San Fermines und das berühmte spanische Stiertreiben in Pamplona

Berühmte Personen

San Fermines und das berühmte spanische Stiertreiben in Pamplona

Die San Fermines Feier ist ein berühmtes spanisches Fest, das seit 1324 jedes Jahr vom 6. bis zum 14. Juli in der Stadt Pamplona stattfindet. Dabei wird eine Stierherde von Läufern durch die engen Gassen der Stadt getrieben. Tausende Menschen strömen in die Stadt, um das Spektakel zu verfolgen. Wie läuft das Ganze eigentlich ab?


Wie entstanden die San Fermines?


Die San Fermines Wochen werden seit 1324 zu Ehren von San Fermín gefeiert. San Fermín wurde in Pamplona geboren und gilt als einer der Heiligen der Stadt. Ursprünglich fanden die Festivitäten am 10. Oktober statt, aber es herrschte oft sehr schlechtes Wetter zu diesem Zeitpunkt. Deswegen verlegte man im Jahr 1591 das Fest auf den 6. Juli.


In aller Welt wurden die San Fermines durch den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway bekannt, der das Buch Fiesta darüber schrieb. Er nahm sogar selbst an einer Stierhatz teil.


und das Stiertreiben?


Das Stiertreiben oder der Stierlauf vor dem eigentlichen Stierkampf heißt auf Spanisch el encierro und ist einzigartig, weil er nur in Pamplona statt findet. Früher wurden in Pamplona die Stiere außerhalb der Stadt gehalten und mussten an Stierkampftagen erst durch die Stadt zum Marktplatz oder zur Arena getrieben werden, weil die Straßen von Pamplona zu eng für Lastwagen waren. Das war sehr schwierig und man brauchte sehr gute Stiertreiber, die die Tiere durch die Gassen trieben. Das wurde im Lauf der Zeit zu einer Tradition und immer mehr Leute halfen, die Stiere zum Marktplatz zu schaffen.


Der Ablauf des encierros


Es gibt in vielen anderen spanischen und auch französischen Städten Stierkämpfe, aber keiner ist so besonders wie der Stierkampf mit vorhergehendem encierro während der San Fermines in Pamplona.


Das Stiertreiben findet an jedem Tag der San Fermines statt und beginnt um 8:00 Uhr morgens. Die Stiere werden eine 825 Meter lange Strecke bis zur Arena entlang getrieben, das dauert ungefähr vier Minuten. Bevor das Startzeichen mit einer Rakete gegeben wird, singen die Stiertreiber Loblieder auf San Fermín und bitten ihn, sie beim Lauf zu unterstützen.


Die Mitläufer und Stiertreiber versuchen auf dem Weg neben einem Stier her zu laufen während sie ihn unter lautem Rufen treiben, was allerdings sehr gefährlich ist. Die Stiertreiber tragen traditionell ein weißes Oberteil und eine weiße Hose sowie ein rotes Halstuch und eine rote Schärpe. Als Verteidigung gegen die Tiere ist nur eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Tausende Zuschauer stehen jedes Mal am Rand der Strecke und feuern die Läufer an.


In der Arena angekommen, werden die Stiere in Gehege geschlossen und nach ein paar Stunden zum Stierkampf in die Arena getrieben.


San Fermines als Touristenattraktion


Jahr für Jahr kommen viele Touristen aus aller Welt nach Pamplona um die San Fermines mit zu erleben oder sogar an den encierros teilzunehmen. Das ist auf der einen Seite gut für die Stadt, es birgt aber auch viele Gefahren: Wenn unerfahrene Menschen versuchen, vor den Stieren her zu rennen, kommt es zu sehr vielen Unfällen, bei denen Menschen verletzt oder sogar durch die Tiere getötet werden.


Obwohl das schon sehr oft vorgekommen ist, kommen immer mehr Touristen und nehmen an den encierros teil, um ihren Mut zu beweisen oder einfach aus Unvernunft. Auch 2009 starb ein junger Mann im Krankenhaus, nachdem ihn ein Stier am Hals getroffen hatte.


Stierlauf ist sehr umstritten


Wie schon oben beschrieben, werden bei jedem Stierrennen einige Treiber verletzt oder sterben sogar, weil sie nicht schnell genug davon rennen können und von Stieren buchstäblich auf die Hörner genommen werden. Diese Ereignisse gehen um die Welt und stehen in vielen Zeitungen. Fünfzehn Menschen kamen seit 1911 ums Leben. Deswegen sind viele Menschen strikt gegen die encierros und wollen, dass sie abgeschafft werden.


Außerdem melden sich auch viele Tierschützer zu Wort, denn der Weg durch die Gassen ist für die Stiere eine Quälerei und sie stehen enorm unter Stress. Die Tierschützer sind außerdem dagegen, dass die Stiere ein paar Stunden später in der Arena getötet werden. Viele sagen, dass aus Tradition ein grausiges Schauspiel geworden ist.




Text: Linga Schütz, 21.07.09 // Bilder: Encierro Johnbojaen/cc-by-sa 3.0; San Fermin PD

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt