Timo Boll und Christian Süß holen Silber für deutsche Tischtennis-Herrn

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Timo Boll und Christian Süß holen Silber für deutsche Tischtennis-Herrn

Er ist Weltranglisten-Sechster und stand schon auf Platz 1 Timo Boll, Deutschlands bester Tischtennisspieler macht den Chinesen Konkurrenz in ihrer Königsdisziplin. In der Mannschaftswertung errang er am 18. August 2008 Silber zusammen mit Christian Süß. Man kann gespannt sein auf die Einzelwettkämpfe.

Von klein auf am Ball bleiben - Bolls Karriere

Mit vier Jahren 1985 - begann Timo Boll Tischtennis zu spielen. Sein Vater trainierte ihn zunächst, bevor er 1995 über mehrere andere Vereine zum TTV Gönnern kam, dem er zum Sprung in die erste Tischtennisliga verhalf und dem er bis 2006 treu blieb. Seither spielt er für den deutschen Spitzenverein Borussia Düsseldorf.


Seine Karriere ist von Siegen so gepflastert, dass man nur die bedeutendsten nennen kann: 2002 stieg er zur Weltspitze auf und verdrängte im Januar 2003 den Chinesen Ma Lin vom ersten Weltranglistenplatz. Eine unglaubliche Position für einen deutschen Tischtennisspieler, muss man doch wissen, dass in dieser Sportart traditionell China die besten Spieler ausbildet.


Obwohl er nach 2003 durch Misserfolge und Verletzungen auf Platz sechs der Weltrangliste abrutschte, ist er immer noch einer der ganz Großen, was an folgenden Highlights seiner Siegesliste deutlich wird:

Titel über Titel

Bei der Weltmeisterschaft 2005 holte er zusammen mit Christian Süss im Doppel die Silbermedaille, 2007 in gleicher Kombination den ersten Platz bei der Europameisterschaft. 2007 errang Boll mit Gönnern den Champions League Pokal. 2007 holte er sich schließlich die Europameisterschaftstitel im Einzel, Doppel und in der Teamwertung.


In China fast ein Popstar




In China ist Boll wohl bekannt und hat eine riesige Fangemeinde. Als er auf dem Flughafen in Peking ankam, brauchte er eine ganze Schar von Sicherheitskräften, um ihn sicher durch die begeisterte Menge Schaulustiger zu bringen. Bei der Wahl zum attraktivsten Sportler der Welt in China landete er sogar auf Platz 1.


Nachdem er 2005 die drei weltbesten chinesischen Tischtennisspieler schlug, soll er sogar zum sportlichen Staatsfeind Nr. 1 erklärt worden sein. Angeblich wurden sogar etliche Spieler darauf gedrillt, genau so zu spielen wie er, um die Stars mit ihnen trainieren zu lassen. Ernst nimmt man Boll in China also auf jeden Fall.

Die Olympischen Spiele 2008

Erklärtes Traumziel des deutschen Sportdirektors Dirk Schimmelpfennig war nun die Goldmedaille in Peking zu holen. Boll war von Anfang an klar, dass das sehr, sehr schwer würde, doch nach dem Halbfinalsieg im Doppel gegen Japan befand sich das Team Boll-Süss in einer sehr guten Ausgangsposition: mit der Silbermedaille quasi in der Tasche konnten sie entspannt ins letzte Spiel gehen, während das chinesische Team, Wang Liquin und Wang Hao unbedingt siegen mussten.


Mit entsprechender mentalen Stärke starteten die Deutschen und gewannen den ersten Satz. Doch dann holen die Chinesen auf und gewinnen schließlich 3:0. Dass es am 18. August 2008 letztlich trotzdem nicht für Gold reichte, war nur im ersten Moment enttäuschend. Jetzt freuen sich Timo Boll und Christian Süss über ihre Silbermedaille. Bronze geht an das südkoreanische Team.


Für die Einzelwettbewerbe vom 19.-23. August ist neben Boll und Süss auch der Deutsche Dimitrji Ovtcharov qualifiziert, bei den Frauen sind es Elke Wosik und Wu Jiaduo.


Text: Liane Manseicher, 18.08.08; Foto: GFDL: www.ittf.com;

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