Tanz' dir deinen Strom

Berühmte Personen

Tanz' dir deinen Strom

1959 wurde das Aachener Speiselokal Scotch Club in einen Musikclub umgewandelt, in dem erstmals ein DJ wie in einer Radiosendung Musik auflegte und moderierte. Unter dem Namen Jockeys Tanzbar wurde die ehemalige Gaststätte zur ersten Disco Europas.

Warum sagt man Disco und DJ?

Der Begriff Diskothek ist eine Wortneuschöpfung in Anlehnung an Bibliothek und bezeichnete ursprünglich eine Schallplattensammlung. Er leitet sich her vom griechischen Discos Scheibe und Theka Behälter. In den 1960er Jahren begann man das Wort auch für Tanzlokale zu verwenden, in denen und das war damals noch etwas Neues keine Band oder Kapelle spielte, sondern Musik aus der Konserve, also von Schallplatten den Tanz begleitete.

Foto rechts: DJ Spooky.

Die Plattenspieler mussten von irgendjemandem bedient werden und das waren und sind bis heute die Disc Jockeys, abgekürzt DJs. Sie gab es bereits lange, bevor man in die erste Disko zum Tanzen ging beim Radio. Ein Jockey ist übrigens ein Rennreiter.

Schallplatte statt Tanzkapelle

Zunächst war die Diskothek somit nur die sparsamere Variante eines klassischen Tanzlokals, denn ein DJ war einfach billiger als eine ganze Band. Nach und nach entwickelten sich jedoch neue Tanzstile und die Anforderungen an einen DJ unterscheiden sich je nach Musikrichtung erheblich.

Im Englischen spricht man übrigens nicht von Disko sondern von Nightclub oder Club. Auch im deutschen Sprachraum setzt sich die Bezeichnung Club immer mehr durch.

Jugendschutzgesetz

Foto: Lasershow

Wer unter 16 Jahre alt ist, darf eine Disko nur in Begleitung eines Erwachsenen besuchen, der von den Eltern des Minderjährigen schriftlich zur Aufsichtsperson ernannt wurde.

Umweltschonend abtanzen

Watt nennt sich die erste Ökodisco der Welt. Sie befindet sich seit Kurzem in der niederländischen Hafenstadt Rotterdamm. Das Herzstück des Lokals ist die 30 Quadratmeter große Tanzfläche, die aus beweglichen Kunststofffliesen besteht, die Schwingungen in Strom umwandeln. Je heftiger man darauf tanzt, umso mehr Watt erzeugt man. Und das sollten die Besucher auch tun, denn sonst bleibt der Raum dunkel. Je mehr sich hingegen auf der Tanzfläche tummeln, umso heller strahlen die LED-Leuchten im Saal.

Den Betreibern des neuartigen Tanzlokals geht es aber nicht nur um einen werbewirksamen Gag sie wollen tatsächlich etwas für die Umwelt tun und das in allen Bereichen: Regenwasser vom Dach sorgt für die Toilettenspülung, seine Getränke kann man sich per Halterung umschnallen und braucht dadurch keine Plastikbecher und die Klimaanlage regelt sich selbst und kühlt nur nach Bedarf.

Auch in Deutschland besteht Interesse an grünen Clubs. Möglicherweise setzt sich dieser Trend in den nächsten Jahren auch in unseren Großstädten durch. Einen angenehmen Nebeneffekt bringt das Konzept zusätzlich: Stundenlanges ödes Herumstehen neben der Tanzfläche wird es dann nicht mehr geben, denn wer etwas bewegen will und seien es nur die Scheinwerfer, der muss sich bewegen.

Text: Liane Manseicher, 08.01.09; Fotos: Disko: DiLorenzo: GFDL; Lichtorgel: Big.N.: GFDL; Lasershow: Robert Weißenberg: cc-by-sa;  DJ Spooky: Southgeist: GFDL.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt