Mailands Modetempel: Galleria Vittorio Emanuele II.:

Berühmte Personen

Mailands Modetempel: Galleria Vittorio Emanuele II.:

Die 1867 in Mailand eröffnete Galleria Vittorio Emanuele II. ist bis heute die berühmteste italienische Einkaufspassage. Jährlich kommen tausende Besucher aus aller Welt um das bekannte Gebäude zu bewundern. Der Architekt der Galerie, Guiseppe Mengoni, kam tragischerweise während der Fertigstellung bei einem Sturz vom Gerüst ums Leben ...

Der Anlass ...

Foto: Unter der Kuppel der sich kreuzenden Passagenarme.

Vom Platz vor der Oper Scala und dem Mailänder Dom eingerahmt, bildet die Galeria Vittorio Emanuele II. das Zentrum der Stadt. Die Passage sollte ein Symbol für die Einigung Italiens darstellen. Bis zum Wiener Kongress 1814/15 war Italien nämlich in viele Regionen und Fürstentümer unterteilt, in welchen verschiedene Herrscher regierten. Die Bürger aber wünschten sich eine nationale Einigung. Vor allem die Mittelschicht entwickelte das Gefühl einer überregionalen Gemeinschaft.

Neuordnung Italiens

Die führende Rolle im Wiener Kongress hatten die Großmächte Russland, Großbritannien, Preußen  und Österreich. Diese strebten unter der Führung Fürst von Metternichs unter anderem eine Neuordnung Italiens an.

Rechts: Vor der Einigung bestand Italien aus zahlreichen Kleinstaaten.

Bis zur Niederlage Napoleons im Frühjahr 1813 hatte Italien viele Gebiete an Frankreich und Österreich verloren. Zunächst jedoch mussten sich die Länder auf neue Grenzen einigen.

Vittorio Emanuele II (siehe Bild), welcher 1849 die Thronfolge über das Königreich Piemont- Sardinien erlangte, setzte sich sehr für die Einigung Italiens ein. Deswegen nahmen ihn daraufhin die mittelitalienischen Staaten auch als König an. Mit der zunehmenden Anerkennung aus dem italienischen Volk konnte er die Einigung 1870 umsetzen. Deshalb wurde die Galleria dem 1878 verstorbenen Vittorio Emanuele II nach seinem Tod gewidmet.

Fortschritt der Technik

Rechts: Blick in die Glasgewölbe der Galerie.

Von neuen Erfindungen wie der Eisenbahn im 19. Jahrhundert wurde auch die Architektur beeinflusst. Viele Baumeister ließen sich durch den technischen Fortschritt zu einem neuen Baustil anregen. Jetzt waren in den Himmel ragende Bauten aus Stahl und Glas angesagt und konnten auch umgesetzt werden.

Stahlträger, wie sie auch in der Galleria Vittorio Emanuele verwendet wurden, sollten bei der Verwirklichung helfen. Durch diese erlangten Bauwerke enorme Stabilität. Die Verwendung von Spannbeton - eine mit Stahlseilen versehene Sonderform des Stahlbetons - bewirkte eine zusätzliche Sicherung der Konstruktion durch Zusammenpressen des Betons. Durch diese neuen Materialien konnten weit aus größere Gebäude realisiert werden.

Das große Projekt

Trotz der enormen Erleichterung durch die neuen Materialien dauerten die Bauarbeiten von 1865 bis 1876, also elf Jahre. Das Ergebnis der langen Arbeit waren schließlich zwei Passagen, jeweils 14 Meter breit mit einer Länge von einmal 100 und einmal 200 Metern.

Die beiden Passagen kreuzen sich in einem Gewölbe aus Stahl und Glas in 47 Meter Höhe und sind durch ein tonnenförmiges Glasdach vor Wind und Wetter geschützt. Im Inneren finden sich zahlreiche Fresken, Verzierungen aus Stuck und Boden aus Marmor. Außerdem sind im Boden die Wappen der vier italienischen Städte Rom, Turin, Florenz und Mailand nachgebildet, die im Lauf der Geschichte Italiens Hauptstädte waren.

Ein teures Vergnügen

Die elegante Passage wird zwar von tausenden Touristen besucht und bestaunt, ist jedoch eher auf wohlhabende Kunden ausgerichtet. Neben Geschäften, Buchläden, Cafés und dem berühmten Restaurant Savini reihen sich Designerläden aneinander und lassen den durchschnittlichen Urlauber beim Blick auf das Preisschild schon mal schwer schlucken. Hingegen können die aufwendigen Verzierungen und Gemälde an der Decke ganz umsonst bestaunt werden.

Mehr über berühmte Gebäude erfahrt ihr auch im WAS IST WAS Band 23 Architektur.

Text: Luisa Blendinger - 11.09.2007, Fotos: wikipedia.de; , Bilder: Innenansicht und Gewölbe der Galerie: Stefan Bauer, http.//www.ferras.at; Landkarte Italiens: Shepherd, William. Historical Atlas. New York: Henry Holt and Company, 1911; Zeichnung Vittorios: PD; Quellen: www.wikipedia.de, www.mailand.de/mailand-galleria.html, www.italien-aktuell.info

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