Leichtathletik bei Olympia Teil 1: Laufdisziplinen

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Leichtathletik bei Olympia Teil 1: Laufdisziplinen

Schon seit der Antike betreibt der Mensch Leichtathletik. Seit den ersten Olympischen Spielen 776 v. Chr. ist diese Sportart fester Bestandteil jeder Spiele. Die Laufdisziplinen waren die ersten Wettkämpfe der Olympiade und kürten die schnellsten Läufer. Seither haben sich die Rekorde jährlich verbessert, vor allem über die 100 Meter liefern sich die Besten der Welt eine erbitterte Rekordjagd, zuletzt die Sprinter Usain Bolt, Asafa Powell und Tyson Gay.

Überblick

Der Begriff Leichtathletik grenzt alle Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen von der Schwerathletik (zum Beispiel Gewichtheben) ab. Die Laufwettbewerbe werden hauptsächlich auf der insgesamt 400 Meter langen, ovalen Rundbahn ausgetragen.

 

 

Bei den Kurzstrecken hat jeder Läufer seine eigene Bahn, die er nicht verlassen darf, während die Lang- und Mittelstreckler alle Bahnen benutzen dürfen. Der Start erfolgt beim Sprint aus dem Tiefstart in kauernder Position. Mittel- und Langstreckler starten aus dem Stand. Die Kampfrichter starten das Rennen, entscheiden über Fehlstarts und Disqualifikationen. Der erste im Ziel gewinnt.

200-Meter-Rennen während der WM in Osaka.

Der Sprint

Bei der ältesten olympischen Disziplin, dem Sprint, geht es darum, eine kurze Strecke so schnell wie möglich zu laufen. Bei Olympia gibt es die Kurzstrecken 100, 200 und 400 Meter, die im Sprint zurückgelegt werden. Nach dem Startschuss muss der Läufer sehr schnell eine hohe Geschwindigkeit aufnehmen, die er dann über die restliche Renndauer halten muss.

Da alle Sportler möglichst gut starten wollen, laufen sie oft etwas zu früh los. Wird ein solcher Fehlstart begangen, bekommen alle Läufer eine Verwarnung. Unterläuft nun ein weiterer Fehlstart, wird derjenige disqualifiziert, der zu früh losgespurtet ist. Der schnellste Mann der Welt ist nach wie vor Usain Bolt aus Jamaica.

100-Meter-Weltrekorde:

Männer: 9,58 s (Usain Bolt, 16.08.2009) - Frauen: 10,49 s (Florence Griffith-Joyner, 16.07.1988)

200-Meter-Weltrekorde:

Männer: 19,19 s (Usain Bolt, 20.08.2009) - Frauen: 21,34 s (Florence Griffith-Joyner (29.09.1988)

400-Meter-Weltrekorde:

Männer: 43,18 s (Michael Johnson, 26.08.1999)- Frauen: 47,60 s (Marita Koch, 06.10.1985)

Die Mittel- und Langstrecken

Die Mittel- und Langstreckenläufe fordern vor allem eine hohe Ausdauer von den Läufern. Olympische Mittelstrecken sind 800 und 1.500 Meter. 5.000 und 10.000 Meter sowie der Marathonlauf über 42,195 Kilometer zählen zu Langstrecken, die bei Olympia zurückgelegt werden.

Fast alle diese Disziplinen werden auf der Rundbahn ausgetragen, was zuweilen etwas eintönig werden kann, denn beim 10.000 Meterlauf sind 25 Stadionrunden zu absolvieren. Der Marathon führt deshalb über eine festgelegte Strecke außerhalb des Stadions und findet erst auf den letzten Metern den Weg ins ovale Rund.

800-Meter-Weltrekorde:

Männer: 1:41 min (David Lekuta Rudisha, 29.08.2010) - Frauen: 1:53 min (Jarmila Kratochvilova, 26.07.1983)

1.500-Meter-Weltrekorde:

Männer: 3:26 min (Hicham El Guerrouj, 14.07.1998) - Frauen: 3:50 min (Qu Yunxia, 11.09.1993)

5.000-Meter-Weltrekorde:

Männer: 12:37 min (Kenenisa Bekele, 26.08.2004); Frauen: 14:11 min (Tirunesh Dibaba, 06.06.2008)

10.000-Meter-Weltrekorde:

Männer: 26:17 min (Kenenisa Bekele, 31.05.2005) - Frauen: 29:31 min (Wang Junxia, 08.09.1993)

Marathon-Weltrekorde:

Männer: 2 h 3 min (Patrick Makau Musyoki, 25.09.2011) - Frauen: 2 h 15 min (Paula Radcliffe (13.04.2003)

Hindernislauf der Frauen.


Hürden

Die Hürdenläufe sind im Grunde auch Sprint- bzw. Langstrecken-Disziplinen, allerdings werden den Läufern hier mehrere Hindernisse in Form von Hürden in den Weg gestellt, die sie überspringen müssen.

Es gibt die Disziplinen 110 Meter Hürden (bei den Frauen 100 Meter), 400 Meter Hürden und 3.000 Meter Hindernis. Bei den beiden Kurzstrecken hat jede Bahn eigene Hürden, die umfallen können, wenn der Sportler sie berührt. Das zählt für ihn allerdings nicht als Fehler. Beim 3.000 Meter Hindernislauf springt jeder Läufer über die selbe Hürde, die sehr viel dicker und stabiler ist und somit nicht umfallen kann. Außerdem gibt es einen Wassergraben hinter einem der Hindernisse.

110/100-Meter-Hürden-Weltrekorde:

Männer: 12,87 s (Dayron Robles, 12.06.2008) - Frauen: 12,21 s (Jordana Donkova, 20.08.1988)

400-Meter-Hürden-Weltrekorde:

Männer: 46,78 s (Kevin Young, 06.08.1992) - Frauen: 52,34 s (Julija Petschonkina, 08.08.2003)

3.000-Meter-Hindernis-Weltrekorde:

Männer: 7:53 min (Saif Saaeed Shaheen, 02.09.2004) - Frauen: 8:58 min (Gulnara Galkina, 17.08.2008)

Gedränge beim Wechsel der 4x400 Meter.

Staffel

Beim Staffellauf tritt ein Team aus vier Sprintern an, die nacheinander laufen. Dabei übergeben sie den sogenannten Staffelstab aus Aluminium an den jeweils nächsten Läufer, bis jeder seine Strecke zurückgelegt hat. Bei Olympia gibt es die 4x100 Meter Staffel, bei der jeder Sprinter 100 Meter laufen muss, sowie die 4x400 Meter Staffel, bei der jeder Sportler eine Stadionrunde zu absolvieren hat.

Bei der Staffel kommt es neben der Schnelligkeit der einzelnen Läufer auch auf die Genauigkeit und das Timing bei der Übergabe des Stabes an. Verliert man ihn, oder werden die Wechselbegrenzungen nicht eingehalten, wird man disqualifiziert.

4x100-Meter-Weltrekorde:

Männer: 37,40 s (Jamaica, 04.09.2011) - Frauen: 41,37 s (DDR, 06.10.1985)

4x400-Meter-Weltrekorde:

Männer: 2:54 min (USA, 22.08.1993) - Frauen: 3:15 min (UdSSR, 1.10.1988)

Typische Laufweise beim Gehen.



Gehen

Im Gegensatz zum Sprint, bei dem zeitweise beide Beine des Sportlers in der Luft sind, muss beim Gehen immer mindestens ein Fuß den Boden berühren. Diese Regel führt zu einem komisch anmutenden, entenartigen Gang.

20 Kilometer und 50 Kilometer werden bei den Olympischen Spielen gegangen, 50 Kilometer allerdings nur von den Männern. Diese Disziplinen werden, wie der Marathonlauf, außerhalb des Stadions abgehalten. Es gibt Kampfrichter, die auf die richtige Gangart achten und bei Regelverstößen Verwarnungen und Disqualifizierungen aussprechen.

20-km-Weltrekorde:

Männer: 1 h 17 min (Wladimir Kanalkin (29.09.2007) - Frauen: 1 h 25 min (Wera Sokolowa (26.02.2011)

50-km-Weltrekord:

3 h 34 min (Denis Nischegorodow, 11.05.2008)

04.08.2008; Text: Jan Wrede, Update 01.08.2012; Bilder: Wikipedia GNU, Hindernis: Albertus teolog, Staffel & 200m: Eckhard Pecher

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt