London 2012 Sicherheit für die Spiele

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London 2012 Sicherheit für die Spiele

Als Gastgeber der Olympischen Spiele 2012 will London sich der Welt von seiner besten Seite zeigen. Doch wie garantiert man im Zeitalter des international organisierten Terrors sichere Sommerspiele? Dazu wurden immense Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Die Londoner Polizei wird zu Olympia von Militär und privaten Sicherheitskräften unterstützt.

Großeinsatz

Um die Sicherheit in London zu garantieren, planten die Organisatoren einen noch nie da gewesenen Großeinsatz von Polizei, Militär und privaten Sicherheitskräften. Vorgesehen waren 40.000 Sicherheitskräfte, unterstützt von 13.500 Soldaten und 10.000 Polizisten. Das macht insgesamt sechs Mal mehr Menschen, die für die Sicherheit zuständig sind, als Athleten bei den Spielen teilnehmen.

In London gibt es auch eine berittene Polizeistaffel.



Fort London

Zu dem immensen Aufgebot an Personal kommen noch mehrere Abfangjäger vom Typ Typhoon, sowie mehrere Hubschrauber vom Militär, die den Luftraum sichern sollen. Außerdem hat die britische Kriegsmarine auf der Themse mehrere Schiffe stationiert. Der Einsatz des Rapier-Raketensystems ist bislang noch in Planung.

Damit mutet ganz London während der Olympischen Spiele wie ein hermetisch abgeriegelter Komplex an. Man betreibt diesen immensen Aufwand, um der Gefahr von Terroranschlägen vorzubeugen. Man befürchtet eine Attacke einer terroristischen Organisation, wie es schon einmal, bei den Spielen 1972 in München der Fall war. Deshalb will man Land-, Luft- und Seeweg so gut wie möglich abschirmen und überwachen.

Zur Sicherung des Luftraums über London werden Eurofighter eingesetzt.

Pannen bei der Sicherheit

Trotz des gewaltigen organisatorischen und personellen Aufwands scheinen die Londoner Sicherheitskräfte nicht optimal auf den Einsatz bei Olympia vorbereitet zu sein. So gelang es mehreren terrorverdächtigen Personen ungehindert die Passkontrolle am Londoner Flughafen Heathrow zu passieren. Experten sind der Meinung, dass viele der eingestellten Sicherheitsleute, vor allem jene, die von privaten Unternehmen eingesetzt werden, noch zu unerfahren sind.

Außerdem konnte die Sicherheitsfirma G4S statt der vertraglich zugesicherten 10.400 Sicherheitsleute nur 4.200 bereitstellen. Daraufhin muss nun die Armee eingreifen. Sie stellt nun noch einmal 3.500 Soldaten allein für die Bewachung des Olympischen Dorfes ab. Man möchte so den Athleten ein Höchstmaß an Sicherheit beiten.

Die HMS Ocean wird auf der Themse stationiert.



Spiele wie im Gefängnis?

Die Organisatoren möchten natürlich weder Athleten noch Zuschauer gefährden, weshalb sie so großen Wert auf die Sicherheit legen. Doch bei dem massiven Aufgebot an Security könnte der eine oder andere Athlet das Olympische Dorf mit einem Gefängnis verwechseln. Auch die Zuschauer könnten sich durch die massive Polizei- und Militärpräsenz beunruhigt fühlen, was die Begeisterung für die Sommerspiele 2012 vielleicht etwas dämpfen könnte.

 

 

Mehr findest du auch in unserem WAS IST WAS Band 93: Die Olympischen Spiele.

 

 

 

 

16.07.2012 // Text: Jan Wrede; Bilder: Pferd: Adrian Pingstone (pd), Bobbys: octagon (pd), Ocean: Graham Richardson (cc-by-sa 2.0), Eurofighter: DrPete (cc-by-sa 2.0)

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