Internationaler Hochhauspreis

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Internationaler Hochhauspreis

Heute, am 17.11. wird in Frankfurt/Main der mit 50 000 Euro dotierte Internationale Hochhauspreis verliehen. Als Hochhaus gilt ein Gebäude, wenn es über 100 Meter hoch ist. Preisträger 2006 ist der Torre Agbar in Barcelona. Was das Gebäude so preiswürdig macht, erfährst du hier ...

Im Jahr 2003 rief die DekaBank gemeinsam mit der Stadt Frankfurt/Main den Internationalen Hochhauspreis ins Leben. Kein Zufall, denn Frankfurt ist die Stadt mit der berühmtesten Skyline Deutschlands (Als Skyline bezeichnet man die Umrisse der Gebäude einer Stadt vor dem Himmel, also die Silhouette). Das Deutsche Architekturmuseum kümmert sich um die Organisation des Preises. Das Preisgeld in Höhe von 50 000 Euro geht an den jeweiligen Architekten.

Hochhäuser moderner Größenwahn?

Das erste Hochhaus der Welt hat es immerhin in die Bibel geschafft: Der Turmbau zu Babel. Das Projekt als Symbol für Größenwahn und Übermut des Menschen wurde allerdings von Gott gestoppt. Heute kommt der Mensch aber nicht mehr umhin, in dicht besiedelten Städten wieder in den Himmel vorzustoßen. Im Englischen heißen Hochhäuser auch Skyscraper Himmelskratzer.




Der "Torre Agbar" ist schon aus der Ferne gut zu erkennen.

Der Bau von Hochhäusern ist eine technische und architektonische Herausforderung. Schon das Fundament ist eine komplizierte Angelegenheit. Beim Hochhaus-Preisträger 2006, dem Torre Agbar, reicht es 30 Meter tief in den Untergrund, um den 142 Meter hohen Turm zu stützen. Er gehört zu den höchsten Gebäuden Spaniens.

Elegant wie eine Fontäne

Er wurde von den Wasserwerken Barcelonas gebaut, daher auch der Name Torre Agbar: Torre bedeutet Turm, und Agbar ist die Abkürzung für Agua Barcelona. Architekt ist der Franzose Jean Nouvel. Gebäude und Umfeld wurden gemeinsam geplant: Der Turm soll eine Fontäne verkörpern. Das Gelände drum herum soll eine Wasserfläche darstellen.

Um den Turm wie eine Fontäne wirken zu lassen, wurde die 16 000 m² große Betonhülle mit einer Außenhaut aus Aluminium überzogen, die in 25 verschiedenen Farben lackiert wurde. Darüber wurde eine zweite Haut aus 60 000 gläsernen Elementen gelegt. Das führt zu einem beeindruckenden Farbenspiel. Nachts ist der Turm farbig beleuchtet. Die Luft zwischen den beiden Fassaden fungiert als Temperaturpuffer.

Komplizierte Statik

Der Turm hat 4400 Fenster, die scheinbar zufällig über die Oberfläche verteilt sind. Das machte die Konstruktion schwierig, weil man bei jeder Änderung den ganzen Turm neu berechnen musste. Auch in einem normalen Haus beeinflusst jede Wandöffnung, sei es Tür oder Fenster, wie das Haus den Belastungen des eigenen Gewichts standhält. Das Zusammenspiel der Kräfte in einem Bau nennt man auch Statik. Die Berechnungen für den 133 Millionen Euro teuren Turm nahmen Statiker vor.



Nachts entfaltet der dann beleuchtete "Torre Agbar" seine ganze Magie.

Inspiriert wurde der Architekt Jean Nouvel von dem spanischen, genauer gesagt katalanischen Architekten Antoni Gaudi. Das berühmteste Bauwerk Gaudis und mittlerweile eines der Wahrzeichen Barcelonas ist die Kirche Sagrada Familia. Gaudi lebte von 1852 bis 1926. Er baute fast seine ganze Laufbahn an der Kirche, doch bis heute ist sie unvollendet geblieben.

Der nach 2004 zum zweiten Mal vergebene und mit 50 000 Euro dotierte Hochhauspreis wird Jean Nouvel am 17. November 2006 in Frankfurt von der Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) überreicht.

Hier findest Du mehr Informationen zum Hochhauspreis

Bis zum 11. Februar 2007 findet im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt/Main eine Ausstellung zum Thema Hochhäuser statt.

Wenn Dich Architektur interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 23: Architektur

Text: -jj- 15.11.2006 // Bilder: Agbar bei Nacht: José-Manuel Benito Álvarez /PD; Bauzphase: Volker Plass (Wien) GFDL

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