Die Paralympischen Spiele 2012 in London

Berühmte Personen

Die Paralympischen Spiele 2012 in London

Zwei Wochen nach den Olympischen Spielen steht London wieder im Zentrum des internationalen Sports. Bei den diesjährigen Paralympics treten vom 29. August bis 9. September 4.200 Sportlerinnen und Sportler aus 166 Ländern in 21 Disziplinen an. Das deutsche Paralympicteam ist mit 150 Teilnehmern dabei.

Der Begriff Paralympic stammt vom Wort parallel ab. Er weist darauf hin, dass die Spiele der Behinderten neben den Olympischen Spielen abgehalten werden. Die Paralympics sind der größte Sportanlass für Athletinnen und Athleten mit einer Körper- und Sinnesbehinderung. Zum Begriff existieren vier verschiedene Entstehungsvarianten:


Rollstuhlbasketball ist eine der härtesten und spannendsten paralympischen Sportarten.


PARAlysis OLYMPICS

Zusammensetzung aus den englischen Begriffen für Lähmung und Olympiade,

PARAllel OLYMPICS

Spiele, die parallel zu Olympischen Spielen ausgetragen werden,

PARA OLYMPICS

para, abgeleitet von der griechischen Silbe für sich anschließen,

PARA OLYMPICS

para, abgeleitet von der lateinischen Silbe für zugehörig, neben.



Der Erfinder: Ludwig Guttmann


 

Als Vorreiter der Paralympics gelten die Stoke Mandville Wheelchair Games (Stoke Mandville Rollstuhl Spiele). Der britische Arzt Dr. Ludwig Guttmann organisierte dieses erste Sportfest für Behinderte im Jahr 1948. Damals fanden die Olympischen Spielen in London statt. Guttmann versuchte die im Krieg geschädigten Soldaten durch Sport und Spiel wieder zu motivieren, sie wieder in Bewegung zu setzen und ihnen neuen Lebensmut zu geben. Durch den Sport sollten sie lernen, leichter mit ihren Behinderungen umgehen zu können.


 

Die Entwicklung der Paralympics


 

1952 nahmen zum ersten Mal auch ausländische Athletinnen und Athleten an diesem Wettkampf teil - dies wird als der Beginn der Paralympics angesehen. Nach und nach wurde das Wettkampfprogramm für Athleten mit einer Behinderung immer attraktiver und immer weiter ausgebaut.


 

Beim Blindenfußball enthält der Ball eine Klingel, damit die Spieler ihn finden.


Die ersten offiziellen Paralympics fanden dann 1960 in Rom statt. Damals nahmen ca. 400 Athleten aus 23 Ländern teil. In Barcelona 1992 waren es schon über 3000 und seit den Spielen in Sydney im Jahr 2000 gehen über 4000 Sportler an den Start.


 

Die ersten Winter-Paralympics wurden erst 1976 im schwedischen Örnsköldvik gefeiert. Es beteiligten sich 250 Athleten aus 14 Nationen. In Salt Lake City waren es schon über 600.


 

Seit 1988 werden die Paralympics in der Stadt durchgeführt, in der auch die Olympischen Spiele stattfinden. Für die Organisation und Vergabe zeichnet das IOC (Internationale Olympische Komitee) und das IPC (Internationale Paralympische Komitee) verantwortlich. Die Paralympics schließen normalerweise an die Olympischen Spiele an.


Manche amputierte Sportler tragen solche federnden Prothesen.


Teilnehmer an den XIV. Paralympics in London



Vom 29. August bis 9. September kämpfen zirka 4.200 behinderte Athletinnen und Athleten aus 166 Ländern um die insgesamt 503 Medaillensätze. Das deutsche Paralympicteam ist mit 150 Sportlern dabei. Neben den Sportlern reisen auch eine Vielzahl von Betreuern, Trainern und Physiotherapeuten mit. Die blinden Läufer haben ihren persönlichen Begleitläufer dabei, der ihnen dabei hilft, auf der Strecke zu bleiben. 2008 bei den Paralympics in Peking 14 Gold-, 25 Silber- und 20 Bronzemedaillen.



Wettbewerbe

 


In den folgenden 21 Sportarten werden 503 Wettkämpfe ausgetragen: (Rollstuhl-)Basketball, Boccia, Bogenschießen, (Rollstuhl-)Fechten, Fußball für Körperbehinderte, Fußball für Sehbehinderte, Gewichtheben, Goalball, Judo, Leichtathletik, Radsport auf Bahn und Straße, Reiten, (Rollstuhl-)Rugby, Rudern, Schießen, Schwimmen, Segeln, (Rollstuhl-)Tennis, Sitzvolleyball sowie Tischtennis.



Startklassen


 

Menschen können verschiedene Behinderungen haben, die sie ganz unterschiedlich einschränken. Damit aber dennoch ein gerechter Leistungsvergleich stattfinden kann, wurden unterschiedliche Startklassen eingeführt. Die Sportler werden nach ihren Handicaps eingruppiert (Amputierte, Cerebralparetik eine Hirnschädigung, Sehbehinderte, Rollstuhl-Athleten und "les Autres", das ist französisch und bedeutet "die Anderen"), so dass Sportler nur gegen andere Sportler antreten, die eine ähnliche Behinderung haben. So gab es beim Marathon der Männer in Sydney zum Beispiel sieben Startklassen und ebenso viele Sieger.


 

Auch Tennis kann man in einem Rollstuhl spielen.


Bei Mannschaftsportarten werden verschieden starke Behinderungen mit Punkten versehen. Ein Team darf eine bestimmte Punktzahl nicht über- oder unterschreiten. So können Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen in spannenden Wettbewerben gegeneinander antreten.



Menschen mit geistiger Behinderung sind in London ausgeschlossen. Das war schon bei den Paralympics 2008 in Peking so, weil im Jahr 2000 in Sydney die spanische Basketballmannschaft mehrheitlich mit nicht körperlich behinderten Sportlern angetreten war und so die Goldmedaille auf nicht vorgesehene Weise errungen hatte.

Wenn ihr euch für die herausragenden Leistungen der Sportler mit Behinderung interessiert, dann könnt ihr täglich die Paralympics verfolgen. Sie werden von ARD und ZDF live übertragen.

20.08.2012 // Text: Jan Wrede; Bilder: Logo: ®, Fußball: Peter Voeth (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Basketball: Pierre-Selim (cc-by-sa 3.0), Pistorius: Elvar Palsson (cc-by-sa 2.0), Tennis:  (cc-by-sa 2.5)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt