merkmal der mittelalterlichen Architektur war. In dieser Zeit baute er Abteien in Fonthill, Salisbury oder Durham.

James Wyatt blieb bis zu seinem Tod einer der gefragtesten Architekten seiner Zeit. Bereits 1785 wurde er in die Royal Academy aufgenommen. Er starb 1813 im Alter von 67 Jahren bei einem Unfall mit seiner Kutsche. Er wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.

03.08.2011 // Text: Jan Wrede; Bilder: Portrait: Beckfordiana (pd), Pantheon: William Hodges (pd), Broadway Tower: MykReeve (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Salisbury: Andrew Dunn (cc-by-sa 2.0)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt