Die Paralympics 2010 in Vancouver

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Die Paralympics 2010 in Vancouver

Zwei Wochen nach den Olympischen Winterspielen beginnen am 12. März die 10. Winter-Paralympics in Vancouver. Bei den Winterspielen für behinderte Sportler wird an neun Wettkampftagen um die Medaillen gekämpft.

Was sind Paralympics?

Die Paralympics wurden 1960 ins Leben gerufen, um auch für Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit zu schaffen, sich sportlich auf internationaler Ebene zu messen. Seit 1976 gibt es die Paralympics auch in der Winterausgabe. Sie finden immer wenige Wochen nach den Olympischen Spielen statt.

Alpines Skifahren für Querschnittsgelähmte.


Disziplinen bei den Winter-Paralympics

Die Tatsache, dass die Teilnehmer bei den Paralympics behindert sind, schränkt die Disziplinen ziemlich ein, da manche Sportarten von ihnen nicht betrieben werden können. Somit sind es 64 Wettkämpfe in fünf Sportarten. Diese sind Langlauf, Biathlon, Ski Alpin, Rollstuhlcurling und Sledge-Eishockey, bei dem die Spieler auf kleinen Schlitten mit Kufen fahren.

Da die Teilnehmer unterschiedliche Behinderungen haben, gibt es für Langlauf, Biathlon und Ski Alpin drei Kategorien: Stehend, Sitzend und Sehbehindert. Somit ist gewährleistet, dass jeder Sportler fair behandelt und nicht benachteiligt wird. Sehbehinderte müssen trotz allem eine Augenbinde tragen und werden dann von einem voraus fahrenden Führer über die Strecke geleitet.

Beim Slegde-Eishockey fahren die Sportler auf einem speziellen Schlitten über das Eis.



Spannung garantiert

Damit bei stehenden und sitzenden Fahrern Wertungsgerechtigkeit besteht, wurde dieses Jahr ein neues Verfahren eingeführt. Bei einer besonders hohen Behinderungsstufe bekommt der Sportler einen Zeitvorteil gegenüber einem Athleten mit geringerer Stufe. Dieser Vorteil wird nicht im Nachhinein angerechnet, sondern die Uhr läuft für ihn einfach etwas langsamer.

Dieser minimale Unterschied ist für den Zuschauer kaum erkennbar und so steigt das Spannungsmoment. Somit ist derjenige der Sieger, der auf diese Weise die Bestzeit erzielt.

Beim Rollstuhlcurling gehört das deutsche Team zu den Favoriten.


Deutsche unter den Favoriten

34 Nationen entsenden Sportler nach Vancouver, darunter auch Deutschland. Zwar sind es nur 20 deutsche Teilnehmer, doch von ihnen gehört fast jeder zum engeren Favoritenkreis in seiner Disziplin. Das Rollstuhlcurling-Team reist als Europameister zu den Paralympics und kann sich gute Hoffnungen auf die Goldmedaille machen.

Auch im Ski Alpin schicken die Deutschen mit Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler zwei hohe Favoriten ins Rennen. Die 17-jährige Anna Schaffelhuber hat ebenfalls Medaillenchancen. Sowohl im Langlauf als auch im Biathlon zählt Verena Bentele zu den Topkandidaten auf Gold. Andrea Eskau hat schon in Peking Gold im Handbike gewonnen und versucht es nun in der Loipe.

 

Die deutsche Sondermarke anlässlich der Winter-Paralympics in Vancouver.



Respekt für die Leistungen

Die Sportler bei den Paralympics erbringen mindestens genauso gute Leistungen wie ihre Kollegen ohne Behinderung. Dennoch werden die Athleten lange nicht so gefeiert, wie Maria Riesch oder Magdalena Neuner. Kaum jemand kennt die Protagonisten der Paralympics. Auch das Preisgeld für einen Paralympics-Sieg beträgt nur ein Drittel des Preisgeldes für einen Olympiasieg.

Klar fühlen sich die Paralympics-Teilnehmer nicht genügend beachtet. Sie fordern mehr Respekt für ihre Leistungen in der Öffentlichkeit. ARD und ZDF übertragen vom 12. bis 21. März die Paralympics. Für alle, die herausragende sportliche Leistungen sehen wollen, wird auf jeden Fall etwas dabei sein.



11.03.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: Skifahrer: US Federal Government (pd), Eishockey: Tech. Sgt. Cecilio Ricardo (pd), Curling: Rck S. (pd), Marke: Lutz Menze (Deutsche Pos AG) (pd)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt