In die Pedale, fertig, los! - Sonderausstellung im Puppenhausmuseum Basel

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In die Pedale, fertig, los! - Sonderausstellung im Puppenhausmuseum Basel

Während die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz läuft, gibt es im Puppenhausmuseum in Basel vom 19. April bis zum 5. Oktober eine Sonderausstellung über historische Tretautos für Kinder aus der Zeit von 1920 bis in die 50er Jahre zu bewundern. Für kleine Leute von damals und große Kinder von heute.

Das Puppenhausmuseum in Basel zeigt in seiner Sonderausstellung Tretautos für Kinder.

Das Puppenhausmuseum in Basel

Seit zehn Jahren gibt es das Puppenhausmuseum in Basel bereits. Auf vier Stockwerken mit zirka 1000 Quadratmetern werden über 6000 Exponate ausgestellt. Zu bestaunen sind Puppen und Puppenhäuser, Kaufmannsläden und die weltgrößte Sammlung historischer Teddybären. Einige Ausstellungsstücke sind Überbleibsel aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die ältesten Teddys sind von 1904.

Was ist ein Tretauto?

Ein Tretauto ist ein extra für Kinder hergestelltes Auto im Kleinformat, das man, wie bei einem Fahrrad, durch Treten in die Pedale mit Muskelkraft bewegt. Früher bestand die Karosserie dieser Autos aus Weißblech, deshalb gehören sie zur Kategorie Blechspielzeug. Die ersten Tretautos wurden in Deutschland um 1900 hergestellt. Allerdings konnten es sich nur reiche Familien leisten. Ein solches Fahrzeug kostete damals 72 D-Mark, das entsprach einem durchschnittlichen Monatslohn.

Als die Spielzeugindustrie immer erfolgreicher wurde, begann man, Tretautos nach Vorbildern bestimmter Modelle zu bauen. So wurden die Kinder schon früh auf die entsprechende Marke fixiert und kauften später vielleicht genau dieses Auto in groß. Einige davon hatten sogar Hupe, Blinker und Polstersitze. Ab den 50er Jahren waren die Tretautos dann meist aus Kunststoff. Oft ersetze ein kleiner Batteriemotor den Tretmechanismus. Auch heute gibt es noch solche Autos im Kleinformat. Zum Beispiel stellt Audi ein Gefährt aus Aluminium für Kinder bis zu 1,35 Meter Körpergröße zum Preis von 9.700 Euro her.

Ein Vauxhall "Blue Tourer" aus dem Jahr 1932.



Die Sonderausstellung in Basel

Die Sonderausstellung im Puppenhausmuseum in Basel, die vom 19. April bis zum 5. Oktober stattfindet, zeigt historische Tretautos aus der Zeit von 1920 bis in die 50er Jahre. Darunter sind viele seltene Einzelstücke, wie das Hispano Suiza-Tretauto oder die Modelle des französischen Hersteller Euréka. Vor allem die Modelle aus der Vorkriegszeit sind äußerst seltene Stücke, da nur sehr wenige Miniautos diese Zeit überlebt haben. Eine echte Rarotät ist ein Bugatti-Tretauto, das mit einem Benzinmotor angetrieben wird.

Alte Filme über Autos

Damit man sich besser in die Zeit der Tretautos hineinversetzen kann, werden im Museum alte Filme über Autorennen aus der Zeit von 1903 bis 1964 gezeigt. Damals mussten häufig noch einfache Landstraßen als Rennstrecke herhalten und oft war die Piste nicht einmal asphaltiert. Zu dieser Zeit boten Autorennen einen noch größeren Nervenkitzel als heute, da die Fahrer viel schlechter gesichert waren und nicht selten in den offenen Wagen ohne Helm fahren mussten. Also ein krasser Gegensatz zu heute.

Links ein "Bugatti Biplace Tandem" aus den 20ern, rechts ein "Pathfinder Special" von 1949.

Begehrte Sammlerobjekte

Die Kinderspielzeuge von damals sind heute begehrte Sammlerobjekte. Häufig sind Tretauto-Sammler auch Oldtimer-Fans, die ihren alten Wagen mit dem dazugehörigen Tretauto komplettieren wollen. Auch die Autos im Kleinformat brauchen viel Pflege und Hingabe, damit sie so lange wie möglich erhalten bleiben und sind mitunter ähnlich teuer im Unterhalt wie ihre großen Brüder. Für manche von ihnen wird heute auf Auktionen ein kleines Vermögen geboten.

Tretautos selber fahren

Auch für die kleinen Besucher der Sonderausstellung des Puppenhausmuseums in Basel ist etwas geboten. Alle, die noch nie mit einem Tretauto gefahren sind, haben dort die Möglichkeit! Sie dürfen mit drei Original-Fahrzeugen durch die Ausstellung treten. Zur Auswahl stehen eine rote Citroën Ente 2CV, ein BMW 24 und ein feuerroter Ferrari F430.

Das Museum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 bzw. 5 Schweizer Franken. Für Kinder bis 16 Jahre ist der Eintritt kostenlos.

Also: auf ins Puppenhausmuseum nach Basel!

15.05.2008; Text: Jan Wrede

Quelle: Puppenhausmuseum Steineck-Stiftung, CH-4051 Basel © All rights reserved


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