Höher und weiter: die Vierschanzentournee 2006/07

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Höher und weiter: die Vierschanzentournee 2006/07

Seit 1952/53 findet dieses Highlight der Wintersportsaison alljährlich statt. Jedes Jahr bemühen sich die besten Springer der Welt die Tournee aus vier Springen auf vier verschiedenen Schanzen in zwei Ländern für sich zu entscheiden. Bisher gelang es nur einem einzigen Springer auf allen vier Schanzen die weitesten und besten Sprünge zu stehen. Wer ist in diesem Jahr der Favorit und haben auch die Skispringer Schneesorgen?


Der Finne Janne Ahonen.

Ein bisschen Geschichte und Rekorde:

1953 fand die erste Vierschanzentournee statt. Jens Weißflog und der Finne Janne Ahonen halten den Rekord mit jeweils vier Tourneesiegen. Doch nur ein Springer schaffte es bisher alle vier Springen bei einer Tournee zu gewinnen: Das war 2001/2002 Sven Hannawald, der diesen Rekord bei der 50. Auflage der Vierschanzentournee vorlegte. Bei der letzten Tournee (2005/2006) gab es wieder etwas Neues: Zum ersten Mal gewannen zwei Springer mit der exakt gleichen Rekordpunktszahl von 1081,5 Punkten: der Tscheche Jakub Janda und der Finne Janne Ahonen teilten sich Platz 1 auf dem Siegertreppchen.


Spektakulär: die neue Bergiselschanze in Innsbruck.

2006 /2007:

Am 30.12.2006 beginnt die 55. Vierschanzentournee mit einem Nachtspringen von der Schattenbergschanze im deutschen Oberstdorf. Dann folgt an Neujahr das zweite Springen von der Großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen. Nach diesem Springen wird diese traditionsreiche Schanze, die 1950 erbaut wurde, wohl abgerissen und im nächsten Jahr soll hier auf einer neuen Schanze gesprungen werden.  Die Vierschanzentournee zieht nach dem zweiten Springen nach Österreich. Am 04.01. auf die Bergiselschanze in Innsbruck, die 2002 neugebaut wieder eröffnet wurde und zum nächtlichen Abschlussspringen am 07.01. geht es auf die Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen.


Tolle Atmosphäre beim nächtlichen Springen im österreichischen Bischofshofen.

Schanzenrekorde

Gleich die erste Schanze, ist die, auf der der weiteste Sprung bisher absolviert wurde: Auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf erreichte der Norweger Sigurd Pettersen 2003 143,5 Meter Schanzenrekord. Den weitesten Sprung auf der Großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen stand Adam Malysz, der seit Jahren ganz vorn in der Weltspitze der Springer vertreten ist. 2001 sprang er auf 129,5 Meter noch heute Spitze. Und auch auf der Berg-Isel-Schanze hält Adam Malysz mit 136 Metern, gesprungen im Jahr 2004, den Rekord. Den Rekord auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen hält der Japaner Daiki Ito, der 2005 einen 143,00 Meter weiten Sprung stand.


Auch in Garmisch-Partenkirchen feuern viele Fans ihre Lieblinge an der Schanze an.

Die Vierschanzentournee, die auch zum Skisprung-Weltcup zählt, gehört neben den Olympischen Spielen und der Ski-WM zu den wichtigsten Wettbewerben des Skispringens. Neben den Einzeltiteln wird auch wieder eine Nationenwertung vergeben, die im vergangenen Jahr die tschechische Republik für sich entscheiden konnte.

Problem: Schneemangel!


Auch in Oberstdorf auf der Schattenbergschanze gab es dieses Jahr lange kaum Schnee.

Lange mussten die Organisatoren und die Sportler zittern, ob in diesem Jahr überhaupt reguläre Springen stattfinden könnten. Der Grund: Zu wenig Schnee! Oberstdorf hatte sich sogar überlegt, ein Mattenspringen zu veranstalten, was aber aufgrund der internationalen Regeln nicht möglich gewesen wäre, denn die Sprünge auf Matten und nicht auf Schnee dürfen eigentlich nur in Sommer und Herbst stattfinden.

Am 19. Dezember gab es dann Entwarnung: die Organisatoren waren sich sicher, dass sie genügend Schnee entweder per Kanone produzieren oder heranschaffen können, so dass ein normales Springen unter gleichen Bedingungen für alle Athleten gewährleistet ist.

Schnee ist den Allgäuern überhaupt zu wünschen, denn nach der Vierschanzentournee folgt noch ein zweites sportliches Highlight vom 25. 28. Januar 2007: das FIS Weltcup Skifliegen. Und auch hier wird wieder Janne Ahonen antreten, der wohl auch in diesem Jahr zum Kreis der Favoriten zählt. Oder wird der Schweizer Simon Ammann auch bei der Vierschanzentournee beweisen, dass er ganz vorn mitspringen kann? Wir werden es sehen!

-ab-20.12.2006 Text / Fotos: Schattenbergschanze: Tourismus & Sport Oberstdorf; Berg-Isel Schanze und Vierschanzentournee-Logo: Presse SC Bergisel; Janne Ahonen und Blick von der Paul-Aussenleitner-Schanze: Brigitte Waltl-Jensen; Garmisch-Partenkirchen: Christoffer Leitner; Bischofshofen.

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