Die First Nations in Kanada

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Die First Nations in Kanada

Als First Nations werden die indianischen Ureinwohner von Kanada bezeichnet. Die 615 Stämme werden jedoch oft von der Gesellschaft benachteiligt. 200 dieser Stämme leben allein in British Columbia, wo die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Auch dort kommt es zu Konflikten.

 

Schon seit Jahrtausenden leben die Stämme der First Nations in Kanada.


Die Geschichte der First Nations

First Nations bedeutet Erste Nationen und bezeichnet die indigenen Ureinwohner des Landes Kanada. Es gibt Funde, die belegen, dass sie das Land schon vor 12.000 Jahren besiedelten. Doch mit der Entdeckung und der Kolonialisierung durch die Europäer begann die Benachteiligung der First Nations. Sie wurden immer weiter zurückgedrängt und in Reservate verwiesen.

Lange Zeit durften die First Nations ihre eigenen Sprachen nicht benutzen. Erst 1960 durften sie an bundesweiten Wahlen teilnehmen. Seither versuchen die Kanadier ihre Ureinwohner mehr zu würdigen. Einige der First Nations sind zu einem gewissen Wohlstand gekommen, weil sie sich in einem Wirtschaftszweig etablieren konnten. Aber es gibt auch immer noch sehr arme Stämme.


Die First Nations glauben an Naturgötter und bauen ihren Ahnen Totempfähle.



Naturverbundenheit

Ein wichtiger Bestandteil der Religion der First Nations ist die Natur. Sie glauben an die verschiedensten Naturgötter, die ihrer Meinung nach in bestimmten Plätzen innewohnen. So sind den First Nations manche Berge heilig, weil dort ein bestimmter Gott wohnt. Deswegen ist es ihnen sehr wichtig, dass das von ihnen seit Jahrtausenden bewohnte Land nicht von Außenstehenden verändert oder zerstört wird.

Der Bundesgerichtshof urteilt

Im Jahr 2008 urteilte der Oberste Gerichtshof von Kanada über die Besitzrechte der First Nations. Mit seinem Urteil räumte er den Ureinwohnern das Recht auf ihr Land und die Verfügung über die enthaltenen Resourcen ein. Damit haben die First Nations eine rechtliche Grundlage.


Viele Stämme protestieren gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Vancouver.


Das Problem ist nur, dass sich die Provinzregierungen oft nicht an diese Bestimmung halten und Verzögerungstaktiken anwenden. Sie wollen, dass Unternehmen auf dem Land investieren, weil sie dann Steuern erhalten. Dafür nehmen sie die Missachtung der Rechte der First Nations in Kauf.

Die vier First Nations bei den Olympischen Spielen

Auch im Vorfeld der Olympischen Winterspielen 2010 gibt es Proteste. Durch den Bau von Sportstätten und Infrastruktur sind die Ländereien der First Nations bedroht. Neben den ökologischen Bedenken (Abholzung, Verschmutzung) könnten die Ureinwohner nach Olympia auch keinen Öko-Tourismus mehr betreiben.

Um Spannungen und negative Schlagszeilen zu vermeiden, schlossen die Organisatoren von Olympia einen Vertrag mit vier First Nations, auf deren Gebiet die Spiele stattfinden. Dieser Vertrag räumt den Indianern Rechte an Logos, Werbung etc. ein, wodurch ihnen eine lukrative Einnahmequelle geschaffen werden soll.

Trügt der Schein?

Was dabei jedoch vergessen wird, ist, dass im Gebiet um Vancouver noch viele andere Stämme der First Nations leben. Diese haben von dem Vertrag und dem Olympischen Spielen überhaupt nichts. Ihr Lebensraum wird trotzdem bedroht.

Deshalb sind einige von ihnen zu extremen Mitteln bereit. Einem Stamm gehört zum Beispiel ein Elektrizitätswerk, das Vancouver mitversorgt. Wenn keine Kooperationssbereitschaft gezeigt wird, sind die Indianer bereit, den Strom abzustellen. Dann gäbe es Olympia im Dunkeln.



11.02.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: Mädchen: Edward S. Curtis, US Library of Congress (pd), Wigwam: Paul Kane (pd), Totem: Hans Weingartz (cc-by-sa 2.0), Ovide Mercredi: Themightyquill (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0),

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