Curling - Schach auf dem Eis

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Curling - Schach auf dem Eis

Erwachsene Menschen liegen auf dem Eis. Stöhnend und kommandierend verfolgen sie, wie ihr "Stein" in Richtung "Haus" gleitet. Bekommt er einen unerwünschten Drall, dann kommen die "Wischer" zum Einsatz. So manche Mutter wird sich wundern, mit welcher Kraft da plötzlich das Eis poliert wird. Beim Curling ist Augenmaß, Konzentration und das Wischen extrem wichtig. Es ist wie Schach auf dem Eis, denn .

Geschichte des Curlings

Urkundlich erwähnt wurde diese Sportart auf Eis wohl im Jahr 1511. Schotten sollen als erste mit einem Stein auf Eis gespielt haben und auch den Namen "Curling" - "Kraußhaarig" erfunden haben.

1716 wurden dann auch die ersten Vereine in Schottland gegründet und 1775 wude zum ersten Mal ein Stein mit einem Metallgriff benutzt - der Vorläufer des heutigen Steins, wie man das Spielgerät der Curler nennt.

Foto: Curlingspieler bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin.

1924 war Curling zum ersten Mal als Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen zugelassen. Und nachdem die Sportart immer wieder vorgestellt wurde, ist sie seit 1994 nun endlich tatsächlich olympisch. Seit der Winterolympiade 1998 in Nagano ist der Wettberwerb für Frauen und Männer zugelassen.

Ein Curling-Team

In Salt Lake City treten 10 nationale Mannschaften an. Jedes Team spielt gegen jeden und besteht jeweils aus vier Spielern. Einem "Lead" (Leiter), der Nummer 1, einem "Second" (dem Zweiten), Nr. 2, einem "Vice-Skip oder "Third", Nr.3 und einem "Skip", Nr.4 .

Foto: Curling-Steine

Der Skip

bestimmt das Spiel seines Teams. Er gibt die Richtung und die Geschwindigkeit der zu spielenden Steine vor.

Die Wischer

Jede Mannschaft verwendet Besen mit denen sie das Eis wischen. Die Eisfläche erwärmt sich durch die Reibung, wodurch ein Wasserfilm entsteht, der sofort wieder gefriert. Dadurch wird das Eis glatter und schneller gemacht, um den Stein besser gleiten zu lassen.

Der Rink

So heißt die Eisbahn auf der gespielt wird. Er hat eine Länge von 42,07 m und eine Breite von 4,28 m. Am Ende befindet sich ein dreifarbiger Zielkreis, der mit drei Ringen versehen ist. "The Button" ist rot und hat einen Radius von 61 cm. Er ist der schmalste. Der weiße Mittelpunkt ("Tee") des Zielkreises hat einen Radius von 15 cm. Der zweite, weiße Ring hat einen Radius von 1,22 m, der dritte blaue Ring einen von 1,83 m auf.

Ziel des Spiels

ist es die 20 kg schweren Granitsteine möglichst in die Mitte des so genannten "Hauses", also in den markierten Kreis am Ende der Eisbahn, gleiten zu lassen. Dabei werden auch viele Taktiken angewandt. Man versucht seinen eigenen Stein vor denen der Gegner zu schützen, die fremden Steine weg zu schießen oder zu blockieren. Oft überlegen sich die Spieler lange, welcehn "Zug" sie als nächstes planen. Deshalb auch der Vergleich mit Schach.

Jeder Spieler hat pro Runde zwei Versuche, so dass nach 16 Steinen eine Runde beendet ist. Gewonnen hat die Mannschaft einen Durchgang, die einen Stein am dichtesten in die Mitte des Spielfeldkreises ( des "Hauses") platziert hat. Hat sie mehrere Steine näher in der Mitte als die andere Mannschaft zählt jeder einen Punkt.

Foto: Vier Spielfelder in einer Curling-Halle

Punkte erhält das Team für jeden Stein zwischen der Mitte des Spielfeldkreises und dem nahe stehen Stein der gegnerischen Mannschaft. Dies bedeutet, dass pro Durchgang zwischen einem und 16 Punkte vergeben werden.

Ein komplettes Spiel besteht aus zehn Durchgängen und dauert ca 2,5 Stunden.

Unterschied zum Eisstockschießen

Beim Eisstockschießen gibt es keine Wischer. Außerdem wird auf eine so genannte Daube geschoßen, das ist ein Gummiteil, das getroffen werden muss. Der, dessen Eisstock am nächsten an der Daube zum Liegen kommt, hat gewonnen.

Fotos: Halle und Spieler: PD; Steine: GFDL: Daniel Brack.

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