d12 - Kunst in Kassel

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d12 - Kunst in Kassel

Vom 16. Juni bis zum 23. September, also genau 100 Tage lang, findet dieses Jahr die zwölfte documenta, kurz d12, statt. Die documenta ist eine der angesehensten und größten Ausstellungen für moderne Kunst weltweit. Alle fünf Jahre zieht sie Hunderttausende von Besuchern aus aller Welt in die Stadt Kassel.

Arnold Bode und die ersten documenten

Die erste documenta wurde 1955 vom Maler, Kurator und Kunstpädagogen Arnold Bode ausgerichtet. Mit diesem Projekt wollte er den Menschen vor allem die Kunst näher bringen, die zur Zeit des Dritten Reiches verpönt war und als entartet bezeichnet wurde. Die Ausstellung wurde ein enormer Erfolg, nicht zuletzt durch Bodes geschickte Inszenierung der Kunstwerke.

1959 wurde die nächste documenta angesetzt, denn zunächst wurden sie mit einem Vierjahresrhythmus angesetzt, erst später wurde der Abstand auf fünf Jahre vergrößert. Die d2 wird sogar noch erfolgreicher, als die erste documenta und bringt ihr den Ruf als weltweit anerkannte Ausstellung für zeitgenössische Kunst ein. Nach der dritten Ausstellung 1964 gab Arnold Bode die Leitung ab, wirkte jedoch als Gründungsvater noch weiter im Hintergrund mit und setzt beispielsweise die Ausstellung bestimmter Kunstwerke, die es ihm besonders angetan hatten, durch.

Was bedeutet documenta?

Wer genau die Bezeichnung documenta eingeführt hat, ist umstritten, jedoch wurd sie von Bode geprägt, der später die Urheberschaft für sich beanspruchte. documenta, bewusst klein geschrieben, wie es in der damaligen Zeit modern war, ist ein Kunstwort, das aus dem Lateinischen entlehnt wurde. Es erinnert an die Verben docere (lehren) und mens (Geist), als auch an das Wort documentum. Vor allem die Begriffe Lehre und Geist würden die Intention der Ausstellung sehr gut widerspiegeln, so Bode.

Ausstellungsorte

Als Ausstellungsort dient der documenta seit jeher das Fridericianum. Das Gebäude wurde von 1769 bis 1779 konstruiert und wurde schon damals als Museum benutzt. Seinen seltsamen Namen verdankt es dem Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel, der es in Auftrag gab. Der neunten documenta kam die damals neu errichtete documenta-Halle hinzu. Außerdem werden meist diverse andere Museen herangezogen, um verschiedene Kunstwerke zu beherbergen. Auch im Freien, auf dem Friedrichsplatz direkt vor dem Fridericianum, oder auf der Karlsaue, wird ausgestellt.

Finanzierung

Finanziert wird die documenta zum Teil durch die Einnahmen aus dem Eintrittskartenverkauf, doch selbst bei 650 924 Besuchern im Jahre 2002 sind noch Zuschüsse von der Stadt Kassel sowie von Staat und Bund nötig, um das Millionenbudget zu speisen. Zusätzliche Einnahmen bringt der Katalogverkauf und Spenden von Firmen oder Privatpersonen.

Allerdings werden nur etwa 10% dieser horrenden Summe 2002 sind es 19 Millionen Euro für die eigentliche künstlerische Umsetzung verwendet. Der Löwenanteil geht in die Infrastruktur der Ausstellungsorte, um dem wachsenden Andrang an Besuchern Herr zu werden.

Die documenten   wie die Veranstalter selbst ihre Ausstellungen nennen prägen das Aussehen der Stadt Kassel stärker, als man vielleicht vermuten könnte. Viele der sehr beeindruckenden und vor allem sehr großen Kunstwerke, die im Freien errichtet wurden, sind der Stadt erhalten geblieben.

Im Rahmen des Werkes Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung von Joseph Beuys wurden beispielsweise zahlreiche Bäume gepflanzt, die bis heute stehen. Ungewöhnlicher ist da schon Man walking to the sky (Himmelsstürmer) von Jonathan Borofsky: ein 25 Meter langes Stahlrohr, das sich über den Kulturbahnhof in Kassel erhebt. Auf diesem Rohr ist eine Figur angebracht, die nach oben in den Himmel zu wandern scheint.

Was in der zwölften documenta zu sehen sein wird

Unter dem Begriff der zeitgenössischen Kunst versteht man nicht nur Werke, die unmittelbar vor der Ausstellung entstanden sind, sondern allgemein Stücke, die man mit der modernen Welt in Bezug setzen kann. Daher sind auch durchaus Stücke aus vorherigen Jahrhunderten zu sehen.

Allgemein richtet sich die Ausstellung in diesem Jahr nach einen Leitmotiv, das aus drei Fragen besteht. Ist die Moderne unsere Antike? Was ist das bloße Leben? Was tun?

Diese Fragen werden in der documenta jedoch nicht klar beantwortet. Vielmehr sollen die Kunstwerke als Hilfsmittel der individuellen Erfahrung dienen, das heißt, die Emotionen und Gedanken des Betrachters stehen im Vordergrund. Zusätzlich zu Plastiken und Bildern werden auch künstlerisch anspruchsvolle Filme gezeigt, an jedem Tag einer.

Auf der Seite http://www.documenta12.de/ findet ihr sowohl Informationen über die zwölfte documenta, als auch über alle anderen documenten.

Text: th - 6.6.2007; Bilder: Logo: mit freundlicher Genehmingung documenta Kassel; Stadtverwaldung: Malte Ruhnke, GFDL; Himmelsstürmer: Presse03, GDFL;

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt