Auf zum Gipfel!

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Auf zum Gipfel!

Bergsteigen ist schwierig, gefährlich und also nicht jedermanns Sache. Damit auch Flachlandtiroler in den Genuss des Gipfelglücks kommen, wurde im Juli 1926 eine Seilbahn zum Zugspitzkamm eingeweiht. Die Erste Tiroler Zugspitzbahn stellte damals einen Höhenweltrekord auf.

Anfang des 20 Jahrhunderts entschloss man sich, die Zugspitze einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu benötigte man ein geeignetes Transportmittel. Während man von bayrischer Seite aus eine Zahnradbahn baute, sollte von der österreichischen Seite aus eine Seilbahn auf den Gipfel führen.

Nachdem man sich schon länger mit der Idee einer Seilbahn trug, begannen 1924 die Planungen. Innerhalb von nur 18 Monaten war die Erste Tiroler Zugspitzbahn nicht nur geplant, sondern auch gebaut. Das war eine große ingenieurtechnische Leistung. Denn schließlich galt es, Material auf die Zugspitze zu bringen, und zwar ohne moderne Hilfsmittel wie Hubschrauber. Muskelkraft war gefragt, um das Baumaterial für die Bahn in die Wand zu bringen. Immerhin musste bis zum Gipfel in 2950 Metern Höhe ein Höhenunterschied von mehr als 1700 Metern überwunden werden.


Blick von der Talstation der neuen Zugspitzseilbahn auf den Gipfel

Auf und nieder

Die Zugspitzbahn wurde als Pendelbahn gebaut. Das heißt, dass zwischen der Tal- und der Bergstation zwei Tragseile gespannt wurden, die so genannten Fahrbahnen. Ein Gewicht in der Talstation hielt die Seile unter Spannung.

Ein Zugseil lief in einer der Stationen über eine Umlenkscheibe und verband die beiden Kabinen miteinander. Jede der Kabinen blieb also immer auf ihrer Fahrbahn und pendelte zwischen der Berg- und der Talstation. Wenn die eine Kabine zu Tal fuhr, wurde das Gewicht  ausgenutzt, um die andere nach oben zu ziehen. Wegen der Reibung und der unterschiedlichen Beladung der beiden Kabinen brauchte man aber immer noch eine Antriebsmaschine.

Sicherheit geht vor

Die beiden Kabinen der Ersten Tiroler Zugspitzbahn hatten je ein Leergewicht von 1000 Kilogramm. Das Zugseil hatte einen Durchmesser von fast vier Zentimetern. Die Gondeln schwebten in einer Höhe von maximal 140 Metern über den Untergrund hinweg.

Für den Notfall standen zwei Ersatzantriebe zur Verfügung, die bei Stromausfall oder einem Maschinendefekt die Gondeln sicher zur nächsten Station gebracht hätten. Mehrere Bremssysteme und zusätzliche Sicherheitsstromkreise sorgten für eine gefahrlose Fahrt zum Zugspitzkamm. Zusätzlich bestand die Möglichkeit des Sprechfunks, dessen Signale über die Zugseile liefen. Außerdem konnten sich die Passagiere im Notfall aus der Gondel abseilen.


Blick auf eine der Großraumkabinen der neuen Zugspitzbahn

Eröffnung durch den Zugspitzgeist

Die Eröffnung war ein großes Ereignis. Aus dem Nebel schwebte eine Gondel herab, der ein als Gnom verkleideter Schauspieler entstieg, der den Zugspitzgeist verkörpern sollte. Und die anwesende Polit-Prominenz mit einem Gedicht unterhhielt, das auf die Bedeutugn der Bahn hinwies. Der österreichische Schriftsteller Ödön von Horvath schrieb sogar sein Stück Revolte auf Cote 3018 um und nannte es fortan Die Bergbahn.

Aber der Bahn war kein Glück beschieden. Schon bald kamen die Betreiber in finanzielle Schwierigkeiten, nicht zuletzt durch die Zahnradbahn auf bayrischer Seite, die nicht vom Wetter abhängig war, wie die Seilbahn. 1937 wurde die Seilbahn an die Betreiber der bayrischen Zahnradbahn verkauft. Nach dem zweiten Weltkrieg fiel die Zugspitzbahn an Österreich. Mehrere Verbesserungen , größere Gondeln und eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit machten den Trip auf den Gipfel immer bequemer.

1989 wurde eine zweite Tiroler Zugspitzbahn gebaut, die 1991 in Betrieb ging. Mit der Inbetriebnahme der zweiten Bahn wurde die erste, historische Bahn abgebaut.

Die Tiroler Zugspitzbahn heute 

Hier findest du alte Fotos und du erfährst noch mehr über die erste Zugspitzseilbahn

Hier erfährst du mehr über Zahnradbahnen

Hier findest du mehr Informationen zu Seilbahnen allgemein

Text: -jj- 30.6.2006 // Bilder Zugspitzbahn: Crux/CC25; Zugspitze: PD

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