Die Tropen Ansichten von der Mitte der Weltkugel

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Die Tropen Ansichten von der Mitte der Weltkugel

Unter diesem Titel startet im Berliner Gropiusbau eine Ausstellung über Kunst und Kultur in und über die Tropen. Nach Stationen in Rio de Janeiro und Brasilia ist die Ausstellung bis 5. Januar 2009 in Deutschland zu sehen. Doch was sind die Tropen genau? Wo sind sie und wer lebt dort?

Als Tropen bezeichnet man geografisch den Bereich bis 23,5° nördlich und südlich des Äquators. Dort befinden sich die Wendekreise der Sonne. Der Begriff Tropen kommt vom griechischen tropai heliou und bedeutet auch Sonnwendgebiete.

Zu den Tropen gehören unter anderem Länder und Gebiete wie Thailand, Indonesien, Neuseeland, ganz Mittelamerika und das nördliche Südamerika sowie Zentralafrika. Die Gebiete außerhalb der Tropen werden als Ektropen bezeichnet.

Thomas Struth: Germany Paradise 29, Peru, 2005

Tropische Länder waren und sind für uns als Europäer mehr oder weniger mit Abenteuer und fremden Kulturen verbunden. Für die ersten Entdecker und Abenteurer in diesem Gebiet war der Dschnugel die Hölle, in die sie sich begaben um etwa, wie in Mittelamerika, sich auf die Suche nach dem sagenhaften El Dorado, der goldenen Stadt zu machen.

Für Spekulanten und Investoren platzte dort um 1720 herum eine der ersten Börsenblase der Geschichte, die Southseabubble. Spekulanten hofften auf große Gewinne durch den Handel mit Zuckerrohr und Sklaven. Auch der Physiker Isaac Newton verlor 20 000 Pfund Sterling, als die South Sea Company zahlungsunfähig war.

Die Welt ist bunt

 Beatriz Milhazes, Sampa Acryl auf Leinwand 2005/06

© Beatriz Milhazes, Foto: Fausto Fleury, Rio de Janeiro


Aber auch heute noch bieten die Tropen Platz für Träume vom auswandern und einer besseren Welt: Die ansteckende Lebensfreude in Südamerikas, die Exotik Asiens und die Natur Neuseelands lassen viele von einem Leben als Aussteiger träumen. Doch die andere Seite sind Not und Elend in armen Regionen der Erde. Weil viele Zweit- und Drittweltländer in diesem Gebiet liegen, hat man meist auch Bilder ärmlicher Menschen in unwürdigen Bedingungen vor Augen.

Weil die meisten von uns noch nicht dort waren, sind solche Anschauungen über die Tropen selten zutreffend. Oft vermischen sich Fernsehberichte und Gelesenes mit eigenen Vorstellungen, was meistens an der Realität vorbeigeht.

Denn auch wenn einige der oben genannten Klischees manchmal zutreffen, so eröffnet sich doch ein ganz anderes Bild, wenn man dort lebende Menschen, ihren Alltag und ihre Kultur eingehender betrachtet. Die Ausstellung Die Tropen Ansichten von der Mitte der Weltkugel wollen dazu eine Möglichkeit bieten.

Ansichten von der Mitte der Weltkugel

Marcos Chaves, Papua Neuguinea Maske,

Videoinstallation/Still, 2005 Nordost-Sepik,  19. Jh., Holz, Höhe: 191 cm © Marcos Chaves


Unter diesem Titel präsentiert das Goetheinstitut und die Berliner Museen 280 Ausstellungsstücke. Alte und neue Kunstwerke, sowie Skulpturen und Fotografien werden gezeigt. Dargestellt werden Geister und Götter aus dem alten Mexiko neben Grafiken und Fotografien, die Raubbau und Zerstörung der Umwelt zeigen. Dies wiederum im Gegensatz zu bunten geschnitzten Masken aus Afrika. 40 aktuelle Künstler aus 15 Ländern haben sich an der Ausstellung beteiligt.

Zu sehen ist sie noch bis 5. Januar 2009 im Martin-Gropius-Bau in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.

Hier geht es zur Ausstellung.

Wenn dich die Tropen interessieren dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 90: Der Regenwald

Text: -jj- 11.9.2008; Karte: cc-by-sa 3.0 Murray C. Peel/Lord Toran

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