Schachweltmeisterschaft 2008

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Schachweltmeisterschaft 2008

Die Übersetzung von Schach Matt ist: Der König ist tot!". Königsmörder trifft man vom 14. Oktober bis 2. November 2008 bei der Schachweltmeisterschaft 2008 in Bonn. Bei uns erfahrt ihr mehr über das uralte Spiel, das auch moderne Computer vor Herausforderungen stellt.

Das Schachspiel stammt aus Asien. Vermutlich wurde es in Indien entwickelt. Man weiß, dass es im 5. Jahrhundert nach Persien gelangte. Von dort aus machte es seinen Weg nach Russland und Europa. In Deutschland ist Schach spätestens seit 1050 bekannt.


Der indische Großmeister Anand tritt gegen Wladimir Kramnik an.



Der Name leitet sich vom Persischen Schah ab und bedeutet König. Deswegen, und weil es früher bei Hofe gespielt wurde, nennt man es auch das Spiel der Könige. Schach spielen zu können gehörte im Mittelalter sogar zu den ritterlichen Tugenden.


Schach ist ein Spiel, bei dem es nicht um Glück geht, wie bei Würfelspielen. Allein das Können der Spieler entscheidet, wer gewinnt. Man spielt auf einem acht mal acht Felder großen Brett, jeder Spieler hat 16 Figuren. Die wichtigste davon ist der König. Den eigenen zu verteidigen und den gegnerischen zu schlagen ist das Ziel des Spiels. Der Ruf Schach matt bedeutet Der König ist tot.


Bei der Schachweltmeisterschaft 2008 tritt der indische Großmeister Viswanathan Anand gegen den Russen Wladimir Kramnik (links) an. Die beiden Kontrahenten spielten bislang 51 Partien gegeneinander. Davon gewann Anand vier und Kramnik sechs. Mit Gleichstand endeten 41 der Begegnungen.


Der Sieger bei dieser WM 2008 wird in zwölf Partien mit klassischer Bedenkzeit ermittelt. Das heißt, die jeweils ersten 40 Züge müssen in 120 Minuten gespielt werden, für die nächsten 20 Züge stehen 60 Minuten zur Verfügung, und 15 Minuten für den Rest der Partie. Ab Zug 61 stehen weitere 30 Sekunden pro Zug zur Verfügung.


Der Spieler, der zuerst 6,5 Punkte erzielt hat, ist Sieger. Punkte erhält man für ein gewonnenes Spiel. Bei einem Unentschieden, einem so genannten Remis, erhält jeder Spieler einen halben Punkt. Sollte es nach zwölf Partien einen Gleichstand geben, gibt es am 2. November ein Stechen.


Mehr braucht man nicht: Ein Schachbrett, eine Uhr und zwei helle Köpfe.



Dabei werden vier Partien als Schnellschach mit nur 25 Minuten Bedenkzeit und 10 Sekunden pro Zug gespielt. Führt auch das zu keinem Ergebnis, gibt es eine weitere letzte Entscheidungspartie.

Der Spieler, dem dann die weißen Figuren zugelost werden, erhält sechs Minuten für die gesamte Partie, der andere nur fünf Minuten. Es gibt keine weitere Bedenkzeit pro Zug. Endet die Partie unentschieden, dann wird der Spieler mit den schwarzen Figuren zum Sieger erklärt.


Schachweltmeister gibt es erst seit 1886. Lange Zeit konnte der amtierende Weltmeister selbst entscheiden, ob und gegen wen er seinen Titel verteidigte. Ab 1948 organisierte der Weltschachverband FIDE die WM-Kämpfe. Doch 1993 weigerte sich der Russe Kasparow, unter dessen Bedingungen anzutreten, so dass es bis 2006 zwei verschiedene Lager gab, die je eigene WM-Kämpfe ausfochten. Seit 2006 ist die Schachwelt, zumindest was die WM-Kämpfe angeht, wieder vereint.


Übrigens kommm der Begriff der Hängepartie aus dem Schach. Damit wurde ein Spiel bezeichnet, das unterbrochen wurde, um es zu einem späteren Zeitpunkt wieder fortzusetzen. Außerhalb des Schachs bezeichnet man damit eine länger andauernde Situation mit ungewissem Ausgang.


Mehr über die Geschichte und Hintergründe des Schachspiels erfährst du im zweiten Teil des Artikels.


Hier kommt ihr zur Homepage der Schachweltmeisterschaft 2008.


Text: -jj- // Bilder: Viswanathan Anand - Großmeister Indiens. /PD;  Wladimir Kramnik steenslag/cc-by-sa 2.0; Schachuhr Michael Hofmann/GFDL;

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