Erster Windenergiepark in Deutschland

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Erster Windenergiepark in Deutschland

Windenergie ist eine der ältesten Energiequellen, die Menschen nutzen. Schon vor 3700 Jahren gab es Windmühlen zum Getreidemahlen, Segelschiffe fahren schon seit Menschengedenken mit Windkraft. Vor 15 Jahren entstand der erste Windenergiepark zur Stromgewinnung in Deutschland.

Growian 1

Am 24. August 1987 wurde Growian 1 in Betrieb genommen. Der Name ist eine Abkürzung und bedeutet große Windanlage. Die erste deutsche Windkraftanlage befand sich im Kaiser-Wilhelm-Koog an der Westküste Schleswig-Holsteins, einem sehr windreichen Gebiet.

Growian bestand aus einem 100 Meter hohen Mast, an dem sich ein 340 Tonnen schweres Windrad mit zwei Rotorblättern befand. Der gesamte Windenergiepark bestand aus 30 solchen Anlagen.

Growian 1 hielt nicht einmal ein Jahr, da die Anlage mit ihrem enormen Gewicht Stürmen nicht gewachsen war. Sie wurde aber weiter entwickelt und verbesserte Windmühlen kamen zum Einsatz. Besonders an der Küste, in den Alpen und den Gipfeln der Mittelgebirge sind diese Stromerzeuger effektiv, da hier relativ kontinuierlich ein Wind von einer bestimmten Stärke weht, die ausreicht, um die Rotorblätter in Gang zu halten.

Heute stehen in Deutschland etwa 8000 Windenergieanlagen Nachfolgemodelle des Growian 1. Alle zusammen decken ungefähr 2 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Das ist nicht gerade viel. In Dänemark gibt es heute schon viel größere Windenergieparks. Die dänische Regierung plant, bis 2030 die Hälfte des benötigten Stroms durch Windkraft zu erzeugen. Natürlich weht dort auch weitaus mehr Wind als in Deutschland.

Vor- und Nachteile der Windenergie

Windenergie gehört zusammen mit Sonnen- und Wasserenergie zu den sogenannten regenerativen Energiequellen. Das bedeutet, dass sich diese Ressourcen selbst erneuern. Klar, die Sonne scheint und der Wind weht, unabhängig, ob damit Strom erzeugt wird, oder nicht. Nutzt man die Windenergie, so wird sie deshalb nicht weniger. Ganz im Gegensatz zu fossilen Energiequellen wie Kohle oder Erdöl, die nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen.

Ein Windkraftwerk ist daher wesentlich umweltfreundlicher als beispielsweise ein Kohlekraftwerk. Außerdem werden bei der Nutzung von Windenergie keine schädlichen Abgase wie Kohlendioxid erzeugt.

Leider hat Windenergie auch einige Nachteile. Der gravierendste ist, dass man nicht kalkulieren kann, wann Wind weht und wann nicht. Im Gegensatz zu Strom, der aus Atomenergie oder Verbrennung von Kohle oder Erdöl gewonnen wird, ist Strom aus Windenergie nicht ständig verfügbar. Insofern reicht diese Form der Energiegewinnung nie allein aus, sondern muss immer durch andere Systeme ergänzt werden.

Manche Menschen sind der Ansicht, dass der Windenergieanlagen das Landschaftsbild verschandeln. Das ist natürlich Geschmackssache. Auch andere Kraftwerke sind ja nicht besonders schön anzusehen. Außerdem verursachen die Rotorblätter Geräusche, die von Nachbarn manchmal als störend empfunden werden. Hier wird jedoch versucht, leisere Varianten zu entwickeln.

In Anbetracht der großen Probleme, die durch den Kohlendioxidausstoß verursacht werden auch das Ozonloch ist eine Auswirkung davon ist es wichtig, dass umweltfreundlichere Formen der Energiegewinnung weiter ausgebaut werden.

Text: LM 21.08.02; Foto: http://www.ifb.uni-stuttgart.de/~doerner/windenergie2.html.

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