Dabeisein ist alles

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Dabeisein ist alles

Ab heute, dem 10. März, bis zum 19. März, finden in Turin die IX. Winterparalympics statt. Dabei messen sich Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen Behinderungen in Wintersportwettkämpfen.

Woher der Begriff Paralympics kommt, ist unklar. Einige sagen, er stammt von dem griechischen Wort Paralyse für Lähmung; Paralympics hieße also Olympiade der Gelähmten. Nach einer anderen Quelle leitet sich der Begriff von griechisch Para im Sinne von bei, neben ab. Paralympics wären in diesem Sinne also eine Nebenolympiade.

Versehrtensport

Vater der Spiele ist der deutschstämmige Neurologe Sir Ludwig Guttmann. Er rief 1948 zum ersten Mal sportliche Wettkämpfe für Menschen mit körperlicher Behinderung ins Leben. Zunächst waren diese Wettbewerbe nur für Menschen im Rollstuhl vorgesehen. Sie dienten der Rehabilitation, also als Training und Wiederherstellung von verwundeten Soldaten des zweiten Weltkriegs. Diese Rollstuhlwettbewerbe begannen in Stoke Mandeville zeitgleich mit den Olympischen Spielen 1948 von London.

Die ersten echten Sommer-Paralympics im heutigen Sinne fanden 1960 in Rom statt, wenige Wochen nachdem dort die Olympischen Spielen beendet waren. Die ersten Winter-Paralympics fanden 1976 in Schweden statt. Heutzutage finden die Paralympics, egal ob Sommer oder Winter, immer wenige Wochen nach den regulären Spielen statt.


Die Teilnehmer der Paralympics werden, je nach Behinderung, in fünf Kategorien eingeteilt. Diese Einteilung ist Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb. Denn nur Leute mit ähnlichen Einschränkungen können fair gegeneinander antreten.



Wettkampfgruppen


Die erste Gruppe der Amputierten umfasst alle Menschen, denen an mindestens ein Hauptgelenk fehlt, also etwa das Ellenbogen- oder das Kniegelenk. In der zweiten Gruppe sind alle Teilnehmer zusammengefasst, die Schwierigkeiten mit der Bewegung und dem Zusammenspiel ihrer Gliedmaßen haben. Die dritte Gruppe beinhaltet alle Kämpfer, die Sehprobleme unterschiedlichen Ausmaßes haben.


Gruppe vier schließt alle ein, die zur Ausübung ihres Sports einen Rollstuhl benötigen, egal ob es dabei um Rollstuhlrugby, Tennis und Tischtennis, Basketball oder Leichtathletik geht. In der letzten Gruppe gehen alle anderen an den Start, die unterschiedliche Probleme mit ihrem Bewegungsapparat haben und in keine andere Gruppe eingeordnet werden konnten.


Für Menschen, die andere Behinderungen haben, finden separate Spiele statt. So gibt es die Deaflympics, bei denen die Teilnehmer taub (engl. deaf = taub) sind. Dann gibt es noch die Special Olympics für Menschen mit kognitiver, also geistiger Behinderung. Zusätzlich findet in Deutschland seit 2003 jährlich das Down-Sportlerfestival statt. Menschen mit Down-Syndrom haben eine genetische Krankheit namens Trisomie 21. Prominentester Betroffener ist Rolf Brederlow, bekannt aus dem Spielfilm Bobby mit Veronica Ferres.



Großes Teilnehmerfeld


An den letzten Paralympischen Spielen nahmen 4000 Athleten aus 130 Ländern teil. Insgesamt gab es 1698 Medaillen in 566 Wettkämpfen in 18 Sportarten zu gewinnen. Wie bei den Nichtbehinderten geben die Athleten ihr letztes und es fließen Freudentränen bei einem Sieg ebenso, wie Tränen über einen verpassten Platz auf dem Podest.  

Übrigens


Das Internationale Paralympische Komitee hat seinen Sitz in Bonn.


Die Stoke Mandeville Rollstuhlwettbewerbe, aus denen die Paralympics hervorgingen, gibt es auch heute noch und werden jährlich veranstaltet. Seit 1999 heißen sie World Wheelchair Games, also Weltrollstuhlspiele.


Hier erfährst du mehr


Die Homepage der IX. Winterparalympics 2006 in Turin

Down-Sportlerfestival - Spiele für Sportler mit Down-Syndrom

Deutsches Paralympisches Kommittee

Paralympics Nachrichtenüberblick


Text: -jj- 8.3.2006 // Bilder mit freundlicher Unterstützung des Down-Sportlerfestivals

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