Schwimmen Wie ein Fisch im Wasser

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Schwimmen Wie ein Fisch im Wasser

Viele Mensch können schwimmen. Die meisten lernen es in ihrer Kindheit mit ungefähr sechs Jahren. Doch die Profis, die bei Olympia an den Start gehen, schwimmen in einer anderen Liga. Sie bringen pure Kraft ins Wasser und arbeiten sich mit Höchstgeschwindigkeit durch die Wellen. Jedes Jahr werden etliche Weltrekorde gebrochen und neue Bestmarken gesetzt. In London gehen Michael Phelps und Co. wieder auf Rekordjagd.

Das Schwimmbecken

Die Strecken bis zu 1.500 Metern werden in einem Schwimmbecken ausgetragen. Die Bahnen sind in der Regeln entweder 25 oder 50 Meter lang und 2,50 Meter breit. Das Becken muss mindestens zwei Meter tief sein. Die Wassertemperatur beträgt normalerweise 25 bis 28 Grad Celsius.

Meistens sind acht Bahnen nebeneinander, die durch rote Leinen voneinander getrennt sind. Diese Wellenbrecher sollen die Wellen von den anderen Bahnen aus der eigenen fernhalten. Auf dem Boden ist für jeden Schwimmer ein 25 Zentimeter breiter, schwarzer Strich am Boden angebracht, der als Orientierung dient.

Ein Rennen in einem Becken mit acht Bahnen.

Der Start

Die Schwimmer starten von Startblöcken, die an jeder Bahn erhöht am Beckenrand stehen. Sobald das Startsignal ertönt, springen die Sportler mit einem Kopfsprung ins Wasser. Unter Wasser dürfen sie einen Zug machen, ehe sie wieder auftauchen und an der Oberfläche weiter schwimmen. Bei einem Fehlstart wird eine Leine ins Wasser gelassen, um diesen zu signalisieren. Der Start wird dann wiederholt.

Mittlerweile gibt es bei den meisten Wettkämpfen die sogenannte 1-Start-Regel. Das heißt, sobald ein Schwimmer einen Fehlstart macht, wird er disqualifiziert. Beim Rückenschwimmen wird nicht vom Startblock gesprungen, sondern die Sportler starten aus dem Wasser.

Die Wende und der Anschlag

Die meisten Wettbewerbsstrecken sind so lang, dass die Schwimmer mehrere Bahnen schwimmen müssen. Kurz bevor ein Sportler den Beckenrand erreicht, führt er eine Wende durch. Dabei taucht er unter und macht eine Rolle im Wasser. Mit den Füßen stößt er sich von der Wand ab und schwimmt in die andere Richtung zurück. Dies macht er am Ende jeder Bahn, bis er die ganze Distanz zurückgelegt hat.

Wenn der Schwimmer auf den letzten Metern ist, macht er sich für den Anschlag bereit. Erst wenn er die Beckenwand berührt, wird seine Zeit gestoppt. Meist wird die Zeit elektronisch genommen. Deshalb ist an der Wand eine Anschlagmatte angebracht, die schon auf geringste Berührungen reagiert. Bei Brust- und Schmetterlingsschwimmen berühren beide Hände die Wand.

Die typische Körperhaltung beim Brustschwimmen.



Brustschwimmen

Das Brustschwimmen ist der Schwimmstil, den die meisten Menschen zuerst erlernen. Dennoch gilt er im Leistungsschwimmen, wenn er richtig ausgeführt wird, als schwierigster Stil. Bei Brustschwimmen liegt man in Brustlage im Wasser. Die Arme werden zusammen unter dem Körper nach vorne geführt und dann gestreckt auseinander nach hinten gezogen.

Dabei werden die Hände senkrecht gehalten, sodass man den besten Vortrieb erhält. Unmittelbar danach folgt der Beinschlag, bei dem die gespreizten Beine ruckartig wieder zusammengeführt werden. Dieser Stil ist technisch anspruchsvoll, da man leicht schief im Wasser liegt und dadurch Zeit verliert.

Beim Kraulen kann man die höchsten Geschwindigkeiten erreichen.

Freistil

Beim Freistil-Wettkampf darf sich jeder Schwimmer seinen Stil aussuchen. Da man beim Kraulschwimmen die höchsten Geschwindigkeiten erreichen kann, wird fast immer der Kraulstil benutzt.

Dabei führt man die Arme abwechselnd über den Kopf nach vorne und zieht sie kraftvoll durchs Wasser unter dem Bauch nach hinten. Die Beine schlagen ebenfalls abwechselnd auf und ab. Die meiste Zeit hat der Schwimmer dabei das Gesicht im Wasser. Nach einigen Armzügen atmet er seitlich unter einem Arm.

Rückenschwimmer in Aktion.



Rückenschwimmen

Beim Rückenschwimmen liegt man auf dem Rücken flach im Wasser. Die Arme werden abwechselnd über den Kopf nach hinten ins Wasser geführt und pflügen dann unter dem Rücken durchs Wasser. Die Bewegung der Beine ist ähnlich wie beim Kraulen.

Rückenschwimmer starten nicht vom Startblock, sondern aus dem Wasser. Sie halten sich an ihren Blöcken fest und stoßen sich beim Startschuss nach hinten ab. Auch die Wende müssen sie anders durchführen. Dazu tauchen sie rückwärts unter, stoßen sich nach vorne ab und drehen sich während des Auftauchens wieder auf den Rücken.

Der Schmetterlingstil ist schnell, aber sehr kräftezehrend.

Schmetterling

Der Schmetterlingsstil gilt nach dem Kraulen als zweitschnellste Schwimmart. Allerdings ist sie auch sehr anstrengend. Man liegt auf der Bauchseite im Wasser und bringt die Arme gleichzeitig über dem Kopf nach vorne ins Wasser. Dann werden sie unter Wasser S-förmig nach hinten gezogen. Nach zwei Zügen wird nach vorne geatmet.

Die Beine bewegen sich in einer Wellenbewegung, die durch den ganzen Körper geht. Früher hieß der Schmetterling-Stil auch Delfin-Stil genannt. Doch mittlerweile wurde dieser Stil streng festgelegt und offiziell als Butterfly (Schmetterling) bezeichnet.

Lagenschwimmen

Beim Lagenschwimmen werden die vier oben genannten Schwimmstile kombiniert. Dabei schwimmen die Sportler jeweils ein Viertel der Strecke in einem Stil. Nach der Wende folgt dann eine andere Schwimmart. Bei Olympia werden diese Wettkämpfe über 200 und 400 Meter ausgetragen. Die Reihenfolge bei Einzelwettkämpfen ist Schmetterling, Rücken, Brust und Freistil (also Kraulen).

Die Staffeln

Wie bei der Leichtathletik gibt es auch beim Schwimmen Staffeln, zum Beispiel 4x100 Meter. Dabei muss jeder Sportler einmal die Strecke zurücklegen, ehe der nächste übernimmt. Der Staffelwechsel erfolgt, wenn der Schwimmer anschlägt. Erst dann darf der nächste starten. Er springt dabei vom Startblock über seinen Teamkollegen hinweg. Die Lagenstaffel funktioniert ähnlich, nur dass jeder Sportler in einem anderen Stil schwimmt. Die Mannschaften setzen natürlich dafür ihre Spezialisten im jeweiligen Stil ein.

Im Watercube von Peking fanden 2008 die olympischen Schwimmwettkäpfe statt.



Die Wettkämpfe bei Olympia

Bei den Olympischen Spielen gibt es folgende Strecken: 50 Meter, 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter und 1.500 Meter (bei Frauen 800 Meter). Außerdem gibt es die 4x100 Meter Freistil-Staffel, die 4x200 Meter Freistil-Staffel sowie die 4x100 Meter Lagenstaffel.

Für die Langstreckenschwimmer gibt es den Marathon über zehn Kilometer. Für Paul Biedermann stehen die Chancen gut, in London eine Medaille zu erschwimmen. Doch ob es sich gegen den wieder erstarkten Michael Phelps durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.



06.08.2008; Text: Jan Wrede; Bilder: Wikipedia, Bahnen: McSmit (GNU), Kraul: Manfred Werner (GNU), Watecube: Nggsc (GNU)

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